Verbundestrich ist keine eigene Estrichart, sondern beschreibt die Art des Einbaus. Er ist direkt mit dem Untergrund verbunden, besonders stabil, aber nicht wärme- oder schalldämmend.
Was ist Verbundestrich?
Verbundestrich ist eine Konstruktionsform des Estrichs, also die Art des Einbaus – wie auch schwimmender Estrich oder Estrich auf Trennschicht. Ein Verbundestrich kann aus unterschiedlichen Estricharten hergestellt werden, die sich nach dem verwendeten Bindemittel unterscheiden, zum Beispiel:
Bei dieser Bauweise wird der Estrich vollflächig und fest mit dem tragenden Untergrund (meist Beton) verbunden. Verbundestrich kann mit Bodenbelag (zum Beispiel Fliesen oder Laminat) oder ohne Bodenbelag (in der Regel mit einer Oberflächenversiegelung) verwendet werden. Er wird dann auch als Nutz- oder Sichtestrich bezeichnet. 
Verbundestrich wird direkt mit der Bodenplatte verbunden, während Estrich mit der Trennschicht durch eine Folie vom Untergrund getrennt ist.
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Eigenschaften von Verbundestrich
Durch die vollflächige und feste Verbindung von Estrich und Untergrund entstehen besondere Eigenschaften für den Boden, unter anderem:
Mechanisch belastbar
Schon bei einer dünnen Estrichschicht sind Verbundestriche mechanisch belastbar und eignen sich zum Beispiel für Bereiche, in denen schwerer Maschinenverkehr stattfindet.
Schallübertragend
Beim Verbundestrich ist in der Regel keine Trittschalldämmung vorhanden, daher überträgt der Boden Schall.
Geringe Wärmedämmung
Verbundestrich erlaubt keine wärmedämmende Zwischenschicht. Wärme aus dem Raum kann ungehindert in den Boden abfließen.
Randstabil Verbundestrich ist durch die vollflächige Verbindung zum tragenden Untergrund randstabil. Da, wo er an andere Bauteile oder Wände angrenzt, wölbt er sich nicht nach oben, da keine Spannungen durch zum Beispiel Bewegungsfugen entstehen.
Anwendung von Verbundestrich
Verbundestriche werden verwendet, wenn hohe mechanische Belastungen aufgenommen werden müssen und keine besonderen Anforderungen an die Trittschall- und Wärmedämmung bestehen.
Typische Anwendungsbereiche sind:
Wohnungsbau
Untergeordnete Kellerräume, Balkone, Terrassen, Heizungs- und Technikräume oder Garagen.
Gewerbebau
Werkstätten, Industrie- und Lagerhallen oder Parkplätze.
Liegen keine hohen mechanischen Lasten vor, kann alternativ auch ein Estrich auf Trennschicht verbaut werden, der in der Regel weniger aufwendig anzubringen ist.
Wie wird Verbundestrich eingebaut?
Für den Einbau eines Verbundestrichs können sowohl selbstnivellierender Fließestrich als auch Baustellenestrich (also vor Ort hergestellter Estrich, im Gegensatz zu Fertigteilestrich) verwendet werden. Dabei gibt es zwei grundlegende Einbauarten:
Verbundestrich auf trockenem Untergrund Bei dieser Methode muss die Oberfläche des tragenden Untergrunds trocken, tragfähig, aufgeraut, sauber, riss- und fettfrei sein. Vor dem Einbau des Estrichs wird in der Regel eine Haftbrücke aufgetragen, zum Beispiel aus Kunstharzemulsion oder Zementleim. Anschließend wird der frische Estrich eingebracht, sodass durch die Oberflächenstruktur und die Haftbrücke eine dauerhafte Verbindung zwischen Untergrund und Estrichschicht entsteht.
Verbundestrich im Nass-in-Nass-Verfahren Hierbei wird der Estrich direkt auf einen noch frischen bzw. feuchten Untergrund aufgebracht. Der Untergrund hat üblicherweise eine kurze Antrocknungszeit hinter sich und ist noch nicht vollständig ausgehärtet. Eine separate Haftbrücke ist in der Regel nicht erforderlich, da sich die beiden Schichten aufgrund ihrer Feuchtigkeit gut miteinander verbinden. Wichtig ist, dass die Materialien ähnliche Eigenschaften besitzen, damit es nicht zu Trennungen oder unterschiedlichen Trocknungsgeschwindigkeiten und damit zu Rissbildungen kommt.
Normen für Verbundestrich
Ob ein Verbundestrich für ein Bauvorhaben geeignet ist, richtet sich nach den Anforderungen an den Boden, zum Beispiel:
Verbundestrich muss fachgerecht und unter Berücksichtigung folgender Normen eingebaut werden, wie zum Beispiel:
DIN EN 13813: Estrichmörtel, Estrichmassen und Estriche – Estrichmörtel und Estrichmassen – Eigenschaften und Anforderungen. DIN 18353: VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Estricharbeiten. DIN 18560-1: Estriche im Bauwesen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen, Prüfung und Ausführung.