Bewehrungsstöße verbinden einzelne Bewehrungsstäbe in Stahlbetonbauteilen und übertragen Zug- und Druckkräfte über die Stoßstelle hinweg.
Was sind Bewehrungsstöße?
Bewehrungsstöße verbinden einzelne Bewehrungselemente, z. B. Bewehrungsstäbe oder Stahlmatten, in Bauteilen aus Stahlbeton miteinander. Dabei werden die auftretenden Zug- und Druckkräfte von einem Bewehrungselement auf das anschließende Element übertragen. Transportbedingungen und Bauabläufe begrenzen die Längen, in denen Bewehrungsstäbe transportiert und eingebaut werden können. Bei Bauteilen mit großen Abmessungen, z.B. langen Wänden oder großflächigen Decken eines Gebäudes, ist es deshalb erforderlich, einzelne Bewehrungsstäbe miteinander zu verbinden und die Bewehrung über die Stoßstellen hinweg fortzuführen. Wo werden Bewehrungsstöße angewendet?
Bewehrungsstöße kommen zum Einsatz, wo Bewehrungsstäbe aufgrund der Bauteilabmessung oder des Bauablaufs nicht als durchgehendes Bauteil verlegt werden können. Anwendungsbereiche sind z.B.:
Arten von Bewehrungsstößen

Bewehrungsstöße verbinden Stäbe durch Übergreifung, mechanische Verbindungen oder Schweißen.
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Bewehrungsstöße können je nach Lage und Beanspruchung Zug- oder Druckkräfte von einem Stab auf den anschließenden Stab übertragen. Ihre Bemessung hängt u.a. ab von:
- der Beanspruchung des Bauteils,
- den Eigenschaften des Betons,
- den Eigenschaften der Bewehrung und
- der konstruktiven Ausbildung des Stoßes.
Mögliche Arten von Bewehrungsstößen sind u.a.:
Übergreifungsstöße
Bei einem Übergreifungsstoß werden zwei gerade Bewehrungsstäbe über eine festgelegte Länge nebeneinandergeführt. Die Kräfte werden über den Verbund vom Bewehrungsstab in den Beton und von dort in den anschließenden Stab übertragen. Die erforderliche Übergreifungslänge hängt u.a. ab von - der Beanspruchung,
- der Betonfestigkeit,
- dem Stabdurchmesser und
- den Verbundbedingungen.
Je nach Ausbildung und Beanspruchung des Stoßes kann zusätzlich eine Querbewehrung erforderlich sein. Sie wird quer zu den gestoßenen Stäben angeordnet und nimmt im Stoßbereich auftretende Querzugbeanspruchung auf.
Neben dieser Ausführung gibt es weitere Formen von Übergreifungsstößen, z.B.:
Übergreifungsstöße von Stabbündeln
Auch Bündel aus zwei oder drei Bewehrungsstäben können gestoßen werden. Möglich sind dabei Übergreifungsstöße der gebündelten Stäbe, eine versetzte Anordnung der Stöße oder ein Stoß mit einem zusätzlichen Stab.
Übergreifungsstöße mit Kopfstäben
Kopfstäbe besitzen am Stabende einen verbreiterten Kopf, der als mechanische Endverankerung im Beton wirkt. Bei einem Übergreifungsstoß mit Kopfstäben werden die Köpfe an gegenüberliegenden Enden der Übergreifungszone angeordnet. Neben der Kraftübertragung über den Verbund zwischen Bewehrung und Beton trägt auch die Verankerungswirkung der Köpfe zur Kraftübertragung bei.
Verschränkte Betonstahlmatten
Auch Betonstahlmatten können durch Übergreifen miteinander gestoßen werden. Die Hauptlängsstäbe der angrenzenden Matten liegen im Stoßbereich nebeneinander und überlappen sich über die erforderliche Übergreifungslänge.
Mechanische Stöße
Mechanische Bewehrungsstöße verbinden zwei Bewehrungsstäbe mithilfe eines mechanischen Verbindungselementes. Zug- und Druckkräfte werden dabei unmittelbar über die Verbindung von einem Bewehrungsstab auf den anschließenden übertragen. Häufige Ausführungen sind z.B.:
Muffenstöße
sind mechanische Verbindungen, bei denen die Stabenden durch eine Muffe miteinander verbunden werden. Sie kommen zum Einsatz, wenn eine andere Verbindung, wie ein Übergreifungsstoß, nicht möglich ist, z.B. bei großen erforderlichen Übergreifungslängen. Mögliche Muffen sind z.B.:
Schraubmuffen
besitzen ein integriertes Gewinde, sodass die Bewehrungsstäbe, die an beiden Enden ebenfalls ein Gewinde brauchen, beidseitig in die Muffe geschraubt werden können.
Scherbolzmuffen
besitzen einen größeren Durchmesser als die Bewehrungsstäbe, um die Stäbe miteinander zu verbinden und mit durchgesteckten Scherschrauben zu befestigen.
Pressmuffen
werden durch Verpressen mit den zu verbindenden Bewehrungsstäben verbunden.
Geschweißte Stöße
Bei geschweißten Stößen, die nur unter bestimmten Bedingungen ausgeführt werden dürfen, werden Bewehrungsstäbe durch tragende Schweißverbindungen kraftschlüssig miteinander verbunden. Je nach Ausbildung können die Stäbe z.B. überlappt und mit Kehlnähten verbunden werden oder stirnseitig aneinandergefügt und mit Stumpfnähten verschweißt werden.