Eine Mischposition ist eine Position im Leistungsverzeichnis, die mehrere Leistungen oder Teilleistungen zusammenfasst.
Was ist eine Mischposition?
Als Mischposition – auch Jumbo-Position genannt – wird eine im Leistungsverzeichnis (LV) ausgeschriebene Position verstanden, die sich aus mehreren Vorgängen als auszuführende Tätigkeiten zusammensetzt. Mischpositionen sind oft in Ausschreibungen mit freien Leistungstexten zu finden. Dagegen sehen Ausschreibungen mit standardisierten Texten wie auf Grundlage des „STLB-Bau – Dynamische BauDaten“ Mischpositionen nicht vor. Beispiel für eine Mischposition
Sie kann sich jedoch aus verschiedenen Leistungsinhalten zusammensetzen, wie im Beispiel nachfolgend veranschaulicht:

Bild: © f:data GmbH
In der Leistungsposition sind die Leistungsinhalte „Betonierung“ und „Schalung“ enthalten. Für die Position gilt die Mengeneinheit m³; die Betonierung wird nach m³ und die Schalung nach m² erfasst.
Bei einem weiteren Beispiel von „… m Stütze – Betonierung einschließlich Schalung“ wären sogar drei verschiedene Mengeneinheiten zu berücksichtigen.
Bestimmung von Umrechnungsfaktoren
Bei unterschiedlichen Mengeneinheiten in einer Teilleistung müssen Umrechnungsfaktoren bestimmt werden. Sie dienen der Umrechnung der Bezugseinheit der Kostensätze (innere Menge der Einzeltätigkeit) auf die Abrechnungseinheit der Position als Teilleistung. Meistens sind für die einzelnen Vorgänge unterschiedliche Mengeneinheiten maßgebend, die auch nicht mit der Mengeneinheit der Teilleistung im LV identisch sein müssen. Im oben genannten Beispiel sind für 1 m³ Einzelfundamente 4 m² Schalung erforderlich. Folglich ist ein Faktor von 4,0 als innere Menge für den Vorgang „Schalung“ anzusetzen.

Eine Mischposition ist eine LV-Position, die verschiedene Tätigkeiten bündelt.
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Kalkulation einer Mischposition
Die Teilleistung „Einzelfundamente“ lässt sich nur einzeln für das Betonieren in m³ und für das Schalen in m² kalkulieren, nicht jedoch gesamt in m³.
Die Kalkulation des Einheitspreises (EP) der Mischposition ist folglich nur möglich, wenn die Mischposition zunächst in einzelne Vorgänge im Sinne von Einzeltätigkeiten zerlegt bzw. beschrieben und danach kalkuliert wird. Als Voraussetzung sind dann auch die Kalkulationsansätze mit Zeiten und Werten für die einzelnen Vorgänge erforderlich. Anschließend sind die Werte der Vorgänge zum Einheitspreis für die Teilleistung zusammenzufassen. Mit einer Software zur Baukalkulation, zum Beispiel „nextbau“, lässt sich das einfach und schnell realisieren. Für das oben genannte Beispiel lassen sich Beschreibungen zu den einzelnen Leistungsinhalten als Tätigkeiten mit folgenden „Vorgängen“ – ohne vorgegebene eigenständige Ordnungszahl – anlegen:
- Vorgang 1: Einzelfundament betonieren, Mengenansatz in m³.
- Vorgang 2: Einzelfundament schalen, Mengenansatz in m².
Letztere Vorgangseinheit lässt sich nur für m² kalkulieren, nicht für m³.
Kalkulation zum Einheitspreis
| Vorgang 1: Betonierung (je m³) | Ansätze | Kosten |
| Lohnkosten: | 0,6 h × 40,00 € = | 24,00 € |
| Stoffkosten (Beton): | 160,00 € | 160,00 € |
| Einzelkosten (EKT): | | 184,00 € |
| Vorgang 2: Schalung (je m²) | Ansätze | Kosten |
| Lohnkosten: | 0,5 h × 40,00 € = | 20,00 € |
| Stoffkosten (Schalung): | 4,00 € | 4,00 € |
| Einzelkosten (EKT): | | 24,00 € |
| mit Faktor 4 m² je 1 m³: | 4 × 24,00 € = | 96,00 € |
+ Umlage / Verrechnung für BGK, AGK und W & G 30 % Zuschlag auf Einzelkosten (280,00 €): | 84,00 € |
| Einheitspreis je m³ Einzelfundamente: | 364,00 € |