BIM

Zehn BIM-Dimensionen: 7D-Facility Management

7D-BIM stellt strukturierte Gebäudedaten für Facility Management und Instandhaltung bereit und unterstützt so die Verwaltung während des gesamten Lebenszyklus.

Was bedeutet 7D-Facility Management?

Die BIM-Dimensionen (Building Information Modeling) beschreiben die schrittweise Erweiterung eines digitalen 3D-Modells durch zusätzliche Informationsebenen.
Jede Dimension repräsentiert dabei einen eigenen Aspekt im Lebenszyklus eines Bauwerks:
So entsteht ein vernetztes digitales Modell, das die Phasen eines Bauwerks – von der Planung über die Ausführung bis hin zum Betrieb – exakt abbildet. Ziel dieser Methode ist es, Bauprozesse effizienter und transparenter zu gestalten. Im Folgenden wird das 7D-Facility Management im BIM-Prozess näher beleuchtet.
7D-BIM nutzt das Modell für das Facility Management (FM) und die Instandhaltung des Gebäudes nach seiner Fertigstellung. Es ermöglicht den Zugriff auf detaillierte Informationen über Bauteile und Materialien für Wartung und Management während des gesamten Lebenszyklus des Gebäudes. Diese Dimension adressiert eine der größten Herausforderungen im Bauwesen: die Optimierung der Betriebs- und Unterhaltskosten, die bis zu 80 % der Gesamtkosten eines Gebäudes ausmachen können.
Im Gegensatz zu traditionellen Methoden, bei denen die Erfassung und Verwaltung von Gebäudedaten oft manuell und mit erheblichem Aufwand verbunden ist, bietet BIM die Möglichkeit, diese Informationen automatisch und in einer strukturierten Form bereitzustellen.
Das digitale BIM-Modell ersetzt die herkömmliche Dokumentation und stellt alle relevanten FM-Daten anforderungsgerecht bereit.
Das digitale BIM-Modell ersetzt die herkömmliche Dokumentation und stellt alle relevanten FM-Daten anforderungsgerecht bereit. Bild: © f:data GmbH
Die traditionelle Dokumentation, oft in Form von umfangreichen Ordnern mit Planausdrucken und digitalen Medien wie CDs oder DVDs, wird durch ein interaktives, digitales BIM-Modell ersetzt. Dieses Modell enthält nicht nur die geometrischen Daten des Gebäudes, sondern auch sämtliche für das Facility Management relevanten Merkmale und Attribute der verbauten Elemente und Systeme.
Zur Unterstützung des Facility Managements wird das BIM-Modell in einer speziellen Weise exportiert, die den Anforderungen des Kunden entspricht.
Dieser Export umfasst sogenannte Property Sets (Psets), welche die verschiedenen Kategorien von Daten repräsentieren, und Attribute, die spezifische Informationen zu jedem Bauteil enthalten. Für das Facility Management kann ein zusätzlicher Reiter angelegt werden, unter dem alle für die Gebäudeverwaltung und -instandhaltung notwendigen Werte aufgeführt sind.

Dynamische Berechnung und Bereitstellung von FM-Daten

Einige der FM-relevanten Daten können fest angelegt sein, wie z. B. Herstellerbezeichnungen, während sich andere automatisiert aus dem Projekt errechnen. So kann z. B. der Spannungsfall an einer bestimmten Steckdose elektronisch aus dem Modell berechnet und dokumentiert werden. Diese Art der Datenbereitstellung ermöglicht eine präzise, effiziente und dynamische Verwaltung der Gebäudeinfrastruktur.
Durch die Integration von FM-Daten in das BIM-Modell und die spezifische Exportierung dieser Daten können Betriebs- und Wartungsteams:
  • effizienter arbeiten,
  • Wartungszyklen optimieren und
  • Betriebskosten über den Lebenszyklus des Gebäudes signifikant reduzieren.
Um diese Funktionen dauerhaft und mit wenig Aufwand zu ermöglichen, werden derzeit folgende Funktionen geprüft:
  • DeepLinks bieten eine direkte Verbindung zu spezifischen Informationen über Bauteile und Anlagen, indem sie auf dauerhafte Internetseiten der Hersteller verweisen. Dies ermöglicht FM-Verantwortlichen, schnell und effizient auf detaillierte Produktinformationen, Wartungsanleitungen oder Ersatzteilinformationen zuzugreifen. Der Vorteil liegt hierbei in der Langzeitverfügbarkeit und der Unabhängigkeit von Änderungen in den Websystemen der Hersteller.
  • Das Konzept des elektronischen Typenschilds, wie der Einsatz von RFID-Chips in Geräten, geht noch einen Schritt weiter in Richtung Automatisierung und Effizienzsteigerung. Durch die Integration eines solchen Chips können Informationen zum Typ, Modell und zu den Spezifikationen eines Gerätes oder einer Komponente automatisch von einem passenden Lesegerät erfasst werden, ohne dass manuell nach dem Typenschild gesucht werden muss. Dies spart Zeit bei der Wartung und erhöht die Genauigkeit der erfassten Informationen.
Peter Kaiser
Ein Artikel von
  • Geschäftsführer der KAISER-AMM TGA-Planung 4.0
  • Äußere Nürnberger Str. 62 in 91301 Forchheim
  • Tel.: +49 (0) 9191 7375-0
  • Web: tga40.de
  • E-Mail: peter.kaiser@tga40.de
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DBD-BIM in Autodesk® Revit®. Bild: © f:data GmbH
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