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Armierungsputz

Armierungsputz ist ein Unterputz, der zusammen mit einem Armierungsgewebe zur Verstärkung von Putzsystemen an Wänden eingesetzt wird. Er hilft, Risse zu vermeiden und die Oberfläche zu stabilisieren.

Was ist Armierungsputz?

Armierungsputz ist ein spezieller Unterputz, der zusammen mit einem eingebetteten Armierungsgewebe angebracht wird. Er dient dazu, Spannungen im Putzsystem aufzunehmen und Rissbildung zu reduzieren.
Der Begriff „Armierungsputz“ wird teilweise auch für die gesamte Armierungsschicht verwendet, bestehend aus:
  • Armierungsmörtel und
  • Armierungsgewebe.
Armierungsputz gehört zur Gruppe der Unterputze, die unter Oberputzen angebracht werden:
  • Unterputz
    ist die unterste Schicht eines zwei- oder mehrlagigen Putzaufbaus. Er wird meist in mehreren Millimetern bis Zentimetern Schichtdicke aufgetragen, gleicht Unebenheiten des Untergrunds aus und nimmt Spannungen auf.
  • Oberputz
    ist die oberste, sichtbare Schicht eines mehrlagigen Putzsystems. Er schützt die darunterliegenden Schichten vor äußeren Einflüssen und dient der optischen Gestaltung der Oberfläche.
Armierungsputz ist ein Unterputz mit Gewebeeinlage zur Spannungsaufnahme und Rissvermeidung im Putzsystem.
Armierungsputz ist ein Unterputz mit Gewebeeinlage zur Spannungsaufnahme und Rissvermeidung im Putzsystem. Bild: © © sima AdobeStock_58892376

Was ist ein Armierungsgewebe?

Armierungsgewebe sind dünne, flexible Gewebe mit Gitterstruktur, die auf Rollen geliefert werden. Sie bestehen in der Regel aus alkalibeständigen Glasfasern, die häufig auch kunststoffbeschichtet sind. Dadurch sind sie dauerhaft beständig gegen das alkalische Milieu mineralischer Putze und Mörtel. Je nach Anwendungsbereich kommen auch andere Materialien zum Einsatz, z. B. Jutegewebe in Lehmputzsystemen.

Funktionen von Armierungsputz

Der Armierungsputz bildet mit dem eingebetteten Armierungsgewebe die Armierungsschicht im Putzaufbau. Die eigentliche Armierungsfunktion, also die Aufnahme und Verteilung von Zug- und Spannungskräften, übernimmt das Armierungsgewebe.
  • Reduzierung von Rissbildung
    Das Armierungsgewebe stabilisiert den Putz auf Fassaden, Wand- und Deckenoberflächen und nimmt Zug- und Spannungskräfte auf, die auf den Putz wirken (z. B. durch thermische Verformung). Dadurch werden Putzrisse reduziert. Die risshemmende Wirkung entsteht durch den Verbund von Armierungsputz und Armierungsgewebe.
  • Haftvermittlung
    Der Armierungsputz ermöglicht eine dauerhafte, stabile Verbindung zwischen Untergrund, Unterputz und sichtbarem Oberputz.
  • Stabilität
    Armierungsputz erhöht die Stabilität von Wandsystemen, z. B. wenn der Putz direkt auf Mischuntergründe angebracht oder in Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) eingesetzt wird.

Einsatzbereiche von Armierungsputz

Armierungsputz wird in Putzsystemen mit erhöhter Spannung eingesetzt. Einsatzbereich sind u. a.:
  • Außenputzsysteme
    Außenputzsysteme auf Fassaden, die starken Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, um die Widerstandsfähigkeit und Lebensdauer des Putzes zu erhöhen.
  • Innenputzsysteme
    Innenputzsysteme zur Reduzierung von Rissbildung durch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen, wie in Bädern oder Küchen.
  • Wärmedämmverbundsysteme (WDVS)
    Wärmedämmverbundsysteme als Unterputz auf Dämmplatten zur Aufnahme von Spannung und Vermeidung von Rissbildung.
  • Risssanierung
    Risssanierung zur Instandsetzung bestehender Putzsysteme und rissgefährdeter oder bereits gerissener Flächen.
  • Mischuntergründe
    Mischuntergründe zum Ausgleich unterschiedlicher Materialeigenschaften und Spannungsverhältnisse, z. B. bei Übergängen von Mauerwerk und Beton.

Wie wird Armierungsputz angebracht?

Je nach Untergrund und Putzsystem kann die Verarbeitung von Armierungsputz variieren. Um eine dauerhaft belastbare und rissarme Putzschicht herzustellen, sollte Armierungsputz immer fachgerecht verlegt werden. Die Verarbeitung von Armierungsputz erfolgt in der Regel in mehreren Arbeitsschritten:
  1. Vorbereitung des Untergrunds
    Der Untergrund muss tragfähig, sauber, staubfrei und trocken sein. Abhängig von der Beschaffenheit des Untergrunds kann eine Grundierung erforderlich sein (z. B. Tiefengrund bei stark saugfähigen Untergründen).
  2. Armierungsmörtel auftragen
    Auf den Untergrund wird als Erstes eine dünne Schicht Armierungsmörtel aufgetragen, die als Bett für das Armierungsgewebe dient.
  3. Armierungsgewebe einbetten
    Das Armierungsgewebe wird in den noch feuchten Armierungsmörtel eingelegt und angedrückt. Dadurch verbindet es sich mit dem Mörtel und kann später auftretende Spannungen aufnehmen.
  4. Zweite Schicht Armierungsmörtel auftragen
    Anschließend wird eine zweite Schicht Mörtel aufgetragen, um das Armierungsgewebe einzuschließen. Damit ist die Armierungsputzschicht angebracht.
  5. Oberputz aufbringen
    Nach Trocknung der Armierungsputzschicht kann der Oberputz aufgetragen werden, der die sichtbare Oberfläche bildet und sowohl schützende als auch gestalterische Funktion übernimmt.
Daria Kern
Ein Artikel von
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Armierungsputz"

Ausgabe 2017-06
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DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18550-1 (2018-01)
6.14.1 Allgemeines Es gilt DIN EN 13914-1:2016-09, mit folgenden Ergänzungen:Es ist zu unterscheiden zwischen Rissen, die ausschließlich im Putz auftreten (putz- oder ausführungsbedingte Risse), und Rissen, die primär im verputzten Bauteil entstehen ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm

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