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Nachhaltiges Bauen

Als "nachhaltig" wird allgemein eine Entwicklung verstanden, die Bedürfnisse kommender Generationen nicht zu gefährden. Bezüglich des Bauens sollen mit der Nachhaltigkeit alle Phasen im Lebenszyklus von Gebäuden betrachtet werden, angefangen von der Bauplanung über die Herstellung bis hin zur Erhaltung, Instandhaltung und Rekonstruktion und schließlich dem Rückbau bzw. Abbruch eines Gebäudes.
Unterstützt werden Anforderungen und Aussagen zum nachhaltigen Bauen mit einem „Leitfaden Nachhaltiges Bauen“, herausgegeben vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in überarbeiteter Fassung 2015 (Stand Februar 2016). Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen ist für Hochbaumaßnahmen des Bundes gemäß „Richtlinie für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes (RBBau)“ sowie im Bereich der „Baufachlichen Ergänzungsbestimmungen (ZBau)“ verpflichtend anzuwenden. Für weitere Baumaßnahmen des Bundes im Ausland und der Länder sowie auch für Baumaßnahmen von privaten Auftraggebern wird er zur Anwendung empfohlen.
Der Leitfaden verfolgt den Zweck, „ganzheitliche Grundsätze zum nachhaltigen Planen und Bauen, Betreiben und Unterhalten sowie zur Nutzung von Liegenschaften und Gebäuden“ umsetzen zu helfen. Er ist in diesem Sinne – wie im Leitfaden angeführt - unmittelbar eine „Arbeitshilfe für die Planung, das Bauen, die Bauunterhaltung, den Betrieb und die Nutzung von Gebäuden und Liegenschaften“. Vorgelegt wurden mit dem Leitfaden erstmals Kriterien und Berechnungsgrundlagen, wie die Büro- und Verwaltungsgebäuden zur nachhaltigen Entwicklung beitragen und dafür abgesichert bewertet werden können.
Als Schwerpunkte gelten nachfolgende Aspekte mit ihren Zielrichtungen:
  • Senkung des Energiebedarfs als ökologisch-dauerhafte Entwicklung,
  • Zukunftsverträgliche Entwicklung sowie Einsparung von Baustoffen und Bauteilen einschließlich deren Transport,
  • zunehmender Einsatz von wiedergewonnenen und verwertbaren Baustoffen und Bauprodukten,
  • Rückführung von Stoffen wieder in den Stoffkreislauf gefahrlos und umweltverträglich,
  • flächensparendes Bauen und weitgehende Schonung von Naturräumen.
Beginnend bei der Vorbereitung einer Baumaßnahme und folgend in der Bauplanung ist die Wirtschaftlichkeit auch danach zu prüfen, inwieweit die nachhaltigen Zielrichtungen gesichert werden.
In Verbindung mit dem Leitfaden zum Nachhaltigen Bauen wurden auch die Regelungen zur Anwendung des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB)“ in Kraft gesetzt. Die Aussagen folgen den Anforderungen des Leitfadens und sind konform zur DIN EN 15804 - Nachhaltigkeit von Bauwerken -. Die verbindliche Datenbasis liefern die Datensätze der umfassenden Online-Plattform " ÖKOBAUDAT " auf Grundlage der aktuellen Version 2017-1 vom 27. November 2017, die kostenfrei zugänglich ist.
Maßgeblichen Anteil an der der Umsetzung der Ziele des Nachhaltigen Bauens und Kompetenz für die Entwicklung von Bewertungssystemen kommt der 2007 gegründeten „Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)“ zu. Entwickelt wurde auch ein "Deutsches Gütesiegel Nachhaltiges Bauen", mit dem seit 2009 besonders umweltfreundliche und wirtschaftlich effiziente Gebäude (z. B. HanseAtrium Hamburg) ausgezeichnet wurden.
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Nachhaltiges Bauen"

DIN-Norm
Ausgabe 2019-12
Diese Norm gibt ergänzende, der DIN EN 15330-1 nicht widersprechende Festlegungen zu Kunststoffrasensystemen im Freien mit gefüllter oder ungefüllter Polschicht an. Sie beschreibt Anforderungen an die einzelnen Schichten unterhalb des Kunststoffrasen...
- DIN-Norm im Originaltext -

STLB-Bau Ausschreibungstexte zu "Nachhaltiges Bauen"

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Beispiel
Weichenrichtung vor Beginn der Arbeiten feststellen, Verschiebewerte für die Weichenrichtung festlegen, Längshöhe der Weiche vor Beginn der Arbeiten feststellen, Hebewerte für die Längshöhe der Weiche festlegen, Werte auf den Schwellen mit Ölkreide a...
Abrechnungseinheit: m
Weitere Leistungsbeschreibungen:
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