Buchhaltung / Rechnungswesen

Rechnungsangaben zu Bauleistungen

Welche Pflichtangaben eine Rechnung zu enthalten hat, wird in §§ 14 und 14a im Umsatzsteuergesetz (UStG) vorgeschrieben. Ergänzend hierzu sei auf Tz. II des vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie - Bauen und Services - herausgegebenen "Merkblatts zur Rechnungserstellung und Rechnungskorrektur (Stand: September 2016)" verwiesen.
Danach sind folgende Angaben für eine Rechnung über ausgeführte Bauleistungen unverzichtbar:
  • Rechnungslegung hat schriftlich zu erfolgen, d. h. auf Papier oder bei Vereinbarung in elektronischer Form der Übermittlung als elektronische Rechnung (eRechnung),
  • Bezeichnung der betreffenden Rechnungsart (Abschlagsrechnung oder Schlussrechnung bzw. Teilschlussrechnung),
  • Beschreibung der ausgeführten Leistung nach Art und Umfang der Leistung,
  • Name und Anschrift des leistenden Bauunternehmens, wobei unter dieser Anschrift auch die tatsächliche wirtschaftliche Aktivität des Leistenden ausgeübt werden muss (Grundlage: Urteil des Bundesfinanzhofes vom 22. Juli 2015- V R 23/14) und dies aufgrund der verwendeten Bezeichnungen auch eindeutig festzustellen wäre. Zu vermeiden ist die Angabe von Postfächern, Dienstleisteranschriften oder von Servicebüros für die Buchhaltung u. a. Dies soll besonders der Verwendung von "Schein- und Briefkastenfirmen" entgegen wirken,
  • Name und vollständige Anschrift des Auftraggebers bzw. Bauherrn oder Bestellers als Leistungsempfänger,
  • Entgelte für die Lieferungen und Leistungen als Nettobetrag, die darauf entfallende Umsatzsteuer nach geltendem Regelsteuersatz und der Bruttobetrag, soweit nicht Steuerschuldnerschaft für Bauleistungen des Leistungsempfängers nach § 13b UStG vorliegt,
  • Entgelte mit Ausweis des Nettobetrags und ohne Umsatzsteuer, wenn Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers als umgekehrte Steuerschuldnerschaft maßgebend ist,
  • Benennung des Bauvertrags und des Bauwerks bzw. der Bauleistungen einschließlich Aufführung der Nachträge mit Auftragsdaten,
  • aktuelles Ausstellungsdatum der Rechnung, wobei ein Zurück- und Vordatieren unzulässig ist,
  • eine fortlaufende Rechnungsnummer, wobei aus Praktikabilitätsgründen je Auftrag eine Nummer vergeben wird, verbunden mit einer zusätzlichen Stelle pro Abschlagsrechnung zum gleichen Bauvertrag bis hin zur Schlussrechnung oder mit einer oder mehreren Zahlungsreihen, wobei unabhängig von den Nummernkreisen eine Rechnungsnummer nur einmalig zu vergeben ist,
  • jede Preisminderung oder Rückerstattung, wenn sie nicht im Preis je Einheit enthalten ist,
  • Zeitraum der Leistungserbringung: in der Schlussrechnung ist dies der Zeitpunkt der Abnahme bzw. bei einer Teilschlussrechnung die Teilabnahme) als Übergabe des Bauwerks und zugleich der Zeitpunkt, zu dem nach der Soll-Besteuerung die Umsatzsteuer entsteht. Bei Abschlagsrechnungen kann kein Leistungszeitpunkt angegeben werden, aber die Zeitspanne zwischen letzter und vorletzter Abschlagsrechnung,
  • die vom Finanzamt erteilte Umsatz-Steuernummer oder die vom Bundeszentralamt für Steuern vorgegebene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Bauunternehmens,
  • die Steuernummer oder Steueridentifikationsnummer des Auftraggebers bzw. Kunden bei innergemeinschaftlichen Leistungen oder Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers nach § 13b UStG,
  • Bezeichnung einer Gutschrift als Rechnungsangabe, wenn die am Leistungsaustausch Beteiligten vereinbart haben, dass der Leistungsempfänger über die Leistungen bzw. den Umsatz abrechnet (in Kraft seit 30.6.2013 für Leistungen, die nach dem 29.6.2013 ausgeführt wurden),
  • Geldbeträge sind auf zwei Stellen nach dem Komma zu runden,
  • Hinweis auf der Rechnung an einen Verbraucher bzw. nichtunternehmerischen Empfänger der Bauleistung, dass dieser die Rechnung mindestens 2 Jahre aufzubewahren hat.
Liegt dem Bauvertrag die VOB zugrunde, braucht auf den Rechnungen eine Zahlungsfrist bzw. ein Fälligkeitsdatum nicht unbedingt vermerkt werden, weil dies durch die VOB bestimmt ist, wenn keine anderweitigen Festlegungen getroffen wurden. Zu empfehlen ist jedoch ein Hinweis auf den Rechnungen, dass für die Zahlung § 16 der VOB/B maßgebend ist.
31.05.2017
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