Baukonstruktion

Holzbalkendecke

Holzbalkendecken sind eine Deckentragkonstruktion, die bis heute Anwendung findet, bis etwa 1950 aber die üblichste Deckenkonstruktionsvariante darstellte.
Holzbalkendecken können als sichtbare Deckenkonstruktion ausgeführt werden und werden oft als besonders wohnlich empfunden. Sie können aber auch als Füllungsdecke oder geschlossene Decke gebaut werden, was die Schallschutz- und Wärmedämmwirkung stark verbessern kann.
Holzbalkendecke
Holzbalkendecke
Bild: © hydebrink, fotolia.com
Die Dämmung ist ein besonders wichtiges Thema beim Bau einer Holzbalkendecke, da diese hinsichtlich des Schallschutzes, speziell des Trittschallschutzes gegenüber massiven Decken schlechtere Werte vor allem im niedrigen Frequenzbereich aufweisen. Aber auch auf der Wärmedämmung, besonders im Hinblick auf die Umsetzung gewünschter Energiestandards liegt ein besonderes Augenmerk.
Wird eine Holzbalkendecke sichtbar gebaut so ist ihr Aufbau auf den Balken meist folgendermaßen gestaltet. Auf die Balken wird eine Holzschalung aufgebracht, es folgt eine Feuchtigkeitssperre oder Rieselschutzpappe darauf wird eine Schüttung aus Perlite, Schotter, Sand oder anderem Granulat aufgebracht, auch das Einbringen von Betonsteinen oder Lehmsteinen wird realisiert, die Decke wird dadurch beschwert und die Schalldämmung verbessert. Darüber wird eine Weichfaserplatte als Wärmedämmung verbaut, es folgt eine Hartfaserplatte als Träger für den Bodenbelag, der z. B. aus Massivholzdielen, die auf Lagerbrettern montiert werden, aus Asphaltestrich oder einem Trockenestrich aus Gipsfaser-Estrichplatten bestehen kann.
Eine andere Variante ist die Gestaltung einer Holzbalkendecke bei der die Balken zum Teil (also nicht in voller Tiefe sichtbar bleiben), der Raum zwischen den Balken aber dennoch zur Dämmung genutzt werden kann. Diese Variante nennt man Fülldecke. Dabei werden an den Balkeninnenseiten Latten/Leisten befestigt, so dass die Balken noch etwas herausschauen. Auf den Latten wird eine Schalung aus Brettern befestigt. Auf diese Schalung kommt über einen Rieselschutz (Rieselpappe, Geotextil) oder auch eine Trittschalldämmung, die über die Balken weitergeführt wird, eine Schüttung aus Lehm, Perlit. Auch die Verlegung von Massivlehmsteinen als Beschwerung, um den Schallschutz der Decke zu verbessern, lässt sich umsetzen. Auf den Balken werden über der Trittschalldämmung Lagerhölzer befestigt. Zwischen diese und auf die Schüttung bzw. Steine werden Weichfaserplatten (z. B. Holz oder Reet) verlegt, die als Wärmedämmung dienen. Auf den Lagerhölzern kann dann der Fußboden aus Massivholzdielen oder Trockenestrich (z. B. OSB-Platten, Gipsfaserplatten) aufgebracht werden. So würde von unten die volle Holzoptik der Decke erhalten bleiben. Sollen nur die Balken herausschauen kann unter der Bretterschalung, zwischen den einzelnen Balken eine Lage Putzträgerplatten befestigt werden, die dann mit einem Kalk-, Gips- oder Lehmputz verputzt wird.
Eine geschlossene Holzbalkendecke erhält zum Aufbau über und zwischen den Balken zudem noch eine Holzvertäfelung oder einen Verputz auf Putzträgerplatten die unter den Balken angebracht werden. Zudem gibt es auch die Möglichkeit über federnd (oder schwingend) befestigte Halter eine Unterkonstruktion z. B. aus Kanthölzern oder Profilen aus Metall an den Balken zu befestigen. An dieser Konstruktion werden zur Verkleidung wiederum Gipskarton-Platten oder Holz-Platten befestigt, umso eine schallentkoppelte Unterdecke zu bauen. Dies hat bessere Schallschutzwerte zur Folge, verbessert den Trittschallschutz aber nicht.
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Holzbalkendecke"

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Ausgabe 2012-02
In dieser Norm sind vorbeugende bauliche Maßnahmen zur Sicherung der Dauerhaftigkeit von Bauteilen aus Holz oder Holzwerkstoffen festgelegt. Sie gilt in Verbindung mit DIN 68800-1 für die Errichtung von Neubauten sowie für die Modernisierung, Renovie...
- DIN-Norm im Originaltext -
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Ausgabe 2018-01
Diese Norm legt Anforderungen an die Schalldämmung von Bauteilen schutzbedürftiger Räume und an die zulässigen Schallpegel in schutzbedürftigen Räumen in Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden zum Erreichen der beschriebenen Schallschutzziele fest.Diese ...
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Dieses Beiblatt enthält Planungs- und Ausführungsbeispiele zur Verminderung von Wärmebrückenwirkungen. Das Beiblatt stellt Prinzipskizzen von Anschlussdetails aus dem Hochbau dar. Dargestellt werden Planungs- und Ausführungsbeispiele nur unter dem As...
- DIN-Norm im Originaltext -
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Ausgabe 1989-11
Dieses Beiblatt enthält Ausführungsbeispiele für Bauteile, die ohne bauakustische Eignungsprüfungen als geeignet gelten, die jeweiligen Anforderungen an den Schallschutz nach DIN 4109 zu erfüllen, sowie Rechenverfahren für den Nachweis der Luft- und ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 1989-11
Dieses Beiblatt enthält Hinweise für die Bauplanung und Bauausführung sowie Vorschläge für einen erhöhten Schallschutz gegen Schallübertragung aus einem fremden Wohn- oder Arbeitsbereich, Empfehlungen für den Schallschutz gegen Schallübertragung im e...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2006-03
Diese Norm wurde im NABau unter Verantwortung des Arbeitsausschusses NA 005-51-02 "Einwirkungen auf Tragwerke" (Spiegelausschuss zu CEN/TC 250/SC1) erarbeitet.Sie legt allgemeine Prinzipien und Angaben zu Einwirkungen auf Tragwerke des Hochbaus aus E...
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DIN-Norm
Ausgabe 2016-09
Diese Norm gilt für die Installation von unsichtbar angeordneten elektrischen Leitungen sowie für Auslässe, Schalter und Steckdosen elektrischer Anlagen. Sie gilt auch für Wohngebäude mit teilgewerblicher Nutzung.Diese Norm wurde vom Arbeitsausschuss...
- DIN-Norm im Originaltext -

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Deckenkonstruktion, Nutzungsklasse 1 DIN EN 1995-1-1, Gebrauchsklasse 0 DIN 68800-1, ohne chemischen Holzschutz, Deckenbalken aus Brettschichtholz, Holzart Fichte/Tanne, Festigkeitsklasse GL 24h DIN EN 14080, Oberfläche Sichtqualität (gehobelt, Bläue...
Abrechnungseinheit: m2
Weitere Leistungsbeschreibungen:
STLB-Bau Ausschreibungstexte
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