Buchhaltung / Rechnungswesen

Rückwirkende Rechnungskorrektur

Rechnungen können aus verschiedenen Gründen vom Leistenden und Lieferer falsch ausgestellt worden sein. Erfolgte die Rechnungslegung durch ein Unternehmen zu Bauleistungen, so sei zu den Anforderungen zur Korrektur einer ursprünglich ausgestellten Rechnung besonders auf die Aussagen unter Stornorechnung zu Bauleistungen im Sinne einer "kaufmännische Gutschrift" und Rechnungsberichtigungen zu Bauleistungen verwiesen.
Zu beachten bleibt weiterhin, ob eine rückwirkende Rechnungskorrektur auch auf den ursprünglichen "Zeitpunkt der Rechnungsausstellung" zulässig ist, beispielsweise bei Rechnungen von Zulieferern und Nachunternehmern an das Bauunternehmen. Das wurde in einem Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 20. Oktober 2016 bejaht und ausgeführt, dass eine solche Korrektur bis zum Schluss der letzten mündlichen Verhandlung vor dem Finanzgericht erfolgen kann.
Voraussetzung für eine rückwirkende Berichtigung ist jedoch, dass die ursprünglich ausgestellte Rechnung auch den Mindestanforderungen zu den Rechnungsangaben mit Bezug auf §§ 14 und 14a im Umsatzsteuergesetz (UStG) entsprach. Wurde aber beispielsweise der Rechnungsempfänger - als absolute Mindestanforderung - in der ursprünglichen Rechnung nicht oder nicht eindeutig aufgeführt, dürfte eine rückwirkende Rechnungskorrektur auf den Zeitpunkt der Rechnungsausstellung nicht möglich sein nach dem Grundsatz: Ist die Ausgangsrechnung falsch, so ist sie nicht berichtigungsfähig.
Eine daraufhin ausgestellte korrigierte Rechnung stellt eine neue, praktisch erstmalige Rechnung dar. Zu dieser Rechnung des Lieferers kann - bei Vorliegen der Voraussetzungen - ein Vorsteuerabzug zur Umsatzsteuer geltend gemacht werden.
09.08.2017
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