Baukonstruktion

Bauweise

Die Bauweise beschreibt die Beschaffenheit, wie Gebäude oder deren Anordnung auf Grundstücken konstruiert und gebaut sind.

Was bezeichnet der Begriff „Bauweise“?

Die Bauweise kennzeichnet allgemein:
  • die für ein Bauwerk bzw. bauliche Anlage bestimmenden Merkmale und
  • speziell im Städtebau die Anordnung von Gebäuden auf Grundstücken sowie in Beziehung zu den seitlichen Begrenzungen
Der Begriff Bauweise kann in vielfältiger Form sowie mit unterschiedlichen Inhalten gebraucht werden, so z. B. nach:
  • § 22 in der Baunutzungsverordnung (BauNVO) als offene und geschlossene Bauweise als Festsetzung im Bebauungsplan
  • der Konstruktion und architektonischen Gestaltung von Gebäuden
  • dem jeweiligen Bauverfahren z. B. traditionell oder mit Ortbeton
  • den Haupt-Einbaustoffen wie Beton, Stahl oder Holz
  • funktionaler Gestaltung wie Skelett- oder Wandbauweise
  • Laststufen im Montage- bzw. Fertigteilbau

Offene Bauweise nach BauNVO

Die offene Bauweise kann im Bebauungsplan festgesetzt werden. Nach § 22 Abs. 2 in BauNVO werden die Gebäude bei offener Bauweise mit einem seitlichen Grenzabstand als Einzelhäuser, Doppelhäuser oder Hausgruppen errichtet.
Die Länge dieser Hausformen darf höchstens 50 m betragen. Es kann im Bebauungsplan aber auch festgelegt werden, dass jeweils nur die angeführten Hausformen einzeln oder nur zwei dieser Formen zulässig sind.
Offene und geschlossene Bauweise im Bebauungsplan.
Offene und geschlossene Bauweise im Bebauungsplan. Bild: © f:data GmbH

Geschlossene Bauweise nach BauNVO

Bei einer geschlossenen Bauweise nach § 22 Abs. 3 in BauNVO können die Gebäude ohne seitlichen Grenzabstand errichtet werden, soweit die vorhandene Bebauung keine Ausnahme erfordert. Die seitlichen Außenwände der Gebäude sind danach so auf die Grenze zu bauen, dass sich die Wände der Gebäude berühren.

Abweichende Bauweise nach BauNVO

Nach § 22 Abs. 4 in BauNVO kann im Bebauungsplan auch eine Bauweise festgesetzt werden, die von der offenen oder geschlossenen Bauweise abweicht. Beispielsweise kann festgesetzt werden, inwieweit an die vorderen, rückwärtigen oder seitlichen Grundstücksgrenzen herangebaut werden darf oder muss.

Multifunktionale Bauweise

Hier handelt es sich um ein wichtiges Planungsmerkmal für den Wirtschafts- und Gewerbebau. Im Vordergrund steht die spätere vielseitige Nutzungsmöglichkeit eines Gebäudes, vor allem noch eine Drittverwendungsmöglichkeit. Beispielsweise wird mit der Wahl der Deckenhöhe schon von vornherein bestimmt, ob es später multifunktionale Verwerfungen gibt, evtl. mit dem Einzug einer Zwischendecke zur Vergrößerung der Geschossfläche u. a.
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Bauweise"

Ausgabe 2021-08
Diese Norm gilt für ingenieurbiologische Sicherungsbauweisen mit Saatgut, Pflanzen, lebenden Pflanzenteilen und nicht lebenden Stoffen.Sie gilt insbesondere für ingenieurbiologische Sicherungen gegen Erosion, Steinschlag und oberflächennahe Rutschung...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2008-08
Diese Norm legt die Anforderungen an die Leistungseigenschaften und Prüfverfahren für den Einbau von dünnen Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise als Produkt für die Instandsetzung von Straßen und anderen Verkehrsflächen (z. B. Fußwegen und Fahrradweg...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2005-08
Diese Norm legt ein Prüfverfahren zur Bestimmung der Eignung von Gesteinskörnungen und kationischen Emulsionen für Dünne Asphaltschichten in Kaltbauweise sowie, sofern angemessen, der Auswirkungen einzelner Zusätze fest. Sie gilt für Dünne Asphaltsch...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-05
Diese Norm legt ein Verfahren zur Probenahme von Mischgut für Dünne Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise während des Einbauprozesses fest.Diese Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 227 „Straßenbaustoffe“ erarbeitet, dessen Sekretariat von DIN (D...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-05
Diese Norm legt ein Verfahren zur Bestimmung der Konsistenz von Mischgut Dünner Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise fest.Diese Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 227 „Straßenbaustoffe“ erarbeitet, dessen Sekretariat von DIN (Deutschland) geha...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-05
Diese Norm legt ein Prüfverfahren für die Mischgutzusammensetzung für Dünne Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise fest, um die Festlegung der Mischgutzusammensetzung (Mischgutentwurf) zu unterstützen.Diese Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 227...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-05
Diese Norm legt Prüfverfahren zur Bestimmung der mittleren Einbaumasse in kg/m2 für Bitumenschlämmen und Dünne Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise fest.Diese Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 227 „Straßenbaustoffe“ erarbeitet, dessen Sekreta...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-05
Diese Norm legt ein Prüfverfahren zur Bestimmung der Mindestkohäsion einer Mischung für Bitumenschlämmen (einschl. Dünner Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise) fest, anhand dessen die Brechzeit und die Verkehrsfreigabezeit bestimmt werden können.Dies...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-05
Diese Norm legt das Verfahren der Probenvorbereitung sowie das Verfahren, mit dessen Hilfe den Proben vor Durchführung der Extraktion Wasser zu entziehen ist, fest.Diese Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 227 „Straßenbaustoffe“ erarbeitet, des...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2005-12
Diese Norm legt qualitative und quantitative Prüfverfahren zur augenscheinlichen Beurteilung von Fehlstellen von dünnen Asphaltschichten fest. Diese Norm gilt für alle dünnen Asphaltschichten (Straßen, Rollfelder und andere Flächen). Die Berichte übe...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18918 (2021-08)
In der Ingenieurbiologie werden Bauweisen unterschieden, bei denen die Stütz- und Sicherungswirkung erreicht wird durch Ansaaten, lebende Pflanzen, lebende Pflanzen und Pflanzenteile, nicht lebende Baustoffe und, Kombination aus lebenden und n...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18918 (2021-08)
7.5.5.1 AnwendungsgebietUferfaschinen und Lahnungen sind geeignet zum Schutz und zur Befestigung von Ufern an Bächen, Flüssen oder Seen.7.5.5.2 Wirkung, FunktionUferfaschinen und Lahnungen dienen dem dauerhaften Schutz von Uferböschungen.Uferfaschine...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18918 (2021-08)
7.5.1.1 AnwendungsgebietSchotterrasen ist geeignet für gelegentlich befahrene begrünte Flächen, nicht dauernd belegte Park- oder Lagerplätze, schwer zugängliche Wege, naturnah gestaltete Wege und, Wege in Hanganschnitten mit Staunässe oder Han...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18918 (2021-08)
7.5.10.1 AnwendungsgebietRöhrichtwalzen sind insbesondere geeignet zur Böschungsfußsicherung in stehenden bis langsam fließenden Gewässern mit geringen Wasserspiegelschwankungen, Wiederherstellung erodierter oder ausgekolkter Uferlinien, Neugestaltun...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18918 (2021-08)
7.5.7.1 AnwendungsgebietSicherung von Uferböschungen und Gewässersohlen vor Erosion durch geringe Beanspruchung infolge Wellenschlag und Strömung. Bei höherer Beanspruchung siehe DIN 19657.7.5.7.2 Wirkung, FunktionDurch die Steinschüttung wird die an...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18918 (2021-08)
7.5.9.1 AnwendungsgebietEinwandige Hangroste sind insbesondere geeignet zur flächenhaften Sanierung von Steilhängen, die nicht weiter abgeflacht werden können und wo eine leichte Bauweise erforderlich ist, , Sicherung von extrem steilen Böschu...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18918 (2021-08)
7.5.4.1 AnwendungsgebietHangfaschinen sind geeignet zur Sicherung der Vegetationstragschicht in Dämmen und Einschnitten und, Sicherung von Kies- und Schotterhängen. 7.5.4.2 Wirkung, FunktionHangfaschinen sichern Boden und Vegetationstragschich...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18918 (2021-08)
7.5.3.1 AnwendungsgebietSofortige flächige Sicherung von Böschungen mit einer Neigung bis 1:1,5 vor Erosion insbesondere an Ufern. Herstellung vor allem während der Vegetationsruhe.7.5.3.2 Wirkung, FunktionSofortige Böschungssicherung durch Astwerk. ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 4108 Beiblatt 2 (2019-06)
... ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 4108 Beiblatt 2 (2019-06)
... ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm

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STLB-Bau Ausschreibungstext:
Pflasterdecke, aus Pflastersteinen aus Beton, DIN EN 1338, ungebundene Bauweise, Tragschicht wird gesondert vergütet, Maße L/B 200/100 mm, Dicke 80 mm, max. Differenzen K, Witterungswiderstand B, Abriebwiderstand H, Kante abgeschrägt, Horizontal-/Ver...
Abrechnungseinheit: m2

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