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Bewehrungsstäbe

Bewehrungsstäbe sind industriell gefertigte Stäbe aus Stahl, die zur Verstärkung von Bauteilen eingesetzt werden. In Beton eingebettet bilden sie den Verbundwerkstoff Stahlbeton.

Was sind Bewehrungsstäbe?

Bewehrungsstäbe sind längliche Bauteile mit konstantem, in der Regel kreisförmigem Querschnitt. Sie bestehen meist aus Betonstahl und werden häufig im Betonbau zur Verstärkung von Bauteilen eingesetzt.

Aufgaben von Bewehrungsstäben

Beton hat eine geringe Zugfestigkeit, während Stahl Zugkräfte gut aufnehmen kann. Durch das Einlegen von Bewehrungsstäben in Beton entsteht der Verbundwerkstoff Stahlbeton.
Die Bewehrungsstäbe übernehmen dabei u. a. folgende Aufgaben:
  • Aufnahme von Zugkräften,
  • Erhöhung der Tragfähigkeit von Bauteilen oder
  • Begrenzung von Rissbildung.

Einsatz von Bewehrungsstäben

Bewehrungsstäbe finden, in Stahlbeton eingelassen, in vielen Bereichen des Betonbaus Anwendung, u. a.:
Zudem finden Bewehrungsstäbe Verwendung in Estrichmatten zur Estrichbewehrung.
Bewehrungsstäbe im Stahlbeton nehmen Zugkräfte auf, erhöhen die Tragfähigkeit und begrenzen die Rissbildung.
Bewehrungsstäbe im Stahlbeton nehmen Zugkräfte auf, erhöhen die Tragfähigkeit und begrenzen die Rissbildung. Bild: © f:data GmbH

Eigenschaften von Bewehrungsstäben

Bewehrungsstäbe müssen gemäß DIN 488-1 | 2009-08: Betonstahl – Teil 1: Stahlsorten, Eigenschaften, Kennzeichnung besondere Eigenschaften erfüllen, u. a.:
  • Hohe Zugfestigkeit
    Bewehrungsstäbe müssen eine hohe Zugfestigkeit aufweisen. Entsprechend der DIN EN 10080 | 2005-08: Stahl für die Bewehrung von Beton – Schweißgeeigneter Betonstahl besitzen z. B. Bewehrungsstäbe aus der üblichen Stahlsorte B500 eine Streckgrenze von 500 N/mm².
  • Verbundfähigkeit
    Die Rippung oder strukturierte Oberfläche von Bewehrungsstäben ermöglicht eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Stahl und Beton.
  • Schweißbarkeit
    Bewehrungsstäbe sind in der Regel schweißbar, um formstabile Stahlmatten und Bewehrungselemente herstellen zu können.
  • Biegefähigkeit
    Eine erhöhte Biegefähigkeit ermöglicht das Herstellen von Haken und Winkeln für Stahlbetonbauteile sowie die Anpassung an unterschiedliche Bauteilformen.
  • Duktilität
    Bewehrungsstäbe sind duktil. Das bedeutet, dass sie sich vor Materialversagen verformen, eine wichtige Eigenschaft für die Tragfähigkeit von Stahlbeton.

Betonstahl als Werkstoff für Bewehrungsstäbe

Bewehrungsstäbe sind in unterschiedlichen Längen, Durchmessern und Oberflächen (z. B. Rippungen) erhältlich.
Abhängig von Materialstärke und Einsatzbereich sind sie als Halbzeuge (vorgefertigtes Rohmaterial aus Stahl) erhältlich, z. B.:
  • Betonstabstahl
    Gerade, gerippte Stäbe.
  • Betonstahl in Ringen
    Gerippter Betonstahl abgewickelt von der Rolle.
Diese Halbzeuge werden u. a. weiterverarbeitet zu:
  • Geschweißte Betonstahlmatten
    Rechtwinklig angeordnete, verschweißte Längs- und Querstäbe.
  • Gitterträger
    Zwei- oder dreidimensionales Bewehrungselement mit Ober- und Untergurt sowie Diagonalen.

Stahlsorten für Bewehrungsstäbe

Stahlsorten für Bewehrungsstäbe.
Stahlsorten für Bewehrungsstäbe. Bild: © f:data GmbH
Bewehrungsstäbe werden in der Regel in zwei Stahlsorten hergestellt:
  • B500A und
  • B500B.
Sie unterscheiden sich hauptsächlich in ihrem Verformungsverhalten (Duktilität). B500B hat ein höheres Verformungsvermögen und damit ein besseres Tragverhalten als B500A mit einer geringeren Duktilität.
Eine Rippung der Stäbe ist notwendig für einen sicheren Verbund von Stahl und Beton. Abhängig von Stahlsorte und Anforderung an das fertige Bauteil unterscheiden sich die Anzahl und Anordnung der Rippen.
Daria Kern
Ein Artikel von
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Bewehrungsstäbe"

Ausgabe 2007-01
Diese Norm legt die Bedingungen für die Durchführung einer Ausziehprüfung an einem in einem Betonblock verankerten Bewehrungsstab fest. Die Prüfung wird bei Produkten angewendet, die auf hydraulischen Bindemitteln oder Kunstharz beziehungsweise darau...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 1881 (2007-01)
6.1 Verankern Vor Gebrauch sind die Bewehrungsstäbe entsprechend den Anweisungen des Herstellers vorzubereiten; die vorbereiteten Bewehrungsstäbe, das Produkt sowie die für das Mischen und Einbringen erforderliche Ausrüstung und die erforderlichen We...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 1053-4 (2025-10)
Für Vergusstafeln sind zu verwenden bei: Hochlochtafeln (siehe Bild 1): Ziegel für vollvermörtelbare Stoßfugen für Wandtafeln nach DIN 4159:2014-05, Tabelle 5; Rippentafeln (siehe Bild 2): Ziegel für teilvermörtelbare Stoßfugen für Wandtafeln ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 1045-2 (2023-08)
4.2.1 Konsistenzklassen(1) Sofern Beton hinsichtlich seiner Konsistenz in Klassen eingeteilt wird, gelten Tabelle 3 bis Tabelle 6. Bei selbstverdichtendem Beton gelten nur die Klassen nach Tabelle 6.(2) Die Konsistenz darf auch durch einen Zielwert m...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 4126 (2013-09)
6.1 Standsicherheitsnachweis Höhere Festigkeitsklassen als C 30/37 nach DIN EN 1992-1-1 sind zulässig, aber bei der Stahlbetonbiegebemessung ebenso wenig zu berücksichtigen wie eine Druckbewehrung.6.2 Stahlbetonbemessung und Verbundfestigkeit Abweich...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18551 (2005-01)
(1) Bei Anordnung und Verteilung der Bewehrung und anderer Stahleinlagen sind die Besonderheiten des Spritzvorgangs zu beachten. Mehrlagige Bewehrungen sind gegebenenfalls entsprechend dem Spritzfortschritt in mehreren Arbeitsschritten einzubringen.(...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18551 (2014-08)
... ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 4223-2 (2003-12)
Der kleinste Biegerollendurchmesser für zugbeanspruchte Stäbe darf dbr = 4 ds nicht unterschreiten.Bei rechnerisch nicht zugbeanspruchten Stäben darf der Biegerollendurchmesser dbr = 2 ds nicht unterschreiten. ... ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 4102-2 (1977-09)
Zur Einreihung in die Feuerwiderstandsklasse F 90 müssen Bauteile die Anforderungen nach Abschnitt 5.2 während einer Prüfdauer von mindestens 90 Minuten entsprechend ihrer Aufgabe erfüllen.Bei Stützen mit Bekleidungen muss unmittelbar nach einem Bran...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 206-9 (2010-09)
4.2.1 KonsistenzklassenFür SVB gelten die folgenden Konsistenzklassen: ... ... ... ... ... ... ANMERKUNG 1 Die in den Tabellen 2 und 3 angegebenen Klassen sind nicht vergleichbar; dazwischen besteht keine genaue Korrelation.ANMERKUNG 2 Die in d...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 1048-2 (1991-06)
(1) Bei der Auswahl der Prüfflächen sind Oberflächenbeschaffenheit sowie Porenstruktur, gegebenenfalls auch die Lage von Bewehrungsstäben zu beachten.(2) Bauteil oder Probekörper sollten in Kraftrichtung mindestens doppelt so dick sein wie die Durchm...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm

STLB-Bau Ausschreibungstexte zu "Bewehrungsstäbe"

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STLB-Bau Ausschreibungstext:
Bewehrung aus Betonstabstahl B500A DIN 488-1, DIN 488-2, Durchmesser über 10 bis 16 mm, Längen über 7 bis 15 m, für Wand aus Ortbeton....
Abrechnungseinheit: t
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