Investition/Finanzierung des Baubetriebs

Liquidität

Unter Liquidität versteht man die Fähigkeit und Bereitschaft eines Unternehmens, seinen bestehenden Zahlungsverpflichtungen termingemäß und betragsgenau nachkommen zu können.
Das Gegenteil wäre Illiquidität, d. h. Zahlungsunfähigkeit auf Grund des Mangels an Zahlungsmitteln.
Die Liquidität sollte stets in Verbindung mit der Rentabilität gesehen werden. Beide Kennzahlen sind wichtige Bestimmungsfaktoren im Bauprozess. Eine hohe Rentabilität muss nicht zwangsläufig einer guten Liquidität entsprechen oder umgekehrt. Beide können auch im Widerspruch zueinander stehen. Grundsätzlich sollte aber Liquidität vor Rentabilität gehen. Die Liquidität ist unabdingbare Voraussetzung für den Bestand des Bauunternehmens.
Eine optimale Liquidität entspricht einer ausreichenden Sicherheit, die jedoch infolge der Dynamik des Bauprozesses nur schwer zu erreichen ist.
Ein Bauunternehmen ist umso liquider, d. h. zahlungsbereiter
  • je umfangreicher flüssige Mittel vorhanden sind,
  • je höher der laufende Überschuss der Geldeinnahmen gegenüber den Geldausgaben ist,
  • je umfangreicher der Cash-flow (Geldrückfluss) ist,
  • je stärker und schneller Vorräte abgebaut werden können,
  • je kürzer Zahlungsziele der Debitoren möglich sind,
  • je länger Zahlungsziele bei Lieferanten und anderen Gläubigern erreicht werden können,
  • je umfangreicher der noch nicht voll in Anspruch genommene bzw. eingeräumte Kreditspielraum bei den Banken ist.
Die Liquidität wird bei kurzfristiger Betrachtung mit den Liquiditätsgraden 1 bis 3 und bei längerfristiger Aussage mit den Deckungsgraden A, B und C gemessen.
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Liquidität"

DIN-Norm
Ausgabe 2018-05
Diese Norm legt die Grundlagen zur Klassifizierung der Eigenschaften von Bodenmaterialien, die im Hinblick auf die bautechnische Eignung von Böden üblicherweise herangezogen werden, fest. Die Anwendung erfolgt zusammen mit DIN EN ISO 14688-1, die die...
- DIN-Norm im Originaltext -

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