BW- Kennzahlen

Rentabilitätskennzahlen

Wird der Erfolg einer Abrechnungsperiode (z. B. Geschäftsjahr) in Beziehung zum Kapital gesetzt, so stellt sich die Kapitalrentabilität dar. In Prozent entspricht sie der Verzinsung des eingesetzten Kapitals.
Zu klären bleibt nunmehr, welche Größen für Gewinn und für das Kapital angesetzt werden. Innerhalb der Rentabilitätskennzahlen kommt der Eigenkapitalrentabilität besondere Bedeutung zu.
Ausgangspunkt ist in der Regel der Jahresüberschuss (Ergebnis nach Steuern):
(1)Eigenkapitalrentabilität =Jahresüberschuss
Ø Eigenkapital
x 100 %=... %
Zu beachten ist weiterhin, dass der Gewinn des Bauunternehmens nicht nur durch das Eigenkapital, sondern durch das insgesamt im Unternehmen investierte Kapital erwirtschaftet wird. Diesem Umstand trägt die folgende Kennzahl Rechnung:
(2)Gesamtkapitalrentabilität =Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen
Ø Gesamtkapital
x 100 %=... %
Eine hohe Eigenkapitalrentabilität setzt zugleich eine ausreichende Gesamtrentabilität voraus. Eine Steigerung der Eigenkapitalrentabilität, auf die es im Bauunternehmen ja vordergründig ankommt, ist auch durch eine Zunahme der Verschuldung (Zunahme des Fremdkapitals) möglich, wenn der Fremdkapitalzinssatz kleiner als die Rendite für das Eigenkapital ist.
Diese Abhängigkeit wird als Leverage-Effekt bezeichnet. Für den Analysierenden steht die Aufgabe, diese Zusammenhänge aufzuzeigen.
Eine hohe bzw. wachsende Verschuldung ist auch mit höherer Abhängigkeit, der höheren Rückzahlungsbelastung, dem umfangreichen Verlustrisiko durch höheren Zinsaufwand als Fixkosten bei geringerer Beschäftigungslage u. a. verbunden.
Die Kennzahlen der Kapitalrentabilität haben besonders auch Bedeutung als Spitzenkennzahlen in Kennzahlensystemen wie beispielsweise der ROI (Return-on-Investment) Rechnung.
Bei der Leistungsrentabilität werden Gewinn (gewöhnlich das Betriebsergebnis) und Gesamtleistung ins Verhältnis gesetzt:
(3)Leistungsrentabilität
(bzw. Gewinnrate)
=Betriebsergebnis
Gesamtleistung
x 100 %=... %
Das Verhältnis von Gewinn und Anzahl der Beschäftigten drückt die Arbeitsrentabilität aus:
(4)Arbeitsrentabilität
der Gesamtbeschäftigten
=Jahresüberschuss
Zahl der Gesamtbeschäftigten (Personen)
=... € je Beschäftigten (im Jahr)
Der Bezug auf die produktiven Stunden (Baustellenstunden) drückt den operativen Betriebserfolg bzw. Erfolg der Baustellen aus:
(5)Betriebserfolgsquote=Betriebsergebnis (oder Baustellenergebnis)
produktive Stunden (Baustellenstunden)
=... € je produktive Stunde
Anschließend sollten die erzielten Aussagen mit den Plan- bzw. Soll-Werten aus der Finanzplanung für das Unternehmen, die Baustellen bis hin zu einzelnen Bauaufträgen verglichen und Abweichungen weiter analysiert werden.
30.04.2016
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