Umlageposition

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Umlageposition

Werden die Baustellengemeinkosten direkt ermittelt, erfolgt dies oft mittels einer Umlageposition. Umlagepositionen tragen keine Ordnungszahlen. Die für sie herangezogenen Kostensätze werden nicht noch mit Zuschlägen belastet.

Beispiel für eine Umlageposition:

Ordnungszahl
(Pos-Nr.) 

 
Einheitspreis
EUR 

 
1,000 St
STLB-Bau 10/2010 000 
....... 
 

Unterkunftscontainer aufstellen, vorhalten, räumen

Unterkunftscontainer, für Tagesunterkunft einschl. Wasch- und Toilettenraum, Grundfläche über 15 bis 30 m², Länge 6 m, Breite 2,5 m, aufstellen, vorhalten und räumen, Vorhaltedauer 4 Monate, Baustelleneinrichtung herstellen, anschließen und nach Abschluss der Vorhaltezeit wieder beseitigen, Warten und Betreiben werden gesondert vergütet, zusätzlich Anschluss für elektrische Beheizung, sanitäre Ausstattung mit Kalt- und Warmwasser für zwei Toiletten mit Handwaschtisch, für Damen und Herren getrennt.

 

 

Eine Umlageposition steht in der Regel in Verbindung mit den Kosten für die Baustelleneinrichtung (BE) als Kosten für das Einrichten, Vorhalten und Räumen der Baustelle. Diese Kosten können in die Kalkulation nach verschiedenen Möglichkeiten wie folgt einbezogen werden:

  • Gelten die Leistungen für die Baustelleneinrichtung als Nebenleistung nach VOB, Teil C DIN 18299, Tz. 4.1, so sind sie in einem Leistungsverzeichnis (LV) nicht ausgeschrieben und gehören auch ohne Erwähnung im LV zur vertraglichen Leistung. Dann sind diese Kosten als Bestandteil der Baustellengemeinkosten (BGK) zu kalkulieren. Das betrifft Teile der BE, z. B. nur das Vorhalten, gleichermaßen. In diesem Fall wird der Kostenumfang für die BE oft direkt bestimmt und in einer Umlagepostion zusammen gefasst. Solche Positionen tragen dann keine Ordnungszahlen. Die für sie herangezogenen Kostensätze werden nicht noch mit Zuschlägen belastet.
  • Wird die Baustelleneinrichtung – pauschal oder nach Teilleistungen für das Einrichten, Vorhalten, Räumen – dagegen in einem LV ausgeschrieben, stellt sie im Sinne VOB, Teil C, DIN 18299, Tz. 4.2 eine Besondere Leistung dar, die dann zum Bausoll als vertragliche Leistung gehört. In diesem Fall stellen diese Positionen Normalpositionen dar und werden als solche kalkuliert. Der Umfang der Baustellengemeinkosten ist dann um diesen Kostenumfang geringer bzw. kann im extremsten Fall gegen Null tendieren. Dann wären nur geringe bzw. keine Baustellengemeinkosten auf die Einzelkosten zu verteilen bzw. umzulegen.

Liegen Umlagepositionen vor, wird als Kalkulationsverfahren in der Regel die Endsummenkalkulation herangezogen.

Begriffs-Erläuterungen zu Umlageposition

Baustelleneinrichtung (BE) gilt mit Bezug auf die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen (ATV) in der VOB/C (DIN 18299, Abschnitt 4.1) dem Grunde nach als Nebenleistung , die auch ohne Erwähnung ...
Die Endsummenkalkulation ist ein zukunftsorientiertes Kalkulationsverfahren , da es die konkreten Bedingungen des Bauauftrags und der Bauausführung in die Baukalkulation einbezieht. Danach werden die...
Die Positionsarten bzw. -typen dienen der Kennzeichnung von Sonderpositionen in einem Leistungsverzeichnis (LV). Damit kann ein variables Angebot erstellt werden. Das kann besonders privaten Bauherr ...
Bei der Prüfung und Wertung von Angeboten durch den Auftraggeber sind die angebotenen Preise bezüglich ihrer "Angemessenheit" zu beurteilen. Bei öffentlichen Bauaufträgen darf durch den Auftraggeber ...

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