Versicherung

Gruppen-Unfallversicherung für Arbeitnehmer

Die gesetzliche Unfallversicherung kann durch den Arbeitgeber durch eine private Unfallversicherung für den Arbeitnehmer ergänzt werden. Sie wird in Bauunternehmen bevorzugt als Gruppen-Unfallversicherung für Angestellte, besonders für Mitarbeiter der Geschäftsleitung und das bauleitende und bauaufsichtsführende Personal abgeschlossen. Eine solche Versicherung soll vor den finanziellen Folgen eines Unfalls schützen und ggf. vorliegende Lücken zur gesetzlichen Unfallversicherung schließen. Damit bietet der Arbeitgeber den betreffenden Mitarbeitern einen höheren Anreiz und zugleich Dank für ihren Einsatz.
Eine Gruppen-Unfallversicherung bietet in der Regel günstige Gruppentarife für den Arbeitgeber und steuerliche Vorteile. Der Versicherungsschutz gilt meistens nach Vertrag für alle Unfälle während der betrieblichen Tätigkeit und auch außerhalb sowie in der Freizeit. Die Aufwendungen für die Versicherung sind zum Teil Werbungskosten und zum anderen Teil Sonderausgaben. Der Gesamtbetrag (einschließlich Versicherungssteuer) ist dann für beide Risiken aufzuteilen, ggf. bei Fehlen eindeutigerer Angaben durch Schätzung oder Aufteilung jeweils zur Hälfte.
Stehen aus der Gruppen-Unfallversicherung die Ausübungsrechte aus dem Vertrag nur dem Arbeitgeber zu, dann stellen die Beitragszahlungen des Arbeitgebers keinen Arbeitslohn für den Arbeitnehmer dar.
Kann dagegen der Arbeitnehmer einen Versicherungsanspruch unmittelbar bei dem Versicherungsunternehmen geltend machen, dann gehören die Beiträge als Zukunftssicherungsleistungen zum Arbeitslohn bzw. Gehalt. Dann sind sie der Zahlung von Lohnsteuer zu unterwerfen. Der Arbeitgeber kann die Beträge mit einer Pauschalversteuerung von 20 % nach § 49 Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) durchführen. Dabei ist eine Pauschalisierungsgrenze zu beachten, die auf Grundlage des Bürokratieentlastungsgesetzes III ab 2020 erhöht wurde. Danach darf der aufgeteilte steuerpflichtige Beitrag je begünstigtem Arbeitnehmer nicht mehr als durchschnittlich 100 € pro Jahr (vorher 62 €) umfassen. Bei einem Betrag darüber wäre eine Pauschalisierung insgesamt ausgeschlossen. Voraussetzung ist jedoch, dass mehrere Arbeitnehmer (mindestens 2) gemeinsam in eine Gruppen-Unfallversicherung einbezogen sind.
08.04.2020
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