Eine Kabelabschottung ist ein brandschutztechnischer Verschluss von Öffnungen in feuerwiderstandsfähigen Wänden oder Decken, durch die elektrische Leitungen geführt werden. Sie verhindert beziehungsweise begrenzt die Ausbreitung von Feuer und Rauch.
Was ist eine Kabelabschottung?
Eine Kabelabschottung, auch Kabelschott oder Brandabschottung für Kabel, verschließt die Öffnung in einem feuerwiderstandsfähigen Bauteil, durch die elektrische Leitungen geführt werden. Sie ist Teil des baulichen Brandschutzes und verhindert bzw. verringert die Ausbreitung von Feuer und Rauch entlang der Leitungsführungen durch Wände und Decken. Sie muss mindestens die Feuerwiderstandsklasse des Bauteils erfüllen. Auch für Rohrleitungen, Lüftungs- und Klimatisierungskanäle sowie Stützen können Brandabschottungen zum Einsatz kommen. Werden Kabel und Rohrleitungen durch dieselbe Öffnung geführt, können auch Kombiabschottungen eingesetzt werden.

Kabelabschottungen halten Feuer und Rauch zurück und begrenzen die Wärmeübertragung.
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Warum wird eine Kabelabschottung benötigt?
Gebäude werden abhängig von Gebäudeklasse, Nutzung, Größe und dem Brandschutzkonzept in Brandabschnitte unterteilt, um die Ausbreitung von Feuer im Brandfall zu begrenzen. Die Brandabschnitte werden durch feuerwiderstandsfähige Bauteile voneinander getrennt. Für die Verlegung technischer Installationen und elektrischer Leitungen werden Wände und Decken mit Öffnungen versehen, die die Feuerwiderstandsfähigkeit der Bauteile lokal beeinträchtigen. Ohne geeignete Schutzmaßnahmen besteht die Gefahr, dass sich Feuer und Rauch über diese Öffnungen in benachbarte Brandabschnitte ausbreiten.
Durch den fachgerechten Einbau von Kabelabschottungen wird die Feuerwiderstandsfähigkeit der durchdrungenen Bauteile aufrechterhalten und die Brandausbreitung für die Feuerwiderstandsdauer verhindert bzw. begrenzt.
Eigenschaften von Kabelabschottungen
Kabelabschottungen müssen brandschutztechnische Eigenschaften erfüllen, um die Funktion raumabschließender Bauteile trotz Leitungsdurchführung sicherzustellen, u.a.:
Feuerwiderstandsfähig
Kabelabschottungen müssen mindestens die Feuerwiderstandsklasse des durchdrungenen Bauteils aufweisen, um eine Brandausbreitung zu verhindern. In DIN 4102-9 werden u.a. folgende Feuerwiderstandsklassen unterschieden: - S30 (feuerhemmend, 30 Minuten)
- S60 (hochfeuerhemmend, 60 Minuten)
- S90 (feuerbeständig, 90 Minuten)
- S120 (120 Minuten)
- S180 (180 Minuten)
Rauch- und flammendicht
Kabelabschottungen bilden einen brandsicheren Raumabschluss. Sie verhindern für die nachgewiesene Feuerwiderstandsdauer den Durchtritt von Feuer und Rauch, sodass keine Brandübertragung in benachbarte Brandabschnitte erfolgt.
Wärmedämmend
Auf der feuerabgewandten Seite darf die Temperatur nur begrenzt ansteigen, um die Entzündung angrenzender Leitungen, Materialien und Bauteile zu verhindern.
Arten von Kabelabschottungen
Die Wahl der geeigneten Kabelabschottung hängt u.a. ab von:
- der erforderlichen Feuerwiderstandsklasse und Klassifizierung,
- der Art des Bauteils (z.B. Wand oder Decke),
- der Bauteildicke,
- der Abmessung der Öffnung,
- der Art, Anzahl und Belegung der Kabel
Kabelabschottungen müssen stets fachgerecht geplant und ausgeführt werden. Der Einbau darf nur mit zugelassenen Abschottungssystemen und innerhalb des geprüften Anwendungsbereichs erfolgen. Systeme zur Kabelabschottung sind z.B.:
- Mörtelschott (Hartschott)
verschließt Öffnungen mit Brandschutzmörtel, häufig in massiven Bauteilen. - Mineralfaserschott
ist eine Abschottung aus verdichteten Mineralfaserplatten mit einer intumeszierenden Beschichtung. Diese schäumt im Brandfall auf und bildet eine wärmedämmende Schicht. Kabel und Kabelsysteme werden häufig zusätzlich beschichtet. - Brandschutzschaum
ist ein mehrkomponentiger Schaum z.B. aus Kartuschen, der sich beim Einbringen ausdehnt und aushärtet. Er bleibt in der Regel elastisch, sodass ggf. ein Nachlegen von Leitungen möglich ist. Im Brandfall erfolgt ein zusätzliches Aufschäumen. - Brandschutzkissen (Kissenschott)
sind vorgefertigte Kissen, z.B. mit Füllmaterial aus Mineralfasern und intumeszierenden Beschichtungen. Sie werden in die Öffnungen eingelegt (auch mehrlagig). Dadurch eignen sich für den Verschluss von großen Öffnungen und häufige Nachinstallationen. - Kabelbox (Brandschutzgehäuse)
ist eine vorgefertigte Abschottung z.B. aus einem Stahlblechgehäuse mit integriertem intumeszierendem Material. Kabelboxen sind in verschiedenen Querschnitten erhältlich (z.B. rund oder rechteckig). - Bandage
sind Brandschutzgewebe mit intumeszierender Beschichtung, die um Kabel, Leitungen und Rohre gelegt werden, meist in Kombination mit anderen Abschottungssystemen. - Brandschutzmasse
wird in Kombination mit Hinterfüllmaterial (z.B. Pappe, Mineralwolle oder Polyethylen) für kleine Öffnungen eingesetzt. Das Füllmaterial wird in das Loch eingebracht, mit Brandschutzmasse verfüllt und oberflächenbündig abgeschlossen. - Kombiabschottung
ist ein System für gemischte Durchführungen (z.B. Kabel und Rohrleitungen) innerhalb einer Öffnung.