Baurecht / BGB

Fahrlässigkeit

Nach § 276 Abs. 2 BGB handelt fahrlässig, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt. Insofern ist sie eine Form der Verschuldung, wobei ein objektiver Maßstab gilt, der die Einsicht des Schuldners nicht berücksichtigt.
Unterschieden wird die Fahrlässigkeit
  • einerseits nach bewusster und unbewusster Fahrlässigkeit sowie
  • zum anderen nach dem Grad in grobe, mittlere und leichte Fahrlässigkeit.
Bei der bewussten Fahrlässigkeit vertraute der Schuldner darauf, dass der Schaden nicht eintritt, obgleich er damit rechnete. Hat dagegen der Schuldner den Eintritt des Schadens nicht erkannt, obwohl er hätte durch seine erforderliche Sorgfalt ihn voraussehen müssen, dann liegt unbewusste Fahrlässigkeit vor.
Grobe Fahrlässigkeit ergibt sich aus § 277 BGB. Sie liegt allgemein dann vor, wenn vom Schuldner die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt wird und er sich über sein schädigendes Verhalten bewusst war. Wer für konkrete Fahrlässigkeit haftet, muss immer für grobe Fahrlässigkeit einstehen.
Liegt nur mittel schwere Schuld oder nur geringe Schuld vor, dann wird von mittlerer bzw. leichter Fahrlässigkeit gesprochen.
In der Baupraxis ist Fahrlässigkeit beispielsweise in Verbindung zu sehen mit
  • Schadenersatzregelungen und -forderungen nach leichter oder grober Fahrlässigkeit eines Vertragspartners bei Mängeln nach § 13 VOB/B, bei Behinderungen und Unterbrechungen der Bauausführung nach § 6 VOB/B u. a.,
  • der Haftung des Arbeitnehmers im Unternehmen für Schäden bei gefahr- und schadensgeneigter Arbeit entsprechend des Grades der Fahrlässigkeit,
  • dem Herbeiführen eines Versicherungsfalls zur Bau-, Betriebshaftpflicht-, Bauleistungs- und Baugeräteversicherung.
Neben der Fahrlässigkeit stellt auch der Vorsatz eine Verschuldungsform dar.
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetztes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Verwandte Fachbegriffe

Haftung
Die allgemeine Haftung umfasst grundsätzlich die Haftung für eigenes Verschulden, was in der Folge die Übernahme von Ersatz eines eingetretenen Schadens und/oder das Eingestehen einer daraus resultierenden Verbindlichkeit bedeutet.Die Haftung bezieht...
Aufbewahrung von Bauvertragsunterlagen
Für Ansprüche der Vertragspartner aus einem Bauvertrag besteht eine regelmäßige Verjährungsfrist von 3 Jahren nach § 195 BGB. In Verbindung damit haftet der Bauunternehmer bei arglistig verschwiegenen Mängeln nach § 634a Abs. 3 BGB nur 3 Jahre a...
Entgangener Gewinn
Nach § 252 BGB gilt ein Gewinn als entgangen, welcher nach dem gewöhnlichen Verlauf der Dinge mit Wahrscheinlichkeit erwarten werden konnte. Ist ein Schaden zu ersetzen, so umfasst er auch den entgangenen Gewinn. Bei Bauleistungen nach einem VOB-Vert...
Pflichten des Arbeitnehmers
Dem Arbeitnehmer obliegen in einem Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber folgende Pflichten: die Arbeits- und Leistungspflicht: persönliche Arbeitsleistung, Befolgung des Weisungsrechts des Arbeitgebers, Einhaltung der Arbeitszeit und Mehrarbeit na...
Vorsatz
Vorsatz ist neben der Fahrlässigkeit ebenfalls eine Verschuldensform, deren Tatbestand sich nach § 276 BGB richtet. Vorsätzlich handelt, wer wissentlich, d. h. bewusst einen Tatbestand verwirklicht bzw. eine Handlung unterlässt.Unterschieden wird bei...
Haftung der ARGE-Gesellschafter
In einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) erklären die beteiligten Gesellschafter grundsätzlich das Ziel der gemeinsamen Zweckerreichung, die damit verbundene gegenseitige Unterstützung und die Haftungsregelung für das Innenverhältnis dahingehend, dass sic...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere