Lohn / Tarif / Rente

Betriebszugehörigkeit

Die Betriebszugehörigkeit steht in Verbindung mit der Rechtsstellung eines Arbeitnehmers im Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber. Als Maßstab gilt grob die Zeitdauer des Bestehens eines Arbeitsverhältnisses, jedoch unter Beachtung verschiedener Einzelregelungen. Eine gesetzlich determinierte Aussage liegt zum Begriff nicht vor, ggf. aber tarifvertragliche Auslegungen.
Die Betriebszugehörigkeit beeinflusst verschiedene tarifvertragliche und einzelvertragliche Regelungen, beispielsweise Regelungen zur Kündigungsfrist, Betriebsvereinbarungen zu Gratifikationen bzw. Zugehörigkeitsprämien u. a. Für die gewerblichen Arbeitnehmer im Baugewerbe richten sich die Kündigungsfristen in Abhängigkeit von der Zeitdauer des Bestehens des Arbeitsverhältnisses nach § 12 im Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe). Wichtig ist jeweils in diesem Zusammenhang zu beachten, welche Zeiten eventuell nicht zur Betriebszugehörigkeit einzubeziehen bzw. als Unterbrechung anzusehen sind.
Grundsätzlich gilt im Baugewerbe, dass folgende Zeiten beispielsweise zur Betriebszugehörigkeit zählen
  • Zeiten zur Freistellung zu einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE),
  • Urlaubsdauer und bezahlte Zeiten für gesellschaftliche Verpflichtungen,
  • Zeiten angeordneter Kurzarbeit.
Wurde die Betriebszugehörigkeit unterbrochen, so werden diese Zeiten mit Bezug auf § 12, Tz. 1.2 BRTV-Baugewerbe zusammengerechnet, wenn die Unterbrechung nicht vom Arbeitnehmer veranlasst wurde und sie nicht länger als sechs Monate gedauert hat.
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