Jahresabschluss / HGB

Anlagevermögen

Zum Anlagevermögen gehören alle Vermögensgegenstände, die bestimmt sind, dauernd dem Unternehmen zu dienen, also die Grundstücke, Baumaschinen und Geräte u. a. Ist ihre Nutzung, wie bei Baumaschinen, zeitlich begrenzt, spricht man von abnutzbaren Anlagegütern. Werden sie von Fremden angeschafft, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten. Selbst hergestellte Anlagegüter werden dagegen zu Herstellungskosten bewertet.
Das Anlagevermögen wird in der handelsrechtlichen Bilanz eines Bauunternehmens auf der Aktivseite ausgewiesen und zwar mit folgender Gliederung
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
  1. selbst geschaffene Schutzrechte,
  2. entgeltlich erworbene Konzessionen sowie Lizenzen,
  3. Geschäfts- und Firmenwert,
  4. geleistete Anzahlungen
II. Sachanlagen
  1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte,
  2. technische Anlagen und Maschinen,
  3. Betriebs- und Geschäftsausstattung,
  4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
III. Finanzanlagen
  1. Anteile an verbundenen Unternehmen,
  2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen,
  3. Beteiligungen,
  4. Wertpapiere des Anlagevermögens.
Das Anlagevermögen dient dem Betriebszweck. Im Rahmen der Anlagenwirtschaft ist die Erhaltung, Instanhaltung und Instandsetzung sowie die Ersatzbeschaffung zu sichern. Die Finanzierung des Anlagevermögens sollte vorrangig mit langfristig dem Unternehmen zur Verfügung stehendem Eigenkapital oder langfristigem Fremdkapital erfolgen.
Das Anlagevermögen kann weiterhin unterschieden werden hinsichtlich
  • der Bewertung nach abnutzbarem und nicht abnutzbarem Anlagevermögen sowie
  • der Ortsbindung nach beweglichem und unbeweglichem Anlagevermögen.
Beispielsweise sind Baumaschinen und Geräte abnutzbare Sachanlagen, für die steuerrechtlich die Wertminderung als bilanzielle Abschreibung vorzunehmen ist, d. h. die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sukzessive über Jahre in die Betriebsausgaben übernommen werden.
Abzugrenzen sind nach der zeitlichen Übernahme in die Ausgaben die GWG - geringwertige Wirtschaftsgüter vom bilanziellen Anlagevermögen. Die GWG können:
  • mit Anschaffungskosten bis 800 € (ohne Umsatzsteuer, soweit diese als Vorsteuer abziehbar ist) bei Anschaffung bzw. Herstellung ab 1. Januar 2018 im Jahre der Anschaffung in vollem Umfang abgeschrieben werden,
  • bei Anschaffungen bis 31. Dezember 2017 bei Anschaffungskosten bis 410 € voll als Betriebsausgabe abgesetzt werden.
Oft ist auch anzunehmen, dass die Güter auch im Anschaffungsjahr verbraucht werden.
Demgegenüber sind die Grundstücke nicht abzuschreiben. Sie zählen – wie auch die Gebäude und baulichen Anlagen – zum unbeweglichen Anlagevermögen.
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetztes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Verwandte Fachbegriffe

Unbewegliches Anlagevermögen
Das Anlagevermögen umfasst alle Vermögensgegenstände, die bestimmt sind, dauernd dem Unternehmen zu dienen. Es wird in der handelsrechtlichen Bilanz eines Bauunternehmens zum Jahresabschluss auf der Aktivseite ausgewiesen.Zum unbeweglichen Anlageverm...
Bewertung von Gebäuden im Anlagevermögen
Die Anlagegüter und folglich auch Gebäude sind zu Anschaffungskosten oder Herstellungskosten zu bewerten und in der Objektbuchhaltung zu aktivieren.Zu den Anschaffungskosten bei Gebäuden gehören die in der Beispiel- Berechnung angeführten Aussagen un...
Abschreibungsverfahren
Bei der Abschreibung werden folgende Verfahren für die Verteilung der Wertminderung unterschieden:A. Lineare Abschreibung ... ... ... Nach der linearen Abschreibung errechnen sich für die einzelnen Perioden (Jahre, Monate) stets gleich hohe Abschre...
Bauzeitzinsen
Als Bauzeitzinsen gelten Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen wie Provisionen, die für die Zeit der Herstellung eines Bauvorhabens beim Auftraggeber (AG) anfallen. Sie werden als Bestandteil innerhalb der Baukosten nach DIN 276 - Kosten im Bauwesen (...
Geometrisch-degressive Abschreibung
Die geometrisch-degressive Abschreibung ist ein spezielles Abschreibungsverfahren der bilanziellen Abschreibung. Sie weist am Anfang relativ hohe und dann von Jahr zu Jahr sinkende Abschreibungsbeträge auf. Neben der geometrisch-degressiven Abschreib...
Investitionsabzugsbetrag für Baugeräte
Die bis 2007 möglich gewesene Anwendung der Ansparabschreibung wurde mit Verbesserungen als Investitionsabzugsbetrag nach dem 17. August 2007 (Tag der Gesetzesveröffentlichung) neu im § 7g Einkommensteuergesetz (EStG) in der Fassung bis 31. Deze...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere