Vorschriften / Gesetze

Bodenrichtwerte

Der Bodenrichtwert drückt den durchschnittlichen Wert nach der Lage eines Grundstücks innerhalb des Gebietes einer Gemeinde aus. Die Bestimmung erfolgt durch die Gutachterausschüsse der Gemeinden auf Grundlage der Auswertung von gezahlten Kaufpreisen für Grundstücke von einer ausreichenden Zahl geeigneter Kaufpreise. Zu berücksichtigen sind weiter
  • die Lagewerte des Bodens sowie
  • ein unterschiedlicher Entwicklungsstand.
Nach § 10 Abs. 2 in der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV vom 19.05.2010, in Kraft seit 01.07.2010) soll weiterhin ausgesagt werden über
  • die Bodengüte als Acker- oder Grünlandzahl bei landwirtschaftlich genutzten Flächen,
  • das Maß der baulichen Nutzung, der Grundstücksgröße, -tiefe oder -breite bei baureifen Land,
  • den Grundstückszustand bei förmlich festgelegten Sanierungsgebieten und Entwicklungsbereichen.
Bodenrichtwerte sind mit Bezug auf § 196 Baugesetzbuch vorrangig nach dem Vergleichswertverfahren nach § 15 ff. ImmoWertV zu ermitteln und zwar durch Hinzuziehung von möglichst vielen Vergleichspreisen. Liegen diese nicht in ausreichender Zahl vor, kann die Bestimmung auch in anderer geeigneter und nachvollziehbarer Weise erfolgen.
Die Bodenrichtwerte werden ausgedrückt in € je m² Grundstücksfläche. Zu verwalten sind die Richtwerte in automatisierter Form. Grundlagen liefern dafür amtliche Geobasisdaten. Die Angaben können in einer Karte sichtbar gemacht werden. Den Interessenten ist Einblick zu gewähren bzw. ein Erwerb zu ermöglichen. Die Bodenrichtwerte sind nutzergerecht und für die Öffentlichkeit bereitzustellen. Für den Immobilienmarkt sollten sie automatisiert in einem Informationssystem geführt werden.
Vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung wurde erstmals eine Richtlinie zur Ermittlung von Bodenrichtwerten (Bodenwertrichtlinie BRW-RL) erlassen. Sie ist seit 11. Februar 2011 in Kraft. Enthalten sind wichtige Empfehlungen und Herangehensweisen für die Bodenrichtwertermittlung, insbesondere für die örtlichen Gutachterausschüsse. Im Vordergrund steht das Ziel, in den einzelnen Bundesländern eine möglichst einheitliche und marktgerechte Anwendung und Umsetzung der Richtlinie zu erreichen.
Nach Tz. 3 der Bodenwertrichtlinie sind die Bodenrichtwerte mindestens zum 31. Dezember eines jeden Kalenderjahres flächendeckend zu ermitteln. Die Bundesländer können auch eine noch häufigere Ermittlung vorschreiben.
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