Wandvorlage

Fassadengliederung mit Wandvorlagen

Als Wandvorlage werden Bauteile bezeichnet, die die Fassade gliedern. Sie treten im Vergleich zur eigentlichen Wandfläche unverkennbar aus der Oberfläche heraus. Als Elemente der Scheinarchitektur dienen sie der Verzierung glatter Wände, sie können aber auch tragende statische Funktionen oder andere konstruktive Funktionen haben.
Es gibt horizontale Wandvorlagen, wie Gesimse und Fensterbänke und vertikale Wandvorlagen, wie Lisenen, Pilaster, Halb- oder Blendsäulen.

Horizontale Wandvorlagen

Horizontale Wandvorlagen haben meist keine statische Bedeutung, sind aber auch nicht nur Zierwerk. Die konstruktive Funktion historischer Gesimse liegt z. B. im Schutz vor Witterungseinflüssen für die unterhalb der Gesimse befindliche Wandfläche. So werden z. B. auch kurze Gesims-Abschnitte, die über Fenstern und Türen liegen, als Verdachung bezeichnet. Auch sie sollen die darunterliegenden Bauteile (z. B. Fenster und Türen) vor Witterungseinflüssen, wie Regen und Wind schützen. Auch Fensterbänke (Sohlbänke) werden mit einer Tropfkante versehen, um Niederschlag von der Wand darunter fernzuhalten.
Gebäude mit horizontalen Wandvorlagen: Verdachungen, Fenstergesims und vertikalen Wandvorlagen: Lisenen, Ecklisenen und Pilastern an der Attika
Gebäude mit horizontalen Wandvorlagen: Verdachungen, Fenstergesims und vertikalen Wandvorlagen: Lisenen, Ecklisenen und Pilastern an der Attika
Bild: © f:data GmbH
Die Lage der Gesimse ist unterschiedlich und kann sich u. a. zwischen zwei Geschossen, über einem Sockel oder entlang einer Reihe Fensterbrüstungen befinden. Die unterschiedliche Lage bestimmt auch die Funktion des jeweiligen Gesimses. So verkleiden beispielsweise Geschossgesimse die Auflager von Holzbalkendecken. Fenstergesimse, auf Höhe der Fensterbänke, dienen dem Schutz der darunter befindlichen Fassade vor Regen. Ein Sockelgesims kann den oberen Abschluss eines Sockels bilden und ein Eindringen von Feuchtigkeit in den Sockel verhindern. Dachgesims oder Traufgesims bilden das abschließende Gesims eines Bauwerks, das oft weit auskragend und mit schmückenden Elementen verziert ist.
Auch Putzbänder werden den Wandvorlagen zugeordnet. Ein Putzband ist ein waagerechtes Bauglied, dass flach und mit rechteckigem Querschnitt aufgeputzt wird. Putzbänder können so angeordnet sein, wie Gesimse.

Vertikale Wandvorlagen

Lisenen sind die vertikalen Entsprechungen zu den horizontalen Gesimsen. Sie sind schmale, leicht hervortretende Mauerblenden. Sie dienen der Gliederung von Gebäuden, können aber, da sie die Wand verstärken, auch an technisch relevanten Stellen das Tragwerk verstärken, so z. B. als Ecklisenen an Gebäudekanten.
Zwischen Fenstergesims und Stockwerkgesims eingefasste Halbsäulen-Bänder unter den Fenstern
Zwischen Fenstergesims und Stockwerkgesims eingefasste Halbsäulen-Bänder unter den Fenstern
Bild: © f:data GmbH
Im Gegensatz zu Lisenen haben Pilaster, die auch als Teilpfeiler oder Wandpfeiler bezeichnet werden eine Basis und ein Kapitell. Pilaster können tragende statische Funktion haben, müssen dies aber nicht besitzen. Pilaster als pfeilerartige Formelemente sind in den Mauerverbund eingearbeitet oder können als Elemente der Scheinarchitektur in Putz und Stuck ausgeführt sein. Werden Pilaster über mehrere Stockwerke angeordnet (Kollosalordnung), so spricht man auch von Kollosalpilastern.
Weitere vertikale Wandvorlagen sind Halbsäulen. Ihr Schaft schaut nur zur Hälfte aus einer Wand oder aus dem Kern eines Pfeilers. Halbsäulen dienen ebenfalls zur Gliederung der Fassade, können aber auch einen tragenden Pfeiler umformen. Auch Viertel- und Dreiviertelsäulen sind als Umformung von Pfeilern als Wandvorlagen möglich.
19.12.2019
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