Buchhaltung / Rechnungswesen

Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)

Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) umfassen Grundsätze sowohl für die Buchführung als auch für die Inventur sowie Aufstellung des Jahresabschlusses und für steuerliche Zwecke. Dem Grund nach gelten sie als ein unbestimmter Rechtsbegriff, der durch Rechtsnormen geprägt und von der Rechtsprechung ausgelegt wird und anzuwenden ist. Aufgabe der GoB ist es, sowohl die Unternehmer als auch die Gläubiger des Unternehmens vor falschen Informationen und Verlusten zu schützen.
Die GoB unterscheiden folgende formelle und materielle Grundsätze als Anforderungen an die Buchführung:
  1. formelle Grundsätze (Buchführungsform), abgeleitet für die Kaufleute aus den §§ 238 ff. Handelsgesetzbuch (HGB) und den §§ 145 bis 147 der Abgabenordnung (AO) :
    1. Grundsatz der formellen Richtigkeit:
      • keine Buchung ohne Beleg,
      • Buchungen in lebender Sprache (bei Abkürzungen u. a. Bedeutung festlegen),
      • unzulässig ist es, Konten auf falschen Namen zu führen,
      • Buchung muss ursprünglichen Inhalt erkennen lassen;
    2. Grundsatz der Zeitfolge (chronologischer Nachweis);
    3. Grundsatz der Klarheit und Nachprüfbarkeit.
  2. materielle Grundsätze (Ordnungsregeln nach § 239 Abs. 2 Handelsgesetzbuch (HGB) sowie §§ 145 und 146 Abs. 1 Abgabenordnung (AO)):
    1. Grundsatz der Vollständigkeit;
    2. Grundsatz der materiellen Richtigkeit (gemäß tatsächlichem Inhalt buchen);
    3. Grundsatz der periodengerechten Abgrenzung;
    4. Grundsatz der Zeitgerechtheit (zeitnahe Buchung, wobei tägliche Eintragungen nur noch für die Kassenführung gefordert werden).
Weiterhin sind die Anforderungen im BMF-Schreiben vom 14. November 2014 zu "Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD- veröffentlicht am 5. Dezember 2014 im Bundessteuerblatt -BStBl. I 2014 S. 1450) zu beachten, insbesondere in Verbindung mit Aufzeichnungen von Geschäftsvorfällen in elektronischer Form als sogenannte "GoBD" und den dafür eingesetzten DV-Systemen für Geschäftsvorfälle. Sicherzustellen ist auch den DV-Systemen die lückenlose und vollständige Erfassung aller Geschäftsvorfälle durch Kontrollen, beispielsweise durch Erfassungskontrollen, inhaltliche Plausibilitätskontrollen u. a. Ein und derselbe Geschäftsvorfall darf nicht mehrfach aufgezeichnet sein.
Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung müssen auch während der gesamten Dauer der Aufbewahrung von Unterlagen, Rechnungen u. a. nachweisbar erfüllt und erhalten bleiben. Gesichtspunkte der Wirtschaftlichkeit erlauben es nicht, ggf. Abstriche bei der Ordnungsmäßigkeit vorzusehen.
20.02.2016
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