Investition/Finanzierung des Baubetriebs

Gewinnvergleichsrechnung zu Investitionen

Oftmals ist eine reine Kostenvergleichsrechnung sowohl für Baumaschinen und Geräte sowie für Gebäude für eine Investitionsentscheidung nicht aussagefähig genug. Mit der Gewinnvergleichsrechnung als ein Verfahren der statischen Investitionsrechnungen kann diesem Nachteil begegnet werden, indem die Erlösseite mit in den Vergleich einbezogen wird.
Danach ist jene Variante die wirtschaftlichste, die Gewinn verspricht bzw. im Vergleich zwischen Varianten den höchsten (maximalen) Gewinn nachweist und zwar als Differenz zwischen den Kosten und erzielbaren Erlösen.
Bei Immobilien lassen sich Gewinne manchmal nicht eindeutig für einzelne Investitionsobjekte ohne Berücksichtigung der Zeitdauer bestimmen. Dann kann die Aussage durchaus eingeschränkt sein.
Die Gewinnvergleichsrechnung soll an zwei Beispielen demonstriert werden. Sie können unter der Rubrik "Beispiele" aufgerufen werden:
Beispiel

Beispiel 1

Erforderlich ist der Ansatz bzw. die Einschätzung eines Erlöses. Beispielsweise kann der Mietbetrag für die Anmietung eines analogen Baggers oder der Stundenverrechnungssatz des Unternehmens bei vergleichbaren Geräten für die Vermietung an Dritte herangezogen werden.
Kriterium für den Variantenvergleich ist der Gewinnzuwachs. Das ist vor allem dann von Bedeutung, wenn Alternativen mit unterschiedlichen Erlösen bzw. Mietsätzen verbunden sind. Die Ergebnisse des Kostenvergleichs könnten sich durchaus beim Gewinnvergleich umkehren, wenn höhere Gewinne kostenmäßige Nachteile gegenüber einer Alternative kompensieren.
Investition eines HydraulikbaggersBagger ABagger B
vorermittelte Gesamtkosten je Nutzleistungsstunde174,17 €/h165,34 €/h
mögliche Nutzungsleistungsstunden im Jahr1.150 Stdn1.200 Stdn
Nettoerlös je Nutzleistungsstunde180,00 €/h180,00 €/h
Gesamtkosten im Jahr200.296 €/a198.408 €/a
Nettoerlös im Jahr207.000 €/a216.000 €/a
Gewinn im Jahr+6.704 €/a+17.592 €/a
Im Beispiel ist die Anschaffung des Baggers B nach der Gewinnvergleichsrechnung wirtschaftlicher!

Beispiel 2

Beurteilung Annahmen zur Investition eines Wirtschaftsgebäudes
Ein Investor beabsichtigt, ein Wirtschaftsgebäude zu erwerben und anschließend zu vermieten. Er möchte aber im Vergleich zu einer anderen Anlage auf dem Kapitalmarkt keinen Verlust erleiden.
Folgende Daten liegen vor:
  • Kaufpreis für das Gebäude: 4.000.000 €, darunter
    • 3.300.000 € für das Gebäude
    • 700.000 € für das Grundstück
  • Nutzfläche des Gebäudes: 1.800 qm
  • Nutzungsdauer: 33 Jahre
Kapitalbindung:
Grundstück700.000 €
Gebäude (3.300.000 € x 0,5)1.650.000 €
Gesamt2.350.000 €
Annahmen:Variante AVariante B
Überschuss der Einnahmen aus der Vermietung
(bereits abzüglich der Ausgaben für Verwaltung, Betriebskosten, Unterhaltung u.a.)
jährlich
250.000 €250.000 €
voraussichtliche Verzinsung6 %5 %
Ermittlung des Gewinns pro Jahr:
Einnahmeüberschuss pro Jahr250.000 €240.000 €
abzüglich:
jährliche Abschreibung
3.300.000 € / 33 Jahre
-100.000 €-100.000 €
kalkulatorische Zinsen
2.350.000 € x 0,06 bzw. x 0,05
-141.000 €-117.500 €
Jahresüberschuss+9.000 €+22.500 €
Die Investition ist wirtschaftlich! Der erzielte Gewinn ist pro Jahr trotz geringerem Überschuss bei B höher auf Grund der niedrigeren Verzinsung.
20.02.2016
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