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Auswärtstätigkeit am Bau

Wird ein Arbeitnehmer als gewerblicher Arbeitnehmer, Angestellter oder Polier eines Bauunternehmens in der vereinbarten, betrieblichen Arbeitszeit aus beruflichen Gründen außerhalb seiner regelmäßigen Arbeits- bzw. Betriebsstätte sowie nicht in seiner Wohnung tätig, dann liegt eine Auswärtstätigkeit vor. Sie gilt ebenfalls in Fällen, wenn der Arbeitnehmer entsprechend seiner speziellen Tätigkeit nur an ständig wechselnden Tätigkeitsstätten wie beispielsweise auf Baustellen arbeiten kann. Diese Zeitdauer gilt als Arbeitszeit.
Seit 2014 ist ein überarbeitetes Reisekostenrecht auf Grundlage des "Gesetzes zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts (BGBl. I 2013, S. 285)" maßgebend. Mit den Regelungen wurde zugleich der Begriff "Arbeitsstätte" durch eine " erste Tätigkeitsstätte " ersetzt bzw. neu definiert. Weitere Präzisierungen erfolgten mit Wirkung ab 1. Januar 2015, ausgeführt im BMF-Einführungsschreiben vom 24. Oktober 2014 mit zahlreichen Beispielen und Erläuterungen.
Die im Baugewerbe zu beachtenden Veränderungen wurden vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) in einem "Merkblatt zum steuerlichen Reisekostenrecht (Stand April 2018)" aktualisiert zusammengestellt. Das Merkblatt gibt einen Überblick zu den gesetzlichen Regelungen und verdeutlicht mit Beispielen die tarifvertragliche und steuerliche Beurteilung von Aufwendungen in Verbindung zu den Reisekosten der Arbeitnehmer.
Im Rahmen einer Auswärtstätigkeit werden die anfallenden Aufwendungen dem Arbeitnehmer als Verpflegungsmehraufwendungen erstattet, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Als Aufwendungen können in der Regel anfallen:
Ob die Höhe der Unterkunfts- bzw. Übernachtungskosten bei Auswärtstätigkeiten angemessen sind, wird grundsätzlich nicht geprüft.
Von längerfristigen Auswärtstätigkeiten wird gesprochen, wenn sie 48 Monate überschreiten. Dann ist jedoch die Höhe der anzusetzenden Unterkunftskosten auf 1.000 Euro monatlich beschränkt. Damit kann der Arbeitgeber bei derselben auswärtigen Tätigkeitsstätte nach Ablauf von 48 Monaten nur noch maximal 1.000 Euro der tatsächlichen Unterkunftskosten steuerfrei erstatten, auch wenn die tatsächlichen Aufwendungen höher sind.
Die 48-Monatsfrist beginnt jedoch nur zu laufen, wenn der Arbeitnehmer mindestens an drei Tagen wöchentlich an derselben Tätigkeitsstätte tätig ist. Eine Unterbrechung der Tätigkeit an dieser Tätigkeitsstätte von mindestens sechs Monaten führt zu einem Neubeginn der 48-Monatsfrist. Bei der Berechnung der 48-Monatsfrist gelten die Grundsätze zur Dreimonatsfrist.
Erfolgt die Auswärtsbeschäftigung auf Baustellen sowie Abordnung an Arbeitsgemeinschaften (ARGEn), so richtet sich die Erstattung von Aufwendungen nach den tariflichen Regelungen, so für die gewerblichen Arbeitnehmer nach §§ 7 und 9 des Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe) sowie für die Poliere und Angestellten nach §§ 7 und 8 des Rahmentarifvertrags für die Poliere und Angestellten des Baugewerbes (RTV-Angestellte).
Besondere Erstattungen gelten bei Auswärtstätigkeit im Ausland zu:
Maßgebend hierfür ist das BMF-Schreiben vom 28. November 2018 über die "Steuerliche Behandlung von Reisekosten und Reisevergütungen bei betrieblich und beruflich veranlassten Auslandsreisen ab 1. Januar 2019", das unterschiedlich hohe Erstattungen mit Pauschbeträgen differenziert nach Ländern aktualisiert ab 1. Januar 2019 vorsieht. Sind Staaten in der Liste nicht erfasst, sind die Pauschbeträge für Luxemburg und bei Übersee- und Außengebieten eines Staates die Sätze für das Mutterland anzusetzen. Maßgebend ist weiterhin der letzte Tätigkeitsort im Ausland, wenn die Reise ins Ausland nur einen Tag dauert und die Rückreise aus dem Ausland in das Inland erfolgt. Bei Flugreisen ist das Land heranzuziehen, in dem das Flugzeug landet. Bei Schiffsreisen gilt der für Luxemburg bestimmte Pauschbetrag sowie für die Tage der Ein- und Ausschiffung die Pauschbeträge der Staaten der Hafenorte.
Bis 2007 wurde Auswärtstätigkeit noch differenziert nach Dienstreise, Dienstgang und nach Einsatzwechseltätigkeit und Fahrtätigkeit. Mit der Neufassung der Lohnsteuer-Richtlinien ab 2008 wurden die Unterschiede aufgehoben und neu unter dem Begriff einer „beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit“ zusammengefasst.
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