Controlling / Qualitätsmanagement

Betriebsvergleich

Unter Betriebsvergleich versteht man das systematische Vergleichen betrieblicher Kennzahlen zur Beurteilung wirtschaftlicher Tatbestände. Sie stellen ein wichtiges Hilfsmittel für das Controlling dar, neuerdings wird in diesem Zusammenhang auch von Benchmarking gesprochen. Mit der Heranziehung von überbetrieblichen Aussagen aus Kennzahlenvergleichen wird sich der Aussagewert der eigenen Analysen erhöhen. Möglich ist es dadurch, die eigenen Aussagen z. B.
  • mit dem Mittelwert der Leistungssparte oder
  • dem Mittelwert der 10 Spitzenbetriebe
zu vergleichen.
Als Betriebsvergleichsarten kommen der Selbstvergleich sowie zwischenbetriebliche Vergleiche in Frage. Letztere Vergleiche werden oft von Verbänden (in NWR und Sachsen vom Bauindustrieverband), Kammern, aber auch von Bauherrn und Dienstleistern (z. B. Betriebsvergleich Bauindustrie der Dr. Schott und Partner GmbH) angeboten und angestellt.
Meistens leidet jede innerbetriebliche Analyse darunter, dass nur interne Erkenntnisse gewonnen werden. Es fehlt oft der direkte Vergleich zu anderen Unternehmen und Leistungssparten sowie Baustellen. Falsche Interpretationen sind denkbar und oft nicht auszuschließen. Mit der Heranziehung von überbetrieblichen Aussagen aus Kennzahlenvergleichen wird sich der Aussagewert der eigenen Analysen erhöhen.
Wichtig ist, dass nur vergleichbare Betriebe und Baustellen bzw. Teileinheiten mit vergleichbaren Kennzahlen einbezogen werden. Wesentliche Voraussetzung ist die bei allen Beteiligten gleiche Erfassung und Koordinierung der Ausgangsdaten. Der vergleichende Controller sollte die Anonymität der Beteiligten jeweils gegenüber den anderen Unternehmen wahren.
Die Auswertung soll qualifizierte Richtwerte bereitstellen, z. B. die Durchschnittswerte aus einer repräsentativen Datenmenge, und so aufbereitet werden, dass für das Unternehmen auch ohne weitergehende Erläuterung die Kennzahlen aussagefähig sind und als lnstrumente für das Controlling genutzt werden können.
19.12.2015
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