Baukalkulation / Angebot / Nachträge

Gehaltszusatzkosten

Die Gehaltszusatzkosten - bezeichnet auch als Sozialkosten - umfassen einen bedeutenden Anteil der Gehaltskosten für die Angestellten und Poliere im Bauunternehmen.
Zu den Gehaltszusatzkosten zählen:
  • Gehaltszusatzkosten aus gesetzlichen Regelungen und tariflichen Vereinbarungen, wie die Bezahlung von Ausfalltagen wegen Kurzarbeit, Lohnfortzahlung bei Krankheit u. a.,
  • Gehaltszusatzkosten aus Beiträgen (Arbeitgeberanteilen) für Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherungen, zum U2-Verfahren, für Arbeitsschutz und -sicherheit,
  • Gehaltszusatzkosten aus freiwilligen Verpflichtungen, z. B. betriebliche Zusatzrente, 13. Monatseinkommen im Baugewerbe (alte Bundesländer), Weihnachtsgeld, Sterbegeld, Zuwendungen für Betriebszugehörigkeit u. a.,
  • Beiträge zur Haftpflichtversicherung und zu den Berufsverbänden, soweit sie nicht im Unternehmen innerhalb der Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) erfasst und ausgewiesen werden, jedoch in den Baupreisen bei der Angebotskalkulation zu beachten wären.
Die Gehaltszusatzkosten können nach dem Umfang in einem Zuschlagsatz mit Bezug auf die Bruttogehälter der Arbeitnehmer berechnet und ausgedrückt werden. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) bietet hierzu jährlich ein aktuelles Berechnungsschema als Musterrechnung für das Bauhauptgewerbe an.
Differenziert wird dabei:
  • einerseits nach Angestellten und speziell für Poliere nach tatsächlichen und aufsichtführenden Polieren sowie
  • zum anderen nach den Tarifgebieten Ostdeutschland und Westdeutschland.
Die Musterrechnungen weisen zum Stand: 1. März 2019 folgende Ansätze aus:
Tarifgebiet
ab 1. März 2019ehemals 2018
Für Angestellte im Durchschnitt:
Ostdeutschland56,16 %55,93 %
Westdeutschland
63,16 %63,45 %
Für Poliere im Durchschnitt:
Aufsichtführende Poliere:
Ostdeutschland 74,26 %73,96 %
Westdeutschland81,96 %81,19 %
Poliere tatsächlich:
Ostdeutschland65,50 %65,22 %
Westdeutschland73,07 %73,43 %
Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind begründet im unterschiedlich hohen tariflichen Gehaltsniveau sowie im 13. Monatseinkommen im Baugewerbe und der höheren Zusatzversorgung für Angestellte und Poliere in Westdeutschland.
Der Unterschied der Zuschlagsätze zwischen tatsächlichen und aufsichtsführenden Polieren resultiert aus dem Ansatz von Ausfalltagen innerhalb des Schlechtwetterzeitraums (in der Musterrechnung 19 Arbeitstage) wie bei gewerblichen Arbeitnehmern. Daraus resultieren weniger tatsächlich aufsichtsführende Arbeitstage und ein höherer Gehaltsanteil für sozial- und gehaltsgebundene Kosten.
Gegenüber dem Vorjahr liegen für 2019 bei den Zuschlägen für Gehaltszusatzkosten geringe Senkungen im Tarifgebiet West vor, demgegenüber eine geringe Erhöhung im Tarifgebiet Ost.
Insgesamt resultieren die Veränderungen vorrangig aus folgenden Faktoren, die ähnlich auch bei den Lohnzusatzkosten der gewerblichen Arbeitnehmer maßgebend sind:
Ebenfalls für 2019 finden die lohnbezogenen Kosten (unter Tz. 2.3 in der Musterrechnung betreffend Haftpflichtversicherung und Beiträge zu Berufsverbänden) keine Berücksichtigung mehr, da diese meistens in den Bauunternehmen mit in den Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) erfasst, ausgewiesen und bei der Kalkulation mit in den vorbestimmten Zuschlägen bzw. Umlagen einbezogen werden (letzter Ansatz erfolgte in 2015 im Umfang von 2,1 %).
Zu berücksichtigen bleibt, dass den Musterrechnungen des HDB Durchschnittswerte zugrunde liegen, soweit nicht gesetzliche und/oder tarifliche Vorgaben heranzuziehen sind. Ein betriebsindividueller Zuschlagsatz aufgrund der jeweiligen betrieblichen Bedingungen wird jedoch oft nicht so hoch wie der exemplarische Durchschnittssatz sein.
Mindestens zu Beginn eines Geschäftsjahres und ggf. jeweils bei lohn- bzw. gehaltstariflichen Veränderungen sollten die Prozentsätze betriebsindividuell überprüft und gemäß den Realitäten angepasst werden. Die Überprüfung sollte auf Grundlage des bauindustriellen Berechnungsschemas erfolgen.
08.05.2019
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetztes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Verwandte Fachbegriffe

Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere