Bauberichterstattung / Statistik

Umsatz im Baugewerbe

Der Umsatz eines Betriebes umfasst insgesamt den:
  • sonstigen Umsatz (Umsatz aus sonstigen eigenen Erzeugnissen (z. B. Betonwaren), aus handwerklichen Dienstleistungen, aus Handelsware, aus nichtindustriellen/ nichthandwerklichen Leistungen und Lohnarbeiten für Dritte).
Als Umsatz gelten die dem Finanzamt zu meldenden steuerbaren (steuerpflichtigen und steuerfreien) Beträge für Bauleistungen, und zwar ohne Umsatzsteuer. Einzubeziehen sind auch die erhaltenen Vorauszahlungen vor Ausführung, Abschlagszahlungen und etwa getrennt in Rechnung gestellte Kosten für Transport u. a.
Abzusetzen sind die:
  • Preisnachlässe (Rabatte, Boni, Skonti),
  • Erträge, die nicht unmittelbar aus laufender Produktionstätigkeit resultieren wie Erlöse aus dem Verkauf von Gütern des Anlagevermögens,
  • Erzeugnisse und Leistungen, die für eigene Investitionen und Sachanlagen bestimmt sind bzw. selbst dafür hergestellt wurden.
Neben dem buchhalterischen Ausweis im betrieblichen Rechnungswesen ist der Umsatz (im Inland) in Betrieben des Bauhauptgewerbes (mit 20 und mehr Beschäftigten) monatlich im Formblatt " MBB - Monatsbericht Bauhauptgewerbe “ im Rahmen der Bauberichterstattung an das Statistische Landesamt zu melden. Neben dem Inlands-Umsatz insgesamt erfolgt weiterhin ein Ausweis nach Leistungssparten wie für Hochbau, Tiefbau, Wohnungsbau, Wirtschaftsbau, öffentlicher Bau insgesamt und u. a. zu Straßenbau und Sonstigen Tiefbau. Betriebe des Ausbaus und Bauträger berichten vierteljährlich gegenüber der Statistik.
Die Meldung zum Umsatz mit MBB ist auch von Normal-ARGEn als Form von Arbeitsgemeinschaften (Bau-ARGEn) vorzunehmen und folglich der Umsatz nicht mit in den Umsatz des an der ARGE beteiligten Unternehmens einzubeziehen. Dabei ist es zunächst unerheblich, ob die Normal-ARGE eigene, an die ARGE abgeordnete oder abgestellte Arbeitskräfte einsetzt.
Demgegenüber erfolgt für eine Los- bzw. Dach-ARGE keine gesonderte Bauberichterstattung. Die Umsätze der Dach-ARGEn werden in den Umsätzen der beteiligten Gesellschafter-Unternehmen ausgewiesen.
Vom Statistischen Bundesamt werden Aussagen zum Umsatz auch im Rahmen der Kostenstrukturerhebung im Baugewerbe jährlich detailliert zusammengestellt, zuletzt am 29. Juni 2019 für das Jahr 2017 unter Fachserie 4, Reihe 5.3 (Quelle: www.destatis.de).
Weitere differenzierte Aussagen werden vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) auf Grundlage der Monatsberichterstattungen nach Deutschland-West und -Ost, für Bundesländer, Regierungsbezirke und Kreise und Unternehmen aufbereitet und in der Baudatenbank „ ELVIRA “ bereitgestellt.
Die Umsätze der Bauunternehmen im Bauhauptgewerbe schwanken dem Umfang nach in den einzelnen Monaten des Jahres. Einfluss darauf nehmen saisonbedingte Umstände, resultierend insbesondere aus der jahreszeitlich unterschiedlichen Witterung. Im Winter herrschen bekanntlich schlechtere Wetterbedingungen für die Bauausführung, vor allem für den Tief- und Verkehrsbau. Die monatlichen Anteile des Umsatzes am Jahresumsatz charakterisieren den Verlauf der Bausaison, wobei die Anteile im Bauhauptgewerbe am geringsten in den Monaten Januar und Februar sowie meistens am höchsten in den Monaten Oktober und November sind.
Produktionsindex im Baugewerbe, Originalwerte, 2015 = 100
Produktionsindex im Baugewerbe, Originalwerte, 2015 = 100
Bild: © Statistisches Bundesamt (Destatis), 2020
Die Wertgröße „Umsatz“ kann auch mit anderen Kennzahlen ins Verhältnis gesetzt werden, so beispielsweise im Ausdruck der:
  • Umsatzquote im Verhältnis zur Anzahl der Beschäftigten oder produktiven Stunden und
  • Umsatzrendite über Aussagen zur Rentabilität.
Hierzu ist auch der Ausweis für das Baugewerbe insgesamt, für Leistungssparten sowie analog im Bauunternehmen für betriebswirtschaftliche Aussagen bis hin zu Baustellen und einzelnen Bauwerken bzw. Bauaufträgen möglich und zu empfehlen.
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