Vorschriften / Gesetze

Bebaute Ortsteile

Als Ortsteil ist allgemein ein Siedlungsgebiet zu verstehen, dass sich als Teil einer Gemeinde mit vorhandenen Bauten organisch einordnet. Innerhalb dieses im Zusammenhang bebauten Ortsteils wird gemäß Bauplanungsrecht die Bebauung nach § 34 im Baugesetzbuch (BauGB) – praktisch im Innenbereich des Ortsgebiets – zugelassen, sofern dem keine Gründe entgegenstehen.

Merkmale bebauter Ortsteile

In § 34 Abs. 1 BauGB wird vorbestimmt, dass sich ein Bauvorhaben „nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist“. Das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden.
Die jeweilige Gemeinde kann nach § 34 Abs. 4 BauGB durch Satzung:
  1. die Grenzen für im Zusammenhang bebaute Ortsteile festlegen,
  2. bebaute Bereiche im Außenbereich als im Zusammenhang bebaute Ortsteile festlegen, wenn die Flächen im Flächennutzungsplan als Baufläche dargestellt sind,
  3. einzelne Außenbereichsflächen in die im Zusammenhang bebauten Ortsteile einbeziehen, wenn die einbezogenen Flächen durch die bauliche Nutzung des angrenzenden Bereichs entsprechend geprägt sind.
Außenbereiche grenzen sich vom Innenbereich dadurch ab, dass sie für eine Bebauung freizuhalten sind. In der Regel liegt für Außenbereiche kein Bebauungsplan vor. Zu beachten bliebe stets die jeweils örtliche Situation.

Erweiterung der Bebauung für den Wohnungsbau

Die Bebauung für im Zusammenhang bebaute Ortsteile nach § 34 BauGB wurde für die Wohnraumversorgung durch den neu eingefügten § 9 Abs. 2d im BauGB erweitert. Dies geschah auf Grundlage der Verkündung des am 23. Juni 2021 in Kraft getretenen Gesetzes zur Baulandmobilisierung. Danach erhalten die Gemeinden die Möglichkeit, mit sogenannten sektoralen Bebauungsplänen für den Wohnungsbau nach § 34 BauGB Anforderungen vorzugeben, so Festsetzungen für Teile des räumlichen Geltungsbereichs des Bebauungsplans, beispielsweise speziell
  • Festsetzungen zu Flächen, auf denen Wohngebäude errichtet werden dürfen,
  • ergänzende Festsetzungen z. B. zum Maß der baulichen Nutzung.
Bauprofessor-Redaktion
Dieser Beitrag wurde von unserer Bauprofessor-Redaktion erstellt. Für die Inhalte auf bauprofessor.de arbeitet unsere Redaktion jeden Tag mit Leidenschaft.
Über Bauprofessor »
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Verwandte Fachbegriffe

Sektorale Bebauungspläne
Durch Artikel 1 des Gesetzes zur Baulandmobilisierung vom 14. Juni 2021 (BGBl. I, S. 1802) wurde im Baugesetzbuch (BauGB) im § 9 der Abs. 2d neu eingefügt. Danach kann bzw. können für im Zusammenhang bebaute Ortsteile in einem Bebauungsp...
Baugesetzbuch (BauGB)
Das Baugesetzbuch umfasst das allgemeine Städtebaurecht mit Regelungen zur Bauleitplanung, zum Flächennutzungsplan, Bebauungsplan, zur Bodenordnung, Erschließung sowie das besondere Städtebaurecht zu Sanierungsmaßnahmen, Städtebauförderung u. a.Aktu...
Bebauungsplan
Der Bebauungsplan ist ein Bestandteil der Bauleitplanung. Bauleitpläne sind von den Gemeinden aufzustellen. In § 1 Abs. 5 im Baugesetzbuch (BauGB) werden die Ziele bestimmt. Vor allem ist eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung zu gewährleisten...
Neuordnung von Grundstücken
Eine Neuordnung von Grundstücken ist die Folge einer Umlegung von Grundstücken auf Grundlage des § 45 im Baugesetzbuch (BauGB). So können bebaute und unbebaute Grundstücke im Geltungsbereich eines Bebauungsplans und im Zusammenhang bebauter Ortsteile...
Umlegung von Grundstücken
Auf Grundlage des § 45 im Baugesetzbuch (BauGB) können im Geltungsbereich eines Bebauungsplans und im Zusammenhang bebauter Ortsteile bebaute und unbebaute Grundstücke zur Erschließung oder Neugestaltung bestimmter Gebiete durch Umlegung neu geordnet...
Baugebot
Im Geltungsbereich eines Bebauungsplans kann die Gemeinde nach § 176 Baugesetzbuch (BauGB) den Eigentümer durch Bescheid verpflichten, innerhalb einer zu bestimmenden angemessenen Frist sein Grundstück entsprechend den Festsetzungen des Bebauungsplan...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere