Buchhaltung / Rechnungswesen

Kaufmännische Gutschrift

Bei der Rechnungslegung zu Leistungen und Lieferungen kann der Begriff "Gutschrift" unterschiedlich verstanden werden und ggf. zu Unstimmigkeiten führen, so beispielsweise im Sinne einer:
  • Gutschrift als Rechnungsangabe für durch den Bauherrn bzw. Auftraggeber abgerechnete Leistungen zur ausgeführten Leistung des Bauunternehmens im "Gutschriftverfahren" und einer "umsatzsteuerlichen" Gurtschrift oder
  • stornierten oder korrigierten und daraufhin geänderten Rechnung durch das leistende Bauunternehmen als "Kaufmännische" Gutschrift.
Der erste Fall leitet sich aus den §§ 14 und 14a im Umsatzsteuergesetz (UStG) für nach dem 29. Juni 2013 ausgeführte Leistungen mit der Vereinbarung der am Leistungsaustausch Beteiligten ab, dass der Leistungsempfänger über den Umsatz abrechnet und dies auf der Rechnung verpflichtend anzugeben hat.
Ist die Bezeichnung hinreichend eindeutig, ist ein Vorsteuerabzug beim Leistungsempfänger möglich. Dabei ist wichtig, dass die Gutschrift ordnungsgemäß erteilt wurde, keine Zweifel an deren inhaltlicher Richtigkeit bestehen und dem Inhalt nicht widersprochen wurde.
Eine stornierte oder korrigierte Rechnung - als Gegenstück einer "normalen" Rechnung - wird oft auch als Gutschrift bezeichnet, stellt aber als kaufmännische Gutschrift lediglich eine vorher nicht richtig ausgestellte Rechnung dar. Korrigiert wird die ursprüngliche Rechnung. Sie kann durch verschiedene Ursachen begründet zu berichtigen sein, so beispielsweise durch:
  • falsch berechnete Beträge infolge von Rechenfehlern,
  • Korrekturen zum Aufmaß der ausgeführten Bauleistungen,
  • Preisanpassungen und Preisminderungen,
  • Verweigerung einer vollen Zahlung durch den Bauherrn und ggf. Uneinbringlichkeit.
Erstellt wird eine neue Rechnung vom leistenden Bauunternehmen (Auftragnehmer) als Stornorechnung zu Bauleistungen verbunden meistens mit einem Minusbetrag als Gutschrift für den Leistungsempfänger. Sie muss - in der Regel als reduzierte Rechnung - ebenfalls alle wie die ursprüngliche Rechnung enthalten. Beim Empfänger erfolgt buchmäßig dann eine Verrechnung der vorherigen Rechnung mit der Stornorechnung.
Sind vom Bauunternehmen sowohl ausgeführte Leistungen (eigentliche Rechnung) als auch empfangene Leistungen (Gutschrift) in der Rechnungslegung zu berücksichtigen, dann sollte eine formale Saldierung bzw. Verrechnung der gegenseitigen Leistungen nicht vorgenommen und als nicht statthaft betrachtet werden.
Zur Vermeidung von Unklarheiten und ggf. inhaltlichen Verwechslungen sollte der Begriff Gutschrift nur in Verbindung mit Abrechnungen im Gutschriftverfahren, d. h. Abrechnung durch den Bauherrn, herangezogen werden. Für bloße Rechnungsberichtigungen wäre vom Bauunternehmen die Bezeichnung "Storno- Rechnung" oder "Korrekturrechnung" sinnvoller. Verwiesen sei in diesem Zusammenhang auch auf Tz. IV und VI im vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie - Bauen und Service - herausgegebenen "Merkblatt zur Rechnungserstellung und Rechnungskorrektur (Stand: September 2016)".
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Verwandte Fachbegriffe

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