Immobilienwirtschaft / Hausverwaltung

Wertermittlungsverordnung (ImmoWertV)

Die Wertermittlungsverordnung (WertV 88) – Ausgabe vom 01.08.1988, wurde durch die "Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Immobilienwertermittlungsverordnung – ImmoWertV)" vom 19.05.2010 (BGBl. I S. 639) ersetzt. Sie trat am 01.07.2010 in Kraft und ist anzuwenden für alle Grundstückswertermittlungen zur Bestimmung von Verkehrswerten von Grundstücken und zwar sowohl von amtlichen als auch privaten Stellen und Institutionen. Die ImmoWertV wird ergänzt durch die Wertermittlungsrichtlinien.
Neue stadtentwicklungs- und allgemeinpolitische Rahmenbedingungen sowie eine stärkere Kapitalmarktorientierung des Immobilienmarktes machten eine Neufassung als Fortentwicklung erforderlich. Die neue ImmoWertV systematisiert besser die Begrifflichkeiten und hebt stärker die allgemeinen Verfahrensgrundsätze der Verkehrswertermittlung im Verhältnis zu den einzelnen Wertermittlungsverfahren hervor. Insgesamt soll die ImmoWertV zur Rechts- und Verwaltungsvereinfachung beitragen.
Im Abschnitt 3 der ImmoWertV erfolgte eine inhaltliche Straffung zum Vergleichswertverfahren. Weiterhin wurde die Bodenwertermittlung in einer eigenen Vorschrift geregelt, die allen Wertermittlungsverfahren zugrunde zu legen ist.
Die Aussagen zum Ertragswertverfahren wurden um weitere Verfahrensvarianten erweitert. Berücksichtigung finden auch eine vereinfachtes Ertragswertverfahren sowie das sogenannte DCF-Verfahren (Discounted-Cash-Flow-Verfahren).
Die Wertermittlung des Verkehrswertes ist nach den Bestimmungen im Abschnitt 3 der ImmoWertV einem vorbestimmten Verfahren – entweder Ertragswertverfahren oder Sachwertverfahren sowie ggf. Vergleichswertverfahren – unter Berücksichtigung der Lage auf dem Grundstücksmarkt vorzunehmen. In der Anlage werden Ansätze für den Vervielfältiger als Kapitalisierungsfaktor ausgewiesen und zwar in Abhängigkeit von der Restnutzungsdauer und dem Liegenschaftszins.
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