Umwelt / Ökologie / Nachhaltiges Bauen

Bauen und Wohnen mit natürlichen Materialien

15.09.2020
Ökologisches Bauen liegt im Trend. Immer mehr Bauherrn wünschen sich nachhaltiges Wohnen. Holz- und Lehmbau, Naturdämmstoffe, Heizen sowie Strom über Solar- und regenerative Heizungssysteme werden wichtiger. Wer gut informiert ist, kann die Kunden dementsprechend beraten. Denn jedes Haus kann ökologischer werden. Wir stellen drei Baustoffe und ihre Einsatzgebiete vor.
Ein Holzhaus mit großen Südfenstern strahlt Gemütlichkeit aus.
Ein Holzhaus mit großen Südfenstern strahlt Gemütlichkeit aus.
Bild: © Monika Schröder (CCO Creative Commons), pixabay.com
Viele Menschen wünschen sich heute ein naturverbundenes Leben. Urban Gardening, Begrünung von Fassaden und natürliche Baustoffe sind unterschiedliche Trends, die alle in diese Richtung weisen. Nachhaltiges Bauen ist sowohl beim Neubau als auch bei der Sanierung von Gebäuden möglich. Das offizielle Informationsportal vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat zum Nachhaltigen Bauen, Ökobaudat, enthält mehr als 800 Datensätze zu interessanten Bauprodukten.

Grundriss im Blick

Das ökologische Bauen eines Hauses beginnt bereits beim Grundriss. Wichtige Themen sind:
  • flächensparendes Bauen
  • möglichst wenig Außenfläche
  • natürliches Licht nutzen – Wohnräume mit südlicher Ausrichtung
  • zum Norden ausgerichtete Fenster klein
  • Holzofen oder Kamin mittig im Haus
  • kein offenes Treppenhaus in den Keller
  • statt Keller, eine große Garage oder Carport inklusive eines frostsicheren Raums
Ein durchdachter und individueller Grundriss ist die Grundlage für das ökologische Bauen.

Holz im Einsatz

Vom ökologischen Holzhaus bis zum Einsatz von Holz im Innenraum – Holz ist ein Klassiker beim Bauen. Liebhaber des Holzhauses betonen die Wirkung der gesunden Gebäudehülle. Ein neues Holzhaus in Kombination mit Solarenergie und einer Holzpelletheizung ist ökologisches Bauen pur. Der Kunde hat durch diese Kombination Vorteile:
  • Schadstofffreiheit
  • Unabhängigkeit von Öl und Gas
  • ansprechende Optik
Ein Holzfußboden strahlt Wärme aus.
Ein Holzfußboden strahlt Wärme aus.
Bild: © Midascode (CCO Creative Commons), pixabay.com
Auch Anbauten wie ein Wintergarten oder eine Gaube lassen sich in Holzbauweise verwirklichen und werten ein Haus nicht nur optisch auf.
Im Innenbereich gehört Holz zu den beliebtesten Bodenbelägen in Deutschland. Gerade Massivholzdielen erleben seit einigen Jahren ein Comeback. Sie überzeugen durch eine ansprechende Optik und eine Langlebigkeit. Sie lassen sich über die Jahre abschleifen und behalten so mit etwas Pflege stets ihren Glanz.
Extra-Tipp: Für Fans des Landhausstils ist Holz der optimale Baustoff. Wer Möbel im Landhausstil kaufen möchte, freut sich über ergänzende Holzelemente im Innenraum. Freigelegte Balken, Fenster aus Holz und ein gepflegter Holzboden setzen hochwertige Möbel im Landhausstil gekonnt in Szene.

Lehm als Baustoff

Lehm ist ein weiterer Baustoff, der viel im ökologischen Hausbau zum Einsatz kommt. Die Vorteile von Lehm sind:
  • lokal verfügbar
  • ressourcenschonend
  • hohe Wiederverwertbarkeit
  • angenehm zu verarbeiten
  • enthält keine Schadstoffe
Lehm verbessert das Raumklima. Da er sowohl Wasserdampf aufnimmt und abgibt, hat er einen großen Anteil an einer Verbesserung des Raumklimas. Da Lehm dicker aufgetragen werden muss, als gewöhnlicher Putz, bietet er eine höhere Schalldämmung und speichert Wärme.
Lehm lässt sich jedoch nicht nur an die Wände anbringen. Er ist ebenso für die folgenden Einsatzgebiete im Haus geeignet:
  • Schüttung im Zwischenboden
  • Mörtel
  • geformt als Steine oder Platten
  • eingestampft zu massiven Wandkonstruktionen
Lehm lässt sich mit unterschiedlichen Zusätzen kombinieren. Klassische Kombinationen sind:
  • Hanffasern
  • Hobelspäne
  • Holzhäcksel
  • Strohhäcksel
Je nach Kombination und spezieller Mischung hat das Material unterschiedliche Eigenschaften beispielsweise bezüglich der Dämmung.

Linoleum entdecken

Viele halten Linoleum für einen synthetischen Baustoff. Dabei gehört Linoleum unbedingt zu den natürlichen Baustoffen und lässt sich im ökologischen Bauen gut einsetzen. Linoleum besteht zum großen Teil aus Leinöl. Um Linoleum herzustellen, werden die folgenden Materialien gemischt:
  • Leinöl
  • Kork- oder Holzmehl
  • Kalksteinmehl
  • Naturharz
  • mineralische Füllstoffe
Die Farben werden mit natürlichen Farbstoffen hergestellt.
Linoleum eignet sich als strapazierfähiger Bodenbelag und als Oberfläche von Möbeln. Linoleum ist frei von:
  • Weichmachern
  • Wohngiften
  • Lösungsmitteln
Die Böden sind als Fliesen, Bahnenware oder als Klick-Varianten erhältlich. Zum Verkleben eignen sich Naturharzkleber. Linoleum wird in der Herstellung gewöhnlich beschichtet. Dieses wasserbasierte Finish schützt die Oberfläche und macht es direkt nach dem Verlegen unempfindlich. Handelt es sich um unbehandeltes Linoleum, erfolgt im Anschluss an das Verlegen die Behandlung mit einem Hartöl. Mit einem Hartwachs lässt sich das Linoleum später versiegeln.
Linoleum eignet sich vor allem für Allergiker. Optisch hat es zwar eine Tiefenstruktur, verfügt jedoch über eine glatte Oberfläche, was das Festsetzen von Staub und Milben verhindert. Es lässt sich leicht reinigen. Durch die richtige Farbwahl wirkt ein Linoleumboden keineswegs steril. Linoleum hat eine leichte Elastizität und fühlt sich an nackten Füßen weich und warm an. Es lässt sich problemlos mit einer Fußbodenheizung kombinieren und ist strapazierfähig und langlebig.
Achtung: Direkt nach dem Verlegen kann das Linoleum gelblich schimmern. Nach einer kurzen Zeit mit Tageslicht verschwindet dieser ungewünschte Glanz jedoch ganz von allein.

Mit dem Licht arbeiten

Elemente wie Schiebetüren aus Glas oder Oberlichter sorgen für einen hellen Innenraum.
Elemente wie Schiebetüren aus Glas oder Oberlichter sorgen für einen hellen Innenraum.
Bild: © Midascode (CCO Creative Commons), pixabay.com
Neben den Baustoffen ist beim ökologischen Bauen die Ressource Licht enorm wichtig. Neben seinem Einfluss auf die Psyche und die Gesundheit hat das natürliche Licht beim ökologischen Bauen eine weitere Funktion. Wer die Wohnräume in einer südlichen Lage unterbringt, benötigt weniger künstliches Licht. Die Norm zum Tageslicht im Inneren gibt an, wie viel Tageslicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Das individuelle Bedürfnis nach Licht kann abweichen.
In Richtung Norden sollte das Haus kleinere Fenster haben. Hier ist durch die Fenster weniger Licht- und Wärmegewinn zu sehen und bei großen Fenstern droht ein höherer Wärmeverlust. Sinnvoll ist zudem das Nutzen von Oberlichtern nicht nur in der Fassade des Hauses. Wenn in allen Bereichen des Hauses Tageslicht vorhanden ist, senkt das die Stromkosten enorm. Hochwertig gearbeitete Fenster mit einem zusätzlichen Schallschutz und einer durchdachten Wärmedämmung sorgen auch in den Wintertagen für ein angenehmes Wohlfühlklima im Haus.
In Bereichen wie der Küche oder dem Badezimmer sollte die grobe Inneneinrichtung beim Setzen der Fenster bereits klar sein. Denn eine Arbeitsplatte in der Küche sowie die Spüle sollten stets von Tageslicht erhellt werden. Eine kluge Planung spart nicht nur Stromkosten, sondern sorgt vor allem langfristig für ein besonderes Wohlfühlen im Zuhause.

Gute Öko-Bilanz mit Wohlfühlklima

Bereits wenige Änderungen wie größere Fenster, der Einsatz von ökologisch sinnvollen Dämmmaterialien und ein natürlicher Fußboden machen Altbauten attraktiver. Sie verändern das Klima in den Räumen und sorgen für Wohlbefinden. Mit einer guten Beratung lässt sich in vielen Bereichen die ökologische Bilanz eines Hauses optimieren.
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