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Pflaster

Gepflasterte Bodenbeläge finden sowohl im Außen- als auch im Innenbereich Verwendung. Außen kommen meist Pflastersteine aus Beton, Naturstein, Klinker oder Ziegel zum Einsatz. Im Innenbereich wird auch Holzpflaster eingesetzt. Die Pflastersteine unterscheiden sich neben dem Material in Format, Farbe, Haltbarkeit, Belastbarkeit, Tragfähigkeit und weiteren Funktionen.
Betonpflaster wird in unterschiedlichen Formaten und Formen eingesetzt, so gibt es u. a. Rechteck-, Dreieck-, Quadratsteine, Halbkreissteine, sogenannte Bischofsmützen oder Rechtecksteine mit Abrundungen in verschiedenen Größen. Durch die Vielfältigkeit ergeben sich sehr abwechslungsreiche Gestaltungsmöglichkeiten.
Betonpflaster verlegt im Läuferverband
Betonpflaster verlegt im Läuferverband
Bild: © f:data GmbH
Die Betonpflastersteine werden industriell gefertigt. Dabei wird die Mischung aus Zement Gesteinskörnung und Wasser in Formen gegossen und ausgehärtet. Besondere Oberflächen werden durch Einfärben oder auch durch das Beifügen von gebrochenem Naturstein erzeugt. Die Fertigung bietet die Möglichkeit verschiedenen Formen und Typen herzustellen, die über eine sehr hohe Maßhaltigkeit verfügen. Betonpflastersteine sind rutschhemmend und zudem günstig in der Herstellung.
Werden regelmäßig geformte Betonpflastersteine verwendet, kann deren Verlegung maschinell unterstützt erfolgen, was besonders bei der Herstellung großer Flächen vorteilhaft ist.
Typische Betonpflasterverbände mit rechteckigen Pflastersteinen sind der Läuferverband ½, Blockverband oder der Diagonalverband. Ein Verband, bei dem verschieden große, rechteckige und quadratische Betonpflastersteine verwendet werden, ist der römische Verband.
Sickerpflaster aus Beton
Sickerpflaster aus Beton
Bild: © fefufoto, Fotolia
Betonpflastersteine werden auch als Sicker- bzw. Ökopflaster angeboten und verfügen über spezielle Abstandhalter, die ein besonders breites Fugenbild ergeben und damit das Versickern von Oberflächenwasser ermöglichen. Zudem wird Betonsickerpflaster durch sogenannte Dränsteine umgesetzt, die aus haufwerkporigem Beton bestehen, wodurch das Oberflächenwasser durch die Poren im Material versickern kann.
Weitere typische Betonpflaster sind die Rasengittersteine, z. B. zur Befestigung und gleichzeitigen Begrünung von Stellflächen verwendet, oder auch Platten oder Betonziersteine mit besonders veredelten Oberflächen (z. B. durch Waschen, Schleifen oder Kugelstrahlen).
Soll ein Betonpflaster mit besonders hoher Tragfähigkeit gebaut werden, kommen Verbundsteinpflaster zum Einsatz. Die hohe Tragfähigkeit dieser Betonpflaster ergibt sich durch die Verbundwirkung in horizontaler und vertikaler Richtung. Typische Verbundsteine sind z. B. die Betonwabenverbundpflaster, Betonwellenverbundpflaster und Beton-Doppel-T-Verbundpflaster (Knochensteine).
Eine weitere Besonderheit bei Betonsteinpflaster ist die mögliche Herstellung mit oder ohne Fase. Ungefaste Steine werden z. B. oft auf Radwegen eingesetzt, was den Vorteil bringt, dass so der Fahrkomfort, durch den gesenkten Rollwiderstand, erhöht und gleichzeitig der Geräuschpegel (Reifen-Fahrbahn-Geräusch) minimiert werden kann.
Natursteinpflaster wird aus verschiedenen Steinarten gebrochen, u. a. aus Basalt, Granit, Porphyr, Sandstein, Marmor oder Grauwacke. Es werden drei klassische Naturpflastersteinformate unterschieden, Großsteinpflaster bzw. Kopfsteinpflaster (L = 12 - 22cm, B= 12 – 16 cm, T = 13 – 16 cm), das würfelförmige, Kleinsteinpflaster (Kantenlängen 8 – 10 cm) und das ebenfalls würfelförmige Mosaikpflaster (Würfelkantenlänge 4 – 6 cm) unterschieden. Bei der Verlegung sind die wasserdurchlässige Verlegung auf Sand oder Splitt und die wasserundurchlässige Verlegung in ein Mörtelbett möglich.
Natursteinpflaster
Natursteinpflaster
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Natursteinpflaster ist besonders abriebfest, frost- und tausalzbeständig sowie säureresistent. Durch die meist spaltraue Oberfläche ist es zudem rutschhemmend.
Als Verlegeverbände werden bei Natursteinpflaster u. a. der Reihenverband, Polygonalverband, Diagonalverband oder der Bogenverband ausgeführt. Sie unterscheiden sich durch Ausrichtung, Randeinfassung und Fugenverlauf.
Granitpflaster im Bogenverband verlegt
Granitpflaster im Bogenverband verlegt
Bild: © f:data GmbH
Pflasterklinker bilden einen besonders festen Pflasterbelag und finden Verwendung bei der Herstellung von Pflasterdecken für Straßen, Wege und Plätze.
Eine Mischung aus Ton oder Lehm mit Wasser wird über eine Strangpresse geführt und in einzelne Rohlinge geschnitten. Nach mehrtägigem Austrocknen erfolgt das Brennen bei 1200 °C bis zu 1300 °C bis zur Sinterung. Es entstehen Klinker, die aufgrund ihrer porenfreien Oberfläche kaum Wasser oder andere Flüssigkeiten aufnehmen und dadurch auch widerstandsfähig gegen Chemikalien sind. Sie sind frostfest und sehr maßhaltig. Aufgrund der hohen Dichte und der damit verbundenen Festigkeit halten sie auch mechanischen Beanspruchungen sehr gut stand.
Pflasterziegel werden ebenso aus tonhaltigem Lehm hergestellt, nur liegt die Brenntemperatur bei ihnen niedriger (ca. 1000 °C), sodass die Versinterung nicht einsetzt und ihre Oberfläche poröser und ihre Festigkeit nicht so hoch ist, wie die der Klinker.
Sowohl Pflasterklinker als auch Pflasterziegel werden in besonders langen Formaten als Riegelpflaster bezeichnet. Es gibt aber auch besonders kleine Formate, die als Mosaikziegel bzw. Mosaikklinker angeboten werden. Zudem sind viele spezielle Formen gebräuchlich, die sowohl zur Gestaltung von Rändern, Rundungen oder Mustern im Bodenbelag verwendet werden. Wie bei Betonpflaster auch werden u. a. Pflasterklinker und Pflasterziegel als Rechteck-, Dreieck-, Quadratsteine, als Halbkreissteine, Bischofsmützen oder Rechtecksteine mit Abrundungen hergestellt.
Aber auch Sickerklinker bzw. Sickerziegel, die z. B. Aussparungen an den Ecken besitzen und so beim Pflastern die Oberfläche der Fugen vergrößern und ein Versickern von Regenwasser, bei entsprechend wasserdurchlässiger Verlegung ermöglichen, werden angeboten.
Zudem werden Rasenlochklinker bzw. -ziegel gebrannt, die eine Befestigung der Fläche bei gleichzeitiger Begrünung erlauben. Neben den unterschiedlichen Formen bieten die Klinker- und Ziegelhersteller ihre Pflastersteine auch in mannigfachen Färbungen mit Nuancen zwischen gelben über rote bis braune oder auch violett bis bläulich an. Die Farbtöne ergeben sich je nach dem Eisen- oder Mangangehalt des verwendeten Tons oder Lehms, können aber auch durch andere Zusätze bewirkt werden.
Typisch Verlegeverbände für die oft länglichen Formate der Pflasterklinker und Pflasterziegel, sind neben Läuferverband, Blockverband und Diagonalverband auch der Fischgrät- und der Ellbogenverband.
Holzpflaster wird aus Hölzern wie Kiefer, Lärche, Tanne oder Eiche hergestellt und kommt heute meist nur noch in Gebäuden zum Einsatz. Zur Befestigung von Straßen, Wegen oder Plätzen ist Holzpflaster aufgrund des Quellverhaltens bei Feuchtigkeit nicht gut geeignet und wird daher höchstens bei der Befestigung von Gartenwegen verwendet.
Anders im Inneren von Gebäuden, wo die Luftfeuchtigkeit relativ konstant ist. Hier werden lt. Normung repräsentative Holzpflasterböden (für Versammlungsstätten und Verwaltungsgebäude), Holzpflasterböden für Werkstätten, die besonders widerstandsfähig, stoßdämpfend und elastisch sein müssen und Holzpflasterböden für den Gewerbe- und Industriebereich, die z. B. auch Staplerverkehr standhalten sollen, unterschieden.
Typisch für Holzpflaster ist, im Unterschied zum Parkett, dass die Jahresringe sichtbar (Hirnholz) sind. Das macht die Robustheit des Holzpflasters aus, da Holz senkrecht zur Faser um ein Vielfaches widerstandsfähiger ist. Beim Holzpflaster sind quadratische, runde aber auch rechteckige Formate möglich, die meist in Stärken von 2 bis 6 cm produziert werden.
Holzpflaster von rechteckigen oder quadratischen Formaten wird meist in Reihe verlegt.
17.12.2019
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Weitere Leistungen mit regionalen Baupreisen:
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Pflaster"

DIN-Norm
Ausgabe 2019-09
Diese Norm legt die allgemeinen technischen Vertragsbedingungen fest, die für die Ausführung von Pflasterdecken und Plattenbeläge in ungebundener Ausführung sowie Einfassungen bezüglich der Baustoffe, der Ausführung, der Haupt- und der Nebenleistunge...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2012-08
Diese Norm gilt für unbewehrte Pflastersteine aus haufwerksporigem Beton unter Verwendung mineralischer Bindemittel, die zur Herstellung von versickerungsfähigen Pflasterflächen für öffentliche und private Verkehrsflächen, wie Straßen, Wege, Plätze u...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2003-08
Diese Norm beschreibt die Materialien, Eigenschaften, Anforderungen und Prüfverfahren von Betonpflastersteinen und Ergänzungssteinen. Diese Norm gilt für Betonpflastersteine für Fußgängerbereich und befahrene Bereiche einschließlich beispielsweise Fu...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2013-03
Diese Norm beschreibt die Anforderungen an rechtwinklige Pflastersteine aus Naturstein mit den Oberflächenabmessungen zwischen 40 mm und 300 mm für Außenbereiche. Pflastersteine für Innenbereiche sind nicht Gegenstand der Norm.Für diese Norm ist das ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2015-10
Diese Norm legt die Anforderungen an aus Ton hergestellte Pflaster- und Ergänzungsziegel fest, die in ungebundener Verlegungsform verwendet werden, und für solche, die in gebundener Verlegungsform verwendet werden. Diese Norm gilt für rechtwinklige u...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2003-12
Diese Norm, die als so genannte "Restnorm" zu DIN EN 1344 veröffentlicht wird, enthält Anforderungen an die Wasseraufnahme und Scherbenrohdichte für Pflasterklinker. Die Prüfverfahren hierzu sind in DIN EN 1344 festgelegt. Die Anforderungen beziehen ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2017-06
Diese Norm gilt für Holzpflaster als Fußboden.Diese Norm wurde vom Arbeitsausschuss NA 042-01-17 AA „Fußböden und Treppen“ im DIN-Normenausschuss Holzwirtschaft und Möbel (NHM) erarbeitet....
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2019-09
Diese Norm legt die allgemeinen technischen Vertragsbedingungen fest, die für Parkett- und Holzpflasterarbeiten bezüglich der Baustoffe, der Ausführung, der Haupt- und der Nebenleistungen sowie der Abrechnung gelten.Diese Norm gilt für das Verlegen v...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2006-06
In dieser Norm sind die Ausführungen von Stahlrohren und -formstücken zum Bau und Betrieb von Wasser- und Abwasserleitungen unter rohrstatischen und betriebsbedingten Aspekten festgelegt. Die Norm ist insbesondere auf die Verwendung von Trink- und Ab...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 1973-09
Diese Norm gilt für Sicherungen von Gewässern, Deichen und Küstendünen....
- DIN-Norm im Originaltext -

STLB-Bau Ausschreibungstexte zu "Pflaster"

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Pflaster aus Flusskiesel, rund, Durchmesser 60 bis 120 mm, Fundament aus Beton mit einer Zusammensetzung C 12/15 DIN EN 206 und DIN 1045-2, Körnung 0/8, Dicke 10 cm, Fugen einschlämmen mit Mörtel, Steine vom AG beigestellt....
Abrechnungseinheit: m2
Weitere Leistungsbeschreibungen:
STLB-Bau Ausschreibungstexte
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Klinkerpflaster ist eine Deckschicht beim Bau von Straßen, Wegen und Plätzen und wird aus Pflasterklinkern verlegt. Dies kann in ungebundener, wasserdurchlässiger Bauweise in ein Splitt- oder Sandbett mit ebensolchen Fugen oder in gebundener Bauweise...
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Eine Pflasterdecke, deren Deckschicht aus meist industriell hergestellten Betonsteinen besteht, wird als Betonpflasterdecke bezeichnet. Nach Regelbauweise zum Pflastern werden die Betonsteine in ein Sand- oder Splittbett verlegt und mit dem gleichen ...
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Betonsteinpflaster ist ein Pflasterbelag aus Betonsteinen, welche verschiedene Formate und Formen, verbunden auch mit speziellen Eigenschaften, wie optimierte Verbundwirkung oder Versickerungsfähigkeit bewirken können.Übliche Formen für Pflasterstein...
Betonpflaster
Betonpflaster wird zum Herstellen gepflasterter Bodenbeläge im Außenbereich auf Straßen, Wegen und Plätzen eingesetzt. Grundlage für ein haltbares und ebenes bzw. mit leichtem Gefälle verlegtes Betonpflaster ist der stabile Unterbau, der nach dem Aus...
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