BW- Kennzahlen

Kostensatz

Der Kostensatz stellt eine Beziehungszahl dar. Ausgedrückt wird das Verhältnis der Gesamtkosten als absolute Kennzahl an der Bauleistung (im Preisausdruck, jedoch ohne Umsatzsteuer) als hergestellte Leistung, berechnet und ausgewiesen in % (mit 100 % multipliziert) wie folgt:
Kostensatz=Gesamtkosten in € x 100 %=..........%
Bauleistung in €
Als Ausgangsgrößen für die Bauleistung können herangezogen werden:
Der Kostensatz kann sowohl für den Gesamtbetrieb als auch für die einzelnen Kostenstellen als Abrechnungsstellen berechnet werden, weiterhin meistens für einen Abrechnungszeitraum wie Monat, Quartal und Geschäftsjahr. Von wichtiger Aussage ist der Ausweis monatlich im Rahmen der Baustellenabrechnung, wenn die Baumaßnahme über Monate als Bauzeit läuft. Zu beachten bleibt stets, dass die herangezogenen Ausgangsgrößen auch inhaltlich korrespondieren, beispielsweise können die Gesamtkosten für einen Abrechnungszeitraum nur zu einer Leistung in Beziehung gebracht werden, für die sie auch angefallen sind.
Für den Kostensatz kann auch die Kennzahl "Umsatzerlöse" eines Bauwerks bzw. für eine Baumaßnahme herangezogen werden, wenn das Bauwerk fertiggestellt und schlussgerechnet ist. Dann sind die Gesamtleistung und die Umsatzerlöse in der Regel wertmäßig gleich groß. Dann sind als Kostengröße die Gesamtkosten des Bauwerks vom Baubeginn bis zur Abnahme anzusetzen, d.h. angefallenen Kosten für die gesamte Bauzeit.
Bezogen auf eine Baumaßnahme lässt sich auch der Kostensatz für ein Angebot bestimmen, und zwar als Verhältnis von folgenden Ausgangswerten, die sich aus dem Kalkulationsschema ableiten:
Kostensatz (Angebot)=Soll-Selbstkosten des Angebots in €x 100 %=................%
Angebotssumme (ohne Umsatzsteuer) in €
Nach Abschluss der Baumaßnahme können analog die Ist-Selbstkosten mit der Netto-Abrechnungssumme ins Verhältnis gesetzt werden.
Der Kostensatz steht in Ergänzung zur Kennzahl " Gewinnrate ". Beide zusammen ergeben den Prozentsatz = 100 %. Wird der Kostensatz in Höhe von 95 % berechnet, stellt sich danach eine Gewinnrate bzw. ein Gewinnsatz von 5 % dar sowie auch nach der umgekehrten Weise. Ein Vergleich mit dem kalkulierten Ansatz für Wagnis und Gewinn (W&G) dürfte von analytischem Interesse sein. Im Rahmen des Baustellen-Controllings sind die Betrachtungen zu den beiden Kennzahlen von Bedeutung, besonders im Vergleich zwischen den Soll- und Ist-Sätzen und notwendiger Analyse bei wesentlichen Abweichungen.
Aussagen zum Kostensatz werden auch als "Intensität der Kosten" angesehen, die Kennzahlen als Kostenintensitäten. Sie lassen sich nicht nur für die Gesamtkosten, sondern ebenfalls als Strukturaussagen für einzelne Kostenarten wie zu Lohnkosten, Materialkosten u.a. oder Komplexkosten wie Einzelkosten und Gemeinkosten bestimmen.
12.03.2016
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