Personalwirtschaft / Arbeitsrecht

Doppelte Haushaltsführung

Von einer doppelten Haushaltsführung wird nach § 9 Absatz 1 Nummer 4a Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) gesprochen, wenn der Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen am Ort seiner ersten Tätigkeitsstätte wohnt und auch an einem anderen Ort einen eigenen Hausstand unterhält.
Der Arbeitnehmer hat dann einen eigenen Hausstand außerhalb seiner ersten Tätigkeitsstätte, wenn er eine Wohnung innehat und sich auch an den laufenden Kosten der Haushaltsführung finanziell beteiligt. Der Arbeitnehmer muss aber darlegen, dass er sich an den Kosten der Lebensführung finanziell beteiligt. Die Finanzverwaltung geht jedoch von einer finanziellen Beteiligung aus, wenn sich der Arbeitnehmer an mehr als 10 Prozent der monatlich regelmäßig anfallenden Kosten (beispielsweise für Miete, Mietnebenkosten, Lebensmittel o. ä.) beteiligt.
Das Reiserecht wurde ab 2014 nach dem "Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts (BGBl. I 2013, S. 285)" neu geregelt und nachfolgend aktualisiert. Danach erfolgte auch eine neue Definition zum Begriff "erste Tätigkeitsstätte". Für die speziell in Bauunternehmen zu berücksichtigenden Anforderungen wurde vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) ein "Merkblatt zum steuerlichen Reisekostenrecht (Stand April 2018)" aktualisiert vorgelegt. Es liefert einen Überblick zu den gesetzlichen Veränderungen ab 2014 und verdeutlicht mit Beispielen die tarifvertragliche und steuerliche Beurteilung von Reisekosten der Arbeitnehmer in der Bauindustrie, speziell zur doppelten Haushaltsführung im Abschnitt V.2.
Im Rahmen der doppelten Haushaltsführung kann der Arbeitnehmer die tatsächlichen Aufwendungen bis höchstens von 1.000 € monatlich steuerlich als Werbungskosten nach § 9 Abs. 1 im EStG geltend machen. Dabei kommt es nicht auf die Angemessenheit der Unterkunftskosten an. Vom Bauunternehmen als Arbeitgeber können dem Arbeitnehmer auch die Aufwendungen für die Wohnung im Inland ohne Einzelnachweis mit einem Pauschbetrag von maximal 20,00 € je Übernachtung für die ersten 3 Monate, danach von 5,00 € je Übernachtung steuerfrei erstattet werden.
02.03.2019
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