Bauwerke

Gebäude

Zweck der Gebäude ist, dem ständigen oder zeitweiligen Aufenthalt von Menschen, Tieren und Gütern zu dienen. Sie müssen selbstständig benutzbar und überdacht sein und Menschen müssen sie betreten können. Typische Beispiele sind Wohngebäude, Werkhallen, Schulen aber auch Gebäude für die Tierhaltung. Eine Begriffsbestimmung findet sich in § 2 Abs. 2 der HOAI 2009 sowie in den jeweiligen Landesbauordnungen, beispielsweise in § 2 Abs. 2 der Sächsischen Bauordnung.
Gebäude in Weimar
Gebäude in Weimar
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In den Landesbauordnungen wird weiterhin die Einteilung der Gebäude in verschiedene Gebäudeklassen (1 bis 5) vorgenommen, beispielsweise nach der Sächsischen Bauordnung in
  • Gebäudeklasse 1:
    • freistehende Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 m und nicht mehr als 2 Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 m2 und
    • freistehende land- und forstwirtschaftlich genutzte Gebäude,
  • Gebäudeklasse 2:
    Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 m und nicht mehr als 2 Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 m2,
  • Gebäudeklasse 3:
    sonstige Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 m,
  • Gebäudeklasse 4:
    Gebäude mit einer Höhe bis zu 13 m und Nutzungseinheiten mit jeweils nicht mehr als 400 m2,
  • Gebäudeklasse 5:
    sonstige Gebäude einschließlich unterirdischer Gebäude.
Zum Bau von Gebäuden zählen der Neubau, die Instandsetzung, An- und Umbau, die Errichtung von vorgefertigten Gebäuden auf dem Baugelände und provisorische Bauten, die sich im Allgemeinen wesentlich über die Erdoberfläche erheben. Eingeschlossen ist auch die Renovierung von Gebäuden.
Für den Ausweis von Leistungen zum Bau von Gebäuden in der Statistik liefert die Klassifikation vom Statistischen Bundesamt zu den Wirtschaftszweigen (Ausgabe WZ 2008) im Abschnitt "F - Baugewerbe" sowie speziell in der Gruppe "41.2 - Bau von Gebäuden" mit folgenden Klassen (4-Steller) Aussagen:
41.20Bau von Gebäuden
41.20.1 Bau von Gebäuden (ohne Fertigteilbau)
41.20.2 Errichtung von Fertigteilbauten
Zugehörig ist der Bau von Gebäuden der Abteilung "41- Hochbau" sowie im weiteren Sinne allgemein dem Bauhauptgewerbe.
Die Arbeiten zum Bau von Gebäuden können auf eigene Rechnung oder im Lohnauftrag ausgeführt oder auch zu Teilen an Nachunternehmer vergeben werden.
Die Gebäude stellen abnutzbare Anlagegüter dar. Ihre Nutzung ist zeitlich begrenzt. Über die Nutzungsdauer von Gebäuden erfolgt die bilanzielle Abschreibung (steuerrechtlich als AfA-Absetzung für Abnutzung). Unterschiedlich abgeschrieben werden die Gebäude auf der Basis ihrer Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nach der Unterteilung in
  • Wirtschaftsgebäude mit einer bilanziellen Abschreibung von linear jährlich 3 % (ausnahmsweise bei Herstellungen nach 01.03.1985 bis 31.12.2000 von 4 %),
  • Wohnbauten mit der Abschreibung von linear jährlich 2 % für nach dem 13.12.1924 fertiggestellten Gebäuden,
  • Baudenkmäler bei Herstellung bis 2003 mit jährlichen Abschreibung für Baudenkmäler linear bis zu 10 % sowie bei Herstellung bzw. Baumaßnahmen ab 2004 sogar als degressive Abschreibung,
  • Sonstige Gebäude als unbewegliche Wirtschaftsgüter wie Tennishallen, Traglufthallen, Silobauten, Schornsteine u.a., für die die Nutzungsdauer in den AfA-Tabellen des Finanzministeriums im 1. Abschnitt angeführt wird.
Grundsätzlich sind Gebäude und selbstständige Gebäudeteile gesondert abzuschreiben. Liegen jedoch unselbstständige Gebäudeteile vor, dann sind sie als Einheit mit dem Gebäude, zu dem sie gehören, abzuschreiben.
Nicht zu den Gebäuden zählen in einem Bauunternehmen die Baustellen-Container. Sie werden nicht dauerhaft an einem Ort genutzt. Handelt es aber um Büro-Container, die auf einem festen Fundament errichtet bzw. gestellt wurden, dann sind sie den Gebäuden zuzuordnen. Das wurde in einer Entscheidung des BFH vom 25.04.1996 (BStBl II 1996, 613) bekräftigt.
Zu den nicht abnutzbaren Anlagegütern rechnen dagegen die Grundstücke. Ihre Nutzung ist praktisch unbegrenzt.
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Region Preisangaben netto (ohne USt.) für Region: Rhein-Hunsrück-Kreis
Weitere Leistungen mit regionalen Baupreisen:
Baupreislexikon
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Gebäude"

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Ausgabe 2018-09
Das in dieser Vornorm beschriebene Verfahren dient zur Ermittlung des Nutzenergiebedarfs für die thermische Luftaufbereitung und des Endenergiebedarfs für die Luftförderung in raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) mit Außenluftanteil.Diese Vornor...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-03
Diese Norm gibt Verfahren zur Berechnung von Wärmetransferkoeffizienten und des Wärmestroms durch Bauteile an, die sich in wärmetechnischem Kontakt mit dem Erdreich befinden, einschließlich Bodenplatten auf Erdreich, aufgeständerter Bodenplatten und ...
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DIN-Norm
Ausgabe 2016-10
Diese Norm gibt einen Überblick über das Vorgehen bei der Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für die Heizung, Klimatisierung, Kühlung, Beleuchtung und Warmwasserbereitung für Gebäude. Die zentralen Bilanzgleichungen werden dargestell...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-09
Diese Vornorm wurde vom zuständigen Gemeinschaftsarbeitsausschuss NA 005-12-01 GA „Gemeinschafts-arbeitsausschuss NABau/FNL/NHRS: Energetische Bewertung von Gebäuden (SpA CEN/TC 371, CEN/TC 371/WG 1, ISO/TC 163/WG 3, ISO/TC 163/WG 4 und ISO/TC 163/SC...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2004-01
Diese Norm beschreibt Symbole und Terminologie, die für die Lüftung in Gebäuden benutzt werden....
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-09
Diese Norm legt Rechenverfahren fest, um den benötigten Nutzwärmebedarf (Heizwärmebedarf) und den Nutzkältebedarf (Kühlbedarf) des betrachteten Gebäudeteils auszuweisen. Grundlage der Berechnungen ist eine entsprechend der Nutzung ausgewiesene Gebäud...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2008-09
Diese Norm enthält Berechnungsverfahren für die Ermittlung des Jahresenergiebedarfs für die Raumheizung und -kühlung eines Wohngebäudes oder eines Nichtwohngebäudes oder Teile davon, im Folgenden als "das Gebäude" bezeichnet. Dieses Verfahren umfasst...
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