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Biberschwanzziegel

Ein sehr traditioneller und im Osten und Süden Deutschlands weitverbreiteter Dachziegel ist der Biberschwanzziegel, der den Aufzeichnungen zufolge bereits im 14. Jahrhundert in Bayern hergestellt und verlegt wurde. Biberschwanzziegel werden, wie z. B. auch Hohlpfannen oder Strangfalzziegel im Strangverfahren hergestellt. Dabei werden die Ziegel aus einem endlosen Tonstrang gefertigt.
Der Biberschwanzziegel ist flach und an der Unterkante meist abgerundet. Es gibt ihn aber z. B. auch mit geschweiftem, geradem oder spitz zulaufendem Abschluss. Ihre Oberfläche kann verschieden ausgeführt werden. So gibt es ebene Biberschwanzziegel, gewellte, filigran strukturierte Biberschwanzziegel in unterschiedlichen Farben und Ausführungen in matt, seidenmatt und Hochglanz.
Biberschwanzziegel werden mit der sogenannten Nase, einem Vorsprung kurz vor der oberen Kante, in die Dachlattung eingehängt. Zudem werden sie oft mit zwei Schraublöchern am oberen Rand versehen, um sie so zusätzlich gegen Windsogwirkungen zu sichern.
Kronendeckung mit Biberschwanzziegeln
Kronendeckung mit Biberschwanzziegeln
Bild: © Kalle Kolodziej, fotolia.com
Um ein dichtes Dach zu erhalten, werden Biberschwanzziegel größtenteils in Kronendeckung oder Doppeldeckung verlegt. Bei beiden Deckungsarten entsteht eine nahezu doppelte Dachhaut. Während bei der Kronendeckung die untere Lagerschicht und die darüber liegende Deckschicht übereinander an einer Dachlatte eingehängt und in Längsrichtung um eine halbe Ziegel versetzt werden, wird bei der Doppeldeckung jede Lage auf einer eigenen Dachlatte verlegt und die jeweils unten liegende Ziegel um etwas mehr als die Hälfte von der darüber liegenden überdeckt. Auch hier werden die Ziegel um eine halbe Breite versetzt verlegt, um so die entstehenden Fugen komplett zu überlappen.
Neben diesen beiden Dachdeckungsarten mit Biberschanzziegeln gibt es noch die Einfachdeckung (halbe Doppeldeckung). Bei dieser sehr leichten und Material sparenden Verlegungsart wurden unter die Längsfugen, sogenannte Spließe - traditionell aus Holz - verlegt, die ein Eindringen von Regenwasser verhindern sollten. Wird heute die Einfachdeckung mit Biberschwanzziegeln angewandt, kommen meist Spließe aus Metall oder Kunststoff zum Einsatz.
05.10.2015
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Biberschwanzziegel"

DIN-Norm
Ausgabe 2013-08
Diese Norm legt Anforderungen an Dach- und Formziegel für Dachdeckungen geneigter Dächer sowie für Außen- und Innenwandbekleidungen fest. Dach- und Formziegel, die dieser Norm entsprechen, eignen sich für Dachdeckungen und für Außen- und Innenwandbek...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2002-06
Diese Norm legt charakteristische Werte der Wichten und der Flächenlasten von Baustoffen und Bauteilen, der Wichten von gewerblichen, industriellen und landwirtschaftlichen Lagerstoffen sowie der Böschungswinkel von Schüttgütern zur Ermittlung von Ei...
- DIN-Norm im Originaltext -

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Deckung der eingebundenen Kehlen mit Biberschwanzziegeln, 2 Ziegel breit, gleichhüftig, trocken verlegen, passend zur Deckung mit Dachziegeln, Anpassen der Deckung wird gesondert vergütet....
Abrechnungseinheit: m
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