Bauphysik / EnEV

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Zum 1. Mai 2014 ist die letzte Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV) vom 24. Juli 2013 (BGBl.I, S. 1519), letzte Änderung vom 18.11.2013) in Kraft getreten. Anlass war die neu gefasste EU-Richlinie über die Gesamtnenergieeffizienz von Gebäuden. In Verbindung mit der geänderten EnEV erhält die energetische Qualität des Gebäudes beim Verkauf oder bei der Vermietung einer Wohnung oder eines Hauses eine höhere Bedeutung.
Die EnEV bringt zwei entscheidende Neuerungen:
  • In Immobilienanzeigen müssen bereits die wesentlichen energetischen Kennwerte angegeben werden.
  • Der Energieausweis muss zum Zeitpunkt der Besichtigung vorgelegt und spätestens nach dem Abschluss des Vertrages an den Käufer oder Mieter ausgehändigt werden.
Die EnEV regelt vor allem die gesetzlichen Anforderungen an baulichen Wärmeschutz und Anlagentechnik - und zwar mit dem Ziel, bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Daneben beinhaltet die neue EnEV Vorgaben, um Käufer und Mieter besser über die energetische Qualität des Gebäudes zu informieren. Künftig müssen bereits in den Immobilienanzeigen die Art des Energieausweises, die energetischen Kennwerte auf Basis der Endenergie, der Hauptenergieträger der Heizung sowie das Baujahr des Gebäudes angegeben werden.
Die Änderungen ab 1.Mai 2014 umfassen die folgenden wesentlichen Aspekte für das Bauen:
  • Angemessene und wirtschaftlich vertretbare Anhebungen der energetischen Anforderungen an Neubauten ab dem 1. Januar 2016 um durchschnittlich 25 Prozent des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs und um durchschnittlich 20 Prozent bei der Wärmedämmung der Gebäudehülle - dem sogenannten zulässigen Wärmedurchgangskoeffizienten. Die energetischen Anforderungen an Neubauten sind nunmehr strenger.
  • Ab 2021 müssen alle Neubauten im Niedrigstenergiegebäudestandard errichtet werden. Mit den angehobenen Neubauanforderungen wird ein wichtiger Zwischen-Schritt hin zum EU-Niedrigstenergiegebäudestandard realisiert. Die konkreten Vorgaben an die energetische Mindestqualität von Niedrigstenergiegebäuden werden rechtzeitig bis spätestens Ende 2016 für Behördengebäude bzw. bis Ende 2018 - für alle Neubauten - festgelegt.
  • Keine zusätzlichen Verschärfungen der heute geltenden Anforderungen bei Modernisierungen im Gebäudebestand, da das Energieeinsparpotenzial zu gering bleibt.
  • Einführung der Pflicht zur Übergabe des Energieausweises an den Käufer oder neuen Mieter und Verdeutlichung der bestehenden Pflicht zur Vorlage des Energieausweises gegenüber dem potenziellen Käufer oder Mieter bereits bei der Besichtigung.
  • Ausweitung der Aushangpflichten von Energieausweisen sowie Einführung eines unabhängigen Stichprobenkontrollsystems für Energieausweise und Berichte über die Inspektion von Klimaanlagen.
  • Einführung der Pflicht zur Angabe energetischer Kennwerte in Immobilienanzeigen, insbesondere bei Verkauf und Vermietung. Von der Pflicht zur Angabe der Effizienzklasse in Immobilienanzeigen sind allerdings nur neue Energieausweise für Wohngebäude betroffen, die nach dem Inkrafttreten der Neuregelung ausgestellt werden.
  • Erweiterung der Pflicht zum Austausch alter Heizkessel (Jahrgänge älter als 1985 bzw. älter als 30 Jahre, bisher Kessel älter als 1978). Nicht betroffen sind Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel, die einen besonders hohen Wirkungsgrad haben. Erfasst werden nur sogenannte Konstanttemperaturheizkessel. Der Anwendungsbereich der Pflicht ist also begrenzt. Von der Pflicht sind auch selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser ausgenommen. Hier gilt die bereits seit der EnEV 2002 bestehende Regelung fort, nach der Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die am 1. Februar 2002 in diesen Häusern mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben, von der Austauschpflicht ausgenommen sind.
Änderungen zur Energieeinsparverordnung waren in Verbindung mit der Unterbringung von Flüchtlingen erforderlich. Eine entsprechende Verordnung trat am 28. Oktober 2015 mit Befristung bis Ende 2018 in Kraft. In einem neu eingefügten § 25 a in der EnEV wurden Erleichterungen zu Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge in provisorisch errichteten Gebäuden sowie zur Umrüstung bestehender Gebäude getroffen. Beispielsweise wurde bestimmt, dass für die Errichtung von Containerbauten mit einer maximalen Standzeit von 5 Jahren eine Freistellung von den Vorgaben der EnEV gilt. Bei bestehenden Gebäuden als Flüchtlingsunterkünfte gibt es Erleichterungen bei den Dämmpflichten.
10.10.2016
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