Baukalkulation / Angebot / Nachträge

Preisuntergrenze

Bei der Erstellung eines Angebots ist der Freiraum nach unten begrenzt durch die sogenannte Preisuntergrenze. Sie ist eine für Preisentscheidungen sehr bedeutsame Größe. Der Bieter muss prüfen, bei welchem Betrag die Preisuntergrenze, auch als Grenzkosten für den Auftrag bezeichnet, liegt. Sie kann folgendermaßen bestimmt werden:
Preisuntergrenze = Angebotspreis (gemäß Vollkostenkalkulation) - Umlage (Deckungsbeitrag)
Die Preisuntergrenze stellt die Grenzkosten unter Verzicht auf die Deckung aller Fixkosten dar. Sie ist praktisch identisch mit dem Umfang der Einzelkosten und damit die absolute Untergrenze jeglicher Denkweise. Die Unternehmensleitung muss entscheiden, ob auf die Deckung aller Fixkosten (Baustellengemeinkosten und Allgemeine Geschäftskosten) oder nur auf eine teilweise Deckung bei dem betreffenden Auftrag verzichtet werden soll.
Einfluss darauf wird die Kenntnis der Wettbewerbssituation und der Marktpreise vergleichbarer Aufträge haben. Das ist aber vor Abgabe des Angebots oft nur schwierig einzuschätzen. Deshalb sollten zunächst stets die Vollkosten für jeden Auftrag kalkuliert und danach entschieden werden, in welcher Höhe auf die Deckung von Fixkosten verzichtet wird und zwar:
  • aufgrund der Einschätzung der Preissituation auf dem Baumarkt in den Leistungssparten, wie Tiefbau, Hochbau, Sanierung u. a.,
  • in Abhängigkeit der gegenwärtigen Beschäftigungssituation sowie dem Interesse z. B. an kurzfristigen Zusatzaufträgen,
  • in Abhängigkeit von Kompensationen durch höhere Erlöse bzw. Fixkostendeckungen bei anderen Aufträgen.
In Zeiten eines harten Wettbewerbs auf dem Baumarkt rückt das Denken, Rechnen und Kalkulieren mit Deckungsbeiträgen stärker in den Vordergrund. Vor allem bei zurückgehenden Auftragsbeständen wird die Deckungsbeitragsrechnung auch für die Angebotskalkulation und Marktanpassung der Angebotspreise herangezogen.
23.04.2016
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