Trittschall entsteht durch Gehen, Laufen oder das Verrücken von Möbeln. Zur wirksamen Reduzierung hat sich schwimmender Estrich als wichtigste Maßnahme etabliert. Die Trittschallminderung hängt dabei von Schichtaufbau, Masse und Resonanzfrequenz ab.
Schallübertragung und Empfangsraum
Im Empfangsraum (der Raum, in dem der Schall ankommt) wird Körperschall, also die mechanische Schwingungsübertragung in festen Bauteilen, als Luftschall messbar. Er äußert sich dort in Form von Druckschwankungen der Luft und wird vom menschlichen Ohr frequenzabhängig wahrgenommen. Obwohl Körperschall im Empfangsraum somit wieder als Luftschall auftritt, wird er anders bewertet als Schall, der direkt über die Luft auf ein Bauteil trifft. Bewertung von Trittschall nach DIN 4109
Im Gegensatz zum Luftschall wird Trittschall nicht über die Dämmwirkung eines Bauteils bewertet, sondern über den zulässigen Schallpegel im Empfangsraum. Maßgeblich ist also der Lärm, der durch Körperschall aus dem Senderaum dort ankommt. Deshalb wird statt „R“ der Pegel „L“ verwendet („Level“ = Lärmpegel). Je geringer dieser Wert ist, desto besser der Trittschallschutz. Nach DIN 4109-1:2018-01 darf bei Wohnungstrenndecken ein Wert von maximal 53 dB nicht überschritten werden. Detaillierte Berechnungsbeispiele zum Trittschallanhand konkreter Anwendungsfälle finden Sie hier. Schwimmender Estrich als Lösung
Der schwimmende Estrich ist seit Langem eine bewährte Konstruktion zur Trittschallminderung. Dabei liegt der Estrich auf einer elastischen Dämmschicht zwischen Rohdecke und Estrich. Messungen zeigen, dass diese Bauweise die Lärmpegel im Empfangsraum deutlich reduziert. 
Trittschall-Kurve: Schwimmender Estrich reduziert den Schallpegel deutlich.
Bild: © f:data GmbH
Die Grafik zeigt eine Trittschallmessung an einer Betondecke. Verglichen werden eine Massivdecke ohne schwimmenden Estrich (Kurve 1) und dieselbe Decke mit schwimmendem Estrich (Kurve 2). Deutlich erkennbar ist, dass der schwimmende Estrich den Schallpegel im Empfangsraum erheblich reduziert. Da die Messergebnisse je nach Frequenz unterschiedlich ausfallen, werden sie für die praktische Bewertung zu einem einzigen Kennwert zusammengefasst. Grundlage dafür ist eine standardisierte Bewertungskurve.
Ausführung und mögliche Fehler
Die Trittschallminderung eines schwimmenden Estrichs hängt maßgeblich von Schichtaufbau, Masse und Resonanzfrequenz ab. Ausführungsfehler können die Dämmwirkung jedoch deutlich beeinträchtigen. Ursache sind meist unerwünschte Kontaktstellen zwischen Estrich und angrenzenden Bauteilen, sogenannte Schallbrücken. Diese führen zu Resonanzen in bestimmten Frequenzbereichen und können den Schallpegel im Empfangsraum um 10 dB oder mehr erhöhen. Besonders kritisch sind fehlende Randdämmstreifen oder Berührungen an Rohrdurchführungen. Da die Schalldämmung in der Praxis häufig mit einem einzigen Kennwert bewertet wird, werden solche lokalen Verschlechterungen nicht immer vollständig erfasst. Trotz dieser möglichen Schwachstellen ermöglicht der fachgerecht ausgeführte schwimmende Estrich eine wirtschaftliche und wirksame Einhaltung der Anforderungen an den Trittschallschutz.
Eine massive Stahlbetondecke allein würde die Anforderungen oft nicht erfüllen und müsste sehr dick ausgeführt werden. Mit schwimmendem Estrich wird der erforderliche Schallschutz dagegen deutlich wirtschaftlicher erreicht.

Schwimmender Estrich reduziert den Trittschall wirksam.
Bild: © f:data GmbH
Der Experten-Tipp
„Die Verwendung eines schwimmend gelagerten Estrichs auf einer Betondecke führt zu einer erheblichen Materialeinsparung und wirkt sich damit deutlich auf die Baukosten aus.“
Herzlichen Dank an Dipl.-Ing. (FH) Matthias Iding für die fachliche Unterstützung bei diesem Artikel auf bauprofessor.de. Seit 1993 ist er freischaffender Architekt, staatlich anerkannter Sachverständiger für Schall- und Wärmeschutz sowie Immobilienökonom.