13.11.2025 | Umwelt / Ökologie / Nachhaltiges Bauen

Klimafreundlich bauen mit CO₂-reduziertem Beton

Beton ist für das Bauen unverzichtbar, aber klimaschädlich. CO₂-reduzierter Beton senkt die Emissionen durch neue Rezepturen, alternative Bindemittel und Recyclingmaterialien und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Bauen.

Klimabelastung durch Beton

Beton ist einer der weltweit am häufigsten verwendeten Baustoffe und bildet die Grundlage moderner Infrastruktur, Gebäude und Verkehrswege. Seine Herstellung ist jedoch mit einem hohen Energieverbrauch und erheblichen CO₂-Emissionen verbunden – rund sieben Prozent der globalen Treibhausgasemissionen entfallen auf die Zementproduktion, einen Hauptbestandteil des Betons.

Neue Ansätze für nachhaltigen Beton

CO₂-reduzierter Beton bezeichnet Weiterentwicklungen herkömmlicher Betonrezepturen, die den ökologischen Fußabdruck der Bauindustrie verringern sollen.
Zu den zentralen Maßnahmen gehören:
  • Die Reduzierung des Klinkeranteils im Zement, da hierbei die meisten CO₂-Emissionen entstehen.
  • Der Einsatz alternativer Bindemittel.
  • Energieeffiziente Produktionsprozesse sowie optimierte Transportwege.
  • Die Verwendung rezyklierter Gesteinskörnungen.
Ziel ist es, bei gleichbleibender Qualität, etwa hinsichtlich Festigkeit oder Dauerhaftigkeit, den CO₂-Ausstoß pro Kubikmeter Beton signifikant zu senken. Dadurch kann ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der Klimaziele im Bauwesen geleistet werden.
CO₂-reduzierter Beton macht Bauen klimafreundlicher und unterstützt die Ziele nachhaltiger Bauprojekte.
CO₂-reduzierter Beton macht Bauen klimafreundlicher und unterstützt die Ziele nachhaltiger Bauprojekte. Bild: © BTB/Bettertimes

Wo kommt CO₂-reduzierter Beton zum Einsatz?

CO₂-effiziente Zemente und Betone können in fast allen typischen Anwendungsbereichen des Hoch- und Tiefbaus verwendet werden. Besonders großes Einsparpotenzial beim CO₂-Gehalt besteht bei Innenbauteilen (z. B. Innenwände, Treppen oder Bodenplatten) und den üblichen Außenbauteilen des Hochbaus (z. B. Fassaden, Balkone oder Kelleraußenwände), da in diesen Bereichen circa 60–80 % des Transportbetons eingesetzt werden.
Einige CO₂-arme Bindemittel benötigen zwar mehr Zeit, um ihre Endfestigkeit zu erreichen, erzielen aber nahezu die gleichen Festigkeiten und Haltbarkeiten wie herkömmliche Betone.

Nachhaltigkeit messbar machen: Das CSC-Zertifikat

Das Concrete Sustainability Council (CSC) bietet ein international anerkanntes Zertifizierungssystem für Nachhaltigkeit in der Beton- und Zementindustrie. Ein zentrales Element ist das CO₂-Modul, das die Klimawirkung von Betonen transparent und vergleichbar macht. Das Modul ordnet CO₂-reduzierte Betone in vier Emissionsklassen ein, basierend auf der prozentualen Reduktion der CO₂-Äquivalente im Vergleich zu einem regionalen Referenzwert. Weitere Informationen finden Sie unter www.csc-zertifizierung.de.
CO₂-Klassen Beschreibung
Level 1 Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 30 %.
Level 2 Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 %.
Level 3 Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 50 %.
Level 4 Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 60 %.
CO₂-reduzierter Beton spielt zunehmend eine zentrale Rolle in nachhaltigen Bauprojekten, insbesondere bei öffentlichen Ausschreibungen. In STLB-Bau können die vier CO₂-Klassen optional für alle Ortbetone und Betonfertigbauteile angegeben werden.
Herzlichen Dank an Corinna Bauer, M. Sc. für Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement sowie technische Redakteurin für Baudaten bei Dr. Schiller & Partner GmbH – Dynamische BauDaten in Dresden, für diesen Artikel auf bauprofessor.de.
Bauprofessor-Redaktion
Dieser Beitrag wurde von unserer Bauprofessor-Redaktion erstellt. Für die Inhalte auf bauprofessor.de arbeitet unsere Redaktion jeden Tag mit Leidenschaft.
Über Bauprofessor »

Das könnte Sie auch interessieren

Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere