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Rigole

Rigolen dienen der unterirdischen Versickerung (Rigolenversickerung) oder bei ungünstigen Bodenverhältnissen der gedrosselten Abgabe des Regenwassers an Gewässer oder den Abwasserkanal. Sie sind auch bei schlecht durchlässigem Bodenmaterial einsetzbar, da sie als Zwischenspeicher fungieren und das zugeführte Regenwasser somit langsamer abgegeben werden kann, was das öffentliche Abwassernetz bereits entlastet. Positiv sind auch die Effekte auf das Grundwasser. Im Gegensatz z. B. zur Sickermulde erfolgt allerdings keine zusätzliche Verdunstung und auch die Reinigung durch eine Bepflanzung entfällt.
Als Rigolenspeicher eignen sich die ursprünglichen, in Filtervlies gepackten Kies- oder Schotterkörper oder auch die neueren in Sand verlegten Kunststoffrigolen (Kastenrigolen), die auch bei starker punktueller Belastung von oben nicht zur Seite ausweichen und auch unter befahrenen Bereichen eingebaut werden können. Rigolen werden einen bis anderthalb Meter unter die Oberfläche gelegt.
Die Zuleitung erfolgt über Dränrohre. Zuerst passiert das Regenwasser einen Absetz- und Revisionsschacht mit Grobfilter für z. B. Laub und Sand, danach gelangt es in den Rigolenköper, wo es zwischengespeichert, versickert und/oder gedrosselt abgeleitet wird. Die gedrosselte Ableitung in den Abwasserkanal erfolgt über einen Drosselschacht der sich am Ende des Rigolendränrohres befindet. Das darin eingebaute, fest eingestellte Anstau– bzw. Drosselorgan (eine Lochblende mit Bohrung deren Durchmesser abhängig von der angeschlossenen Fläche ist) regelt den Abfluss in den Kanal.
Eine Rigole muss zudem mit einem Rückstauschutz versehen werden, der ein Eindringen von Mischwasser in die Rigole und somit letztlich ein Eindringen von Fäkalien ins Grundwasser verhindert. Eine regelmäßige Kontrolle der Schächte auf Verunreinigung/Verstopfung ist zweimal pro Jahr angeraten, mit eventueller Spülung des Dränrohres zur Reinigung.
30.04.2016
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