Buchhaltung / Rechnungswesen

Bilanzanalyse

Als Grundlage für die Bilanzanalyse im Bauunternehmen dient die nach § 266 Abs. 2 Handelsgesetzbuch (HGB) aufgestellte Bilanz im Jahresabschluss. Sie trifft Aussagen über das Vermögen sowie das eigene und fremde Kapital zum Stichtag am Ende eines Geschäftsjahres, die dann im Rahmen der Bilanzanalyse kritisch beurteilt und wirtschaftlich ausgewertet werden.
Daran sind sowohl die Geschäftsführung (interne Personen) als auch Personen außerhalb des Unternehmens (Anteilseigner, Kreditgeber, Kunden, Lieferanten, Gewerkschaft) interessiert.
Für kleine Bauunternehmen und Bauhandwerker ist die Bilanz neben der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) als Erfolgsrechnung meistens das wichtigste Zahlenwerk. In diesen Fällen wird die Bilanzanalyse als Steuerungsinstrument dienen. Aber auch mittlere und große Bauunternehmen betreiben eine umfassende Bilanzanalyse, um vorrangig den externen Personen den Jahresabschluss transparenter zu machen.
Die Bilanzanalyse wird zunächst durch das Unternehmen selbst, weiterhin aber auch von externen Analytikern (z. B. Banken in Verbindung mit dem Rating nach Basel II) durchgeführt. Die Analyse kann statisch und dynamisch angelegt sein. Die statische Betrachtung bezieht sich nur auf die Zahlenaussagen eines Jahresabschlusses. Die Aussagen sind mit Bezug auf einen Stichtag begrenzt. Kurz nach dem Bilanzstichtag kann schon eine wesentlich abweichende Situation vorliegen. Folglich ist die dynamische Analyse, bei der mehrere, mindestens 2 aufeinanderfolgende Jahresabschlüsse einbezogen werden, aussagefähiger. Auch dabei lassen sich keine qualitativen Beurteilungen ableiten, z. B. zur Marktposition, Qualität der Geschäftsführung u. a. Aus den Grenzen ist aber nicht zu schließen, dass eine Bilanzanalyse sinnlos sei. Die Aussagen sollten durch weitere Betrachtungen und Analysen hinterfragt und unterlegt werden.
Zweckmäßig ist es, bei der Analyse auch den Vergleich der gewonnenen Informationen einzuschließen, beispielsweise als Betriebsvergleich mit ähnlich strukturierten Bauunternehmen oder solchen mit gleicher Leistungssparte (z. B. Hochbau, Straßenbau u. a.) sowie als Branchenvergleich (im Rahmen z. B. des Bauhauptgewerbes oder des Ausbaugewerbes).
Wichtige Aussagen aus der Bilanz lassen sich ableiten als:
Mit Bezug auf die ableitbaren Kennzahlen gewinnt die Beurteilung eines Unternehmens auf Basis der Bilanzanalyse in Verbindung mit weiteren Dokumenten aus dem Jahresabschluss wie der GuV, dem Anhang u. a. an Bedeutung, besonders auch im Zusammenhang mit einer Beurteilung von Kreditrisiken. Es wird auch besser möglich, die Eigenkapitalbasis mittels Bilanzpolitik positiver zu beeinflussen.
21.10.2015
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