Versicherung

Gefahrklassen (Bau) zur Unfallversicherung

Gefahrenklassen (Bau) zur Unfallversicherung
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Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Bauunternehmen und baunahe Dienstleistungen ist die BG Bau als Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Die Unternehmen als Mitglieder der BG Bau haben einen Beitrag an die BG Bau zu leisten. Grundlage für dessen Berechnung ist der „3. Gefahrtarif der BG Bau“ mit Gültigkeit seit 1. Januar 2018.
Die BGB Bau hat einen Gefahrtarif festzusetzen. Danach veranlagt die BG Bau ein Unternehmen für die Tarifzeit mit einem Veranlagungsbescheid zu den Gefahrklassen, wobei die Gefahrklasse durch die Zugehörigkeit zu einem Gewerbezweig bestimmt wird. Der Gefahrtarif hat sich zu richten nach der Zuordnung der Gefahrklassen zu den Tarifstellen im Teil III der Regelung des 3. Gefahrtarifs der BG Bau mit folgenden Aussagen:
Tarifstellen mit Tarifstellenziffer und den sie bildenden Gewerbezweigen mit Aufführung von Tätigkeiten zugeordnete Gefahrklasse
100Bauwerksbau
(Hoch-, Tief- und Brückenbau, Dacharbeiten aller Art, Gerüstbau, Fassadenbau, Bauwerkssanierung u. a.)
12,58
110Zimmererarbeiten18,12
200 Bauausbau und Fertigteilherstellung
(Ausbau von Bauwerken, insbesondere alle Ausbaugewerke, Herstellung von Fertigteilen und Betonwaren, Isolierungsarbeiten u. a.)
6,89
300Verkehrswege-, Erd- und Leistungsbau
(Straßenbau, Wasserbau, Gleisbau, Pflasterarbeiten, Bearbeitung von Siedlungs- und Sonderabfällen u. a.)
6,29
350 Spezialtiefbau
(Spezialtief- und Brunnenbau, Sanierung, Reinigung und Regenerierung von Brunnen)
9,46
400Bau- und Gebäudedienstleistungen
(Schornsteinreinigung, Straßenreinigung, Gebäudemanagement u. a.)
4,50
500Abbruch und Entsorgung
(Betontrenntechniken, Sprengungen, Brand- und Wasserschadenbeseitigung u. a.)
17,96
600Boots- und Schiffbau6,72
700Nicht gewerbsmäßige Bauarbeiten
(einschl. freiwillig Versicherte)
30,89
800Unternehmer- und freiwillige Versicherung6,94
900Büroteil des Unternehmens
(nur Beschäftigte mit Tätigkeiten in Büros und Verwaltung)
0,47
Die Einordnung zur Gefahrklasse richtet sich zunächst nach dem zutreffenden Gewerbezweig. Das gilt auch für Unternehmen, in denen nur Teiltätigkeiten eines Gewerbezweigs ausgeführt werden. Haupt- und Nebenunternehmen werden entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu einem Gewerbezweig gesondert veranlagt, sofern die dort Beschäftigten nicht wechselseitig zum Einsatz kommen und die Arbeitsentgelte getrennt aufgezeichnet werden. Bei Hilfsunternehmen (z. B. für Vorbereitungsarbeiten, Reparaturwerkstatt u. a.) erfolgt eine Zuordnung zu den Unternehmen, denen sie dienen. Sollten Nebenunternehmen einer anderen Berufsgenossenschaft als der BG Bau angehören, erfolgt keine Festlegung einer Gefahrklasse, wenn sie selbst Hauptunternehmen wären.
Die Zuordnung nach Gefahrklassen der Tarifstellen werden aus der Gegenüberstellung der von den Unternehmen als Mitglieder gemeldeten Arbeitsentgelte aus einem Zeitraum von jeweils 4 Jahren und den in diesem Zeitraum gezahlten Entschädigungsleistungen aus Versicherungsfällen bestimmt. Die Berufsgenossenschaften sind verpflichtet, den Gefahrtarif in Abständen von höchstens sechs Jahren zu überprüfen, neu aufzustellen und von den maßgebenden Gremien beschließen zu lassen.
In den Musterberechnungen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) für die Berechnung eines Zuschlagsatzes für die Zurechnung von Lohn- und Gehaltszusatzkosten bei der Ermittlung des Kalkulationslohns für die Angebotskalkulation zum Bauhauptgewerbe werden für die Unfallversicherung (in der Position 2.2.1.6) als Gefahrklassen zugrunde gelegt:
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