Buchhaltung / Rechnungswesen

Rechnungsberichtigungen zu Bauleistungen

Wurde über die ausgeführten Bauleistungen (Werklieferungen und sonstige Leistungen in Verbindung mit einem Grundstück) vom Bauunternehmen Schlussrechnung gegenüber dem Bauherrn bzw. Auftraggeber gelegt, können danach zur ursprünglichen Rechnung Berichtigungen erforderlich sein. Ist auf der ursprünglichen Rechnung Umsatzsteuer ausgewiesen, so entsteht die Umsatzsteuer zunächst - unabhängig von einer notwendigen Korrektur oder von Einwänden des Auftraggebers - in voller Höhe.
Ist eine Rechnungsberichtigung erforderlich, so ist diese grundsätzlich vom Bauunternehmen als Rechnungsaussteller vorzunehmen. Für eine Rechnungsberichtigung können zunächst Gründe der Berechnung und Form maßgebend sein, so beispielsweise:
  • Rechenfehler mit Ausweis falscher Beträge in der Rechnung,
  • erforderliche Korrekturen zum Aufmaß abgerechneter Leistungspositionen infolge von Rechen-, Übertragungs- und Aufmaßfehlern, z. B. aufgrund unterschiedlich ausgelegter Aufmaßregeln.
Hierzu werden in der Regel Einwände des Auftraggebers nach Rechnungsprüfung vorgebracht und vom Bauunternehmen eine Rechnungskorrektur verlangt werden. Daraus leitet sich dann eine Stornorechnung zu Bauleistungen ab, für die gleiche Anforderungen wie für die vorherige Rechnung gelten und die unter diesem Begriff näher hinsichtlich der Verfahrensweise erläutert wird. Sie wird oft auch als " kaufmännische Gutschrift " bezeichnet, weil dem Auftraggeber als Leistungsempfänger meistens mit dem Storno der vorherige Rechnungsbetrag vermindert bzw. gutgeschrieben wird.
Der Auftraggeber kann eine ausgestellte Rechnung des Bauunternehmens auch wegen fehlender, gesetzlich vorgeschriebener Rechnungsangaben zu Bauleistungen mit Bezug auf §§ 14 und 14a im Umsatzsteuergesetz (UStG) sowie unzutreffender Angaben zurückweisen und eine neue, berichtigte Ausstellung fordern. Zu den angeführten Fällen muss nicht unbedingt eine komplett neue Rechnung ausgestellt werden. Es genügt im Grunde nur die Berichtigung durch ein "Dokument, das spezifisch und eindeutig auf die betreffende Rechnung bezogen ist". Anzugeben ist in diesem Dokument die fortlaufende Nummer der ursprünglichen Rechnung, wobei eine neue Rechnungsnummer nicht erforderlich ist. In diesem Zusammenhang sei auch auf die Aussagen unter Tz. VI im vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie - Bauen und Service - herausgegebenen "Merkblatt zur Rechnungserstellung und Rechnungskorrektur (Stand: September 2016)" verwiesen.
Eine Rechnungsberichtigung kann sich aus einer Preisanpassung ableiten, beispielsweise aus Preiskorrekturen, noch gewährten Nachlässen, vorgenommenen Preisminderungen u. a. War die Rechnung über die ausgeführten Bauleistungen dem Bauherrn als Rechnungsempfänger noch nicht zugegangen, so kann diese beim Bauunternehmen als Aussteller wieder storniert und die korrigierte Rechnung als richtig angesehen und überstellt werden.
Hat der Leistungsempfänger die Rechnung bereits erhalten, dann kann die Stornorechnung auch zusammen mit einer neuen Rechnung als Gutschrift übermittelt werden. Die geänderte Rechnung ist umsatzsteuerlich im Voranmeldezeitraum der Änderung zu berücksichtigen. Zur Vermeidung von Unklarheiten und ggf. inhaltlichen Verwechslungen sollte eine Rechnung mit der Bezeichnung "Gutschrift" aber nur in Verbindung mit einer Abrechnung nach Gutschriftverfahren, d. h. Abrechnung durch den Bauherrn, herangezogen werden.
Zu einer vom Bauunternehmen gestellten Schlussrechnung kann der Fall eintreten, das diese vom Auftraggeber nicht vollständig bezahlt oder die Zahlung dauerhaft verweigert wird. Handelt es sich dabei lediglich um den Betrag des Sicherungseinbehalts für Mängelansprüche, sofern dem Auftraggeber keine Bürgschaft als Sicherung übergeben wurde, dann erfordert dies keine Rechnungsberichtigung. Daraus mindert sich aber die Umsatzsteuerschuld für den Sicherungseinbehalt. Ist demgegenüber die restliche oder vollständige Zahlung nicht mehr "einbringlich", kann die Umsatzsteuerlast nach unten korrigiert werden.
02.06.2017
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