Baukalkulation / Angebot / Nachträge

Baustelleneinrichtung (BE)

Die Baustelleneinrichtung (BE) stellt eine zeitbedingte Produktionsstätte für die Ausführung der Bauleistungen dar. Sie umfasst die bautechnischen Einrichtungen einschließlich deren Standorteinordnungen in das verfügbare Baustellengelände unter Berücksichtigung der Bautechnologie und der Versorgungsbedingungen. Wichtige Randbedingungen für die Planung der Baustelleneinrichtung sind:
  • der Umfang der Baumaßnahme bzw. die Größe des Bauvorhabens,
  • die Art des Bauvorhabens nach den Bauleistungssparten Hochbau, Tiefbau, Verkehrsbau, Landschaftsbau u. a.,
  • das Baugelände, sowie örtliche Einflüsse wie Lage, Form, Böschungen, Erschließung u. a.,
  • Möglichkeiten für den Einsatz von großen Baumaschinen, z. B. Krane u. a.,
  • die Verkehranbindung der Baustelle einschließlich Zu- und Ausfahrt und Möglichkeiten für eine Baustraße,
  • die Versorgung mit Medien wie Wasser, Strom, Entwässerung u. a.,
  • nachbarliche Bebauung und angrenzende Objekte,
  • Länge der Bauzeit, ggf. über den Winter mit erforderlichen Winterbaumaßnahmen, Einhausungen u. a.
Zu empfehlen ist, vor dem Beginn der Planung und Kalkulation für die Baustelleneinrichtung eine Baustellenbegehung als Ortsbesichtigung vorzusehen. Die Kenntnis der Örtlichkeiten wird die Arbeitsvorbereitung qualifizieren, ggf. sind dafür in der Baupraxis vorliegende Checklisten zu verwenden. Welche Bestandteile einer Baustelleneinrichtung zuzuordnen sind und welche speziellen Anforderungen an die einzelnen Teile der Baustelleneinrichtung zu stellen sind, wird unter " Baustelleneinrichtungsplanung " näher ausgeführt.
Dabei muss sich die BE der Gesamttechnologie des Bauvorhabens unterordnen. Dafür sollte ein Baustelleneinrichtungsplan zu Baubeginn bzw. eigentlich in Vorbereitung auf die Angebotskalkulation erstellt werden. Heranzuziehen und inhaltlich zu sichten sind hierfür die Ausschreibungsunterlagen, insbesondere die Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnis (LV) bzw. das Leistungsprogramm. Sehr unterschiedlich kann die Baustelleneinrichtung im Leistungsverzeichnis beschrieben sein, so beispielsweise:
  • mit Normalpositionen pauschal oder detalliert nach Einrichten, Vorhalten und Räumen oder
  • ohne Erwähnung im Leistungsverzeichnis.
Die Kosten, die in Verbindung mit der BE anfallen, stellen Baustellengemeinkosten (BGK) dar. Der Sache nach und mit Bezug auf die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen in der DIN 18299 Abschnitt 4.1 in der VOB Teil C stellt die Baustelleneinrichtung eine "Nebenleistung" dar, die auch ohne Erwähnung im Vertrag zur vertraglichen Leistung gehört, folglich in einer Leistungsbeschreibung auch nicht besonders erwähnt werden muss. In der Baupraxis ist die Baustelleneinrichtung aber oft in einem Leistungsverzeichnis (LV) ausgeschrieben, in diesem Fall ist sie dann eine Normalposition im LV und als solche auch zu kalkulieren bzw. mit einem Einheitspreis zu versehen. Die verschiedenen Möglichkeiten zur Ausschreibung werden unter Baustelleneinrichtung im Leistungsverzeichnis beschrieben.
Ist vorgesehen, die BE mit Leistungspositionen im LV zu beschreiben, kann als Grundlage das " STLB-Bau - Dynamische BauDaten " herangezogen werden, speziell der Leistungsbereich "000- Sicherheitseinrichtungen, Baustelleneinrichtung". Sowohl eine Beschreibung mit pauschalen als auch detaillierten Positionen ist danach möglich.
Der inhaltliche Umfang sowie die dafür anfallenden Kosten für die Baustelleneinrichtung können durchaus im allgemeinen Hochbau ca. 5 - 8 % bzw. im Ingenieurbau ca. 6 bis 11 % von der Gesamtbauleistung umfassen, wenn auch die Vorhaltekosten für die Baumaschinen und Geräte über die Bauzeit mit einbezogen werden. Ohne Vorhaltekosten wäre ein Umfang von ca. 3 bis 6 % anzunehmen sowie bei Baumaßnahmen der Ausbaugewerke ca. 1 bis maximal 2 %. Der Umfang wird sich jedoch in dem Maße verringern bzw. gegen Null tendieren, wenn:
  • der betreffende Kostenanfall gesondert ausgeschriebenen Leistungspositionen direkt zuzuordnen ist,
  • Kostenanteile - insbesondere in kleineren Bauunternehmen und Bauhandwerksbetrieben - nicht gesondert als BGK, sondern unmittelbar in den AGK erfasst und dort ausgewiesen werden.
Anzuführen bliebe noch, dass die Kosten der BE als Teil der BGK Bestandteil des Deckungsbeitrags (DB) sind und sich daraus noch spezielle betriebswirtschaftliche Aussagen ableiten lassen. Innerhalb des Deckungsbeitrags können die Kosten für die BE anteilig durchaus ca. 13 bis 21 % ausmachen, wenn die Baustelleneinrichtung nicht gesondert ausgeschrieben ist.
Erfolgte die Ausschreibung der BE-Positionen als Normalpositionen, dann sind für diese Positionen auch Einheitspreise (EP) wie für jede andere Normalposition zu kalkulieren. Aktuelle Preise für Leistungen der BE können beispielsweise unter www.baupreislexikon.de abgerufen werden.
Im Fall der Ausschreibung der BE als Nebenleistung kann bei der Preisbildung die Verrechnung zu den Einheitspreisen über den Zuschlag für BGK erfolgen. Demgegenüber werden bei der Endsummenkalkulation die Kosten der BE zunächst direkt ermittelt und danach über Umlagen den Einheitspreisen der Leistungspositionen zugerechnet. Bezüglich weiterer Aussagen wird zur " Kalkulation der Baustelleneinrichtung " verwiesen.
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetztes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

STLB-Bau Ausschreibungstexte zu "Baustelleneinrichtung (BE)"

Aktuelle, VOB-konforme und herstellerneutrale Ausschreibungstexte direkt für Ihre Ausschreibung oder Angebotserstellung.

Beispiel
Wäschewasch- und Trockenraum mit Heizung, Be- und Entlüftung, einschl. der erforderlichen Installationen, Abluftleitung der Wäschetrockner ins Freie und Verbindungsleitungen für das Abwasser der Waschmaschinen zum Behälter der niedrigkontaminierten A...
Abrechnungseinheit: St
Weitere Leistungsbeschreibungen:
STLB-Bau Ausschreibungstexte
Mehr als eine Million Bauleistungen aus 77 Gewerken finden Sie auf

Verwandte Fachbegriffe

Baustelleneinrichtung im Leistungsverzeichnis
Die Baustelleneinrichtung (BE) gilt mit Bezug auf die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen (ATV) in der VOB/C (DIN 18299, Abschnitt 4.1) dem Grunde nach als Nebenleistung, die auch ohne Erwähnung im Leistungsverzeichnis (LV) zur vertraglichen ...
Inhalte der Baustelleneinrichtung
Als zeitbedingte Produktionsstätte muss sich die Baustelleneinrichtung (BE) den Standort-, Rand-, Versorgungs- sowie technologischen Bedingungen der künftigen Baustelle unterordnen. Nach dem Inhalt umfasst die Baustelleneinrichtung folgende Teile: An...
Ausschreibung der Baustelleneinrichtung
Mit Bezug auf DIN 18299 - Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art - Ausgabe September 2016 (Abschnitt 4.1.) - in der VOB/C gelten: das Einrichten und Räumen einer Baustelle einschließlich der Geräte und dergleichen (Tz. 4.1.1.) und das Vorha...
Kalkulation der Baustelleneinrichtung
Für die Kalkulation der Baustelleneinrichtung (BE) ist zunächst wichtig zu wissen, ob und in welchem Umfang die Baustelleneinrichtung im Leistungsverzeichnis (LV) ausgeschrieben ist. Möglich ist die Beschreibung von Leistungspositionen für die BE ode...
Vorhalten der Baustelleneinrichtung
Die Ausführung von Bauleistungen ist an einen Ort gebunden und erfordert dazu eine Baustelleneinrichtung (BE). Zu ihr rechnen neben dem Einrichten und Räumen vor allem das Vorhalten der BE. Vorzuhalten sind beispielsweise: die für die Bauausführung ...
Betriebskosten der BE
Im Rahmen der Baustelleneinrichtung (BE) für ein Bauvorhaben können beispielsweise als Betriebskosten anfallen: Vorhaltekosten für den Einsatz von Baumaschinen als Bereitstellungsgeräte, die den Einheitspreisen (EP) für die Positionen im Leistungsve...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere