Baukonstruktion

Verbundestrich (V)

Verbundestrich ist keine eigene Estrichart, sondern beschreibt die Art des Einbaus. Er ist direkt mit dem Untergrund verbunden, besonders stabil, aber nicht wärme- oder schalldämmend.

Was ist Verbundestrich?

Verbundestrich ist eine Konstruktionsform des Estrichs, also die Art des Einbaus – wie auch schwimmender Estrich oder Estrich auf Trennschicht.
Ein Verbundestrich kann aus unterschiedlichen Estricharten hergestellt werden, die sich nach dem verwendeten Bindemittel unterscheiden, zum Beispiel:
Bei dieser Bauweise wird der Estrich vollflächig und fest mit dem tragenden Untergrund (meist Beton) verbunden. Verbundestrich kann mit Bodenbelag (zum Beispiel Fliesen oder Laminat) oder ohne Bodenbelag (in der Regel mit einer Oberflächenversiegelung) verwendet werden. Er wird dann auch als Nutz- oder Sichtestrich bezeichnet.
Verbundestrich wird direkt mit der Bodenplatte verbunden, während Estrich mit der Trennschicht durch eine Folie vom Untergrund getrennt ist.
Verbundestrich wird direkt mit der Bodenplatte verbunden, während Estrich mit der Trennschicht durch eine Folie vom Untergrund getrennt ist. Bild: © f:data GmbH

Eigenschaften von Verbundestrich

Durch die vollflächige und feste Verbindung von Estrich und Untergrund entstehen besondere Eigenschaften für den Boden, unter anderem:
  • Mechanisch belastbar
    Schon bei einer dünnen Estrichschicht sind Verbundestriche mechanisch belastbar und eignen sich zum Beispiel für Bereiche, in denen schwerer Maschinenverkehr stattfindet.
  • Schallübertragend
    Beim Verbundestrich ist in der Regel keine Trittschalldämmung vorhanden, daher überträgt der Boden Schall.
  • Geringe Wärmedämmung
    Verbundestrich erlaubt keine wärmedämmende Zwischenschicht. Wärme aus dem Raum kann ungehindert in den Boden abfließen.
  • Randstabil
    Verbundestrich ist durch die vollflächige Verbindung zum tragenden Untergrund randstabil. Da, wo er an andere Bauteile oder Wände angrenzt, wölbt er sich nicht nach oben, da keine Spannungen durch zum Beispiel Bewegungsfugen entstehen.

Anwendung von Verbundestrich

Verbundestriche werden verwendet, wenn hohe mechanische Belastungen aufgenommen werden müssen und keine besonderen Anforderungen an die Trittschall- und Wärmedämmung bestehen.
Typische Anwendungsbereiche sind:
  • Wohnungsbau
    Untergeordnete Kellerräume, Balkone, Terrassen, Heizungs- und Technikräume oder Garagen.
  • Gewerbebau
    Werkstätten, Industrie- und Lagerhallen oder Parkplätze.
Liegen keine hohen mechanischen Lasten vor, kann alternativ auch ein Estrich auf Trennschicht verbaut werden, der in der Regel weniger aufwendig anzubringen ist.

Wie wird Verbundestrich eingebaut?

Für den Einbau eines Verbundestrichs können sowohl selbstnivellierender Fließestrich als auch Baustellenestrich (also vor Ort hergestellter Estrich, im Gegensatz zu Fertigteilestrich) verwendet werden.
Dabei gibt es zwei grundlegende Einbauarten:
  • Verbundestrich auf trockenem Untergrund
    Bei dieser Methode muss die Oberfläche des tragenden Untergrunds trocken, tragfähig, aufgeraut, sauber, riss- und fettfrei sein. Vor dem Einbau des Estrichs wird in der Regel eine Haftbrücke aufgetragen, zum Beispiel aus Kunstharzemulsion oder Zementleim. Anschließend wird der frische Estrich eingebracht, sodass durch die Oberflächenstruktur und die Haftbrücke eine dauerhafte Verbindung zwischen Untergrund und Estrichschicht entsteht.
  • Verbundestrich im Nass-in-Nass-Verfahren
    Hierbei wird der Estrich direkt auf einen noch frischen bzw. feuchten Untergrund aufgebracht. Der Untergrund hat üblicherweise eine kurze Antrocknungszeit hinter sich und ist noch nicht vollständig ausgehärtet. Eine separate Haftbrücke ist in der Regel nicht erforderlich, da sich die beiden Schichten aufgrund ihrer Feuchtigkeit gut miteinander verbinden. Wichtig ist, dass die Materialien ähnliche Eigenschaften besitzen, damit es nicht zu Trennungen oder unterschiedlichen Trocknungsgeschwindigkeiten und damit zu Rissbildungen kommt.

Normen für Verbundestrich

Ob ein Verbundestrich für ein Bauvorhaben geeignet ist, richtet sich nach den Anforderungen an den Boden, zum Beispiel:
  • Nutzungsart,
  • Belastung,
  • Feuchtebeanspruchung oder
  • Aufbauhöhe.
Verbundestrich muss fachgerecht und unter Berücksichtigung folgender Normen eingebaut werden, wie zum Beispiel:
  • DIN EN 13318: Estrichmörtel und Estriche – Begriffe.
  • DIN EN 13813: Estrichmörtel, Estrichmassen und Estriche – Estrichmörtel und Estrichmassen – Eigenschaften und Anforderungen.
  • DIN 18353: VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Estricharbeiten.
  • DIN 18560-1: Estriche im Bauwesen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen, Prüfung und Ausführung.
Daria Kern
Ein Artikel von
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Verbundestrich (V)"

Ausgabe 2006-03
Diese Norm gilt zusammen mit DIN EN 13813 und DIN 18560-1 für Estriche, die im Verbund mit dem tragenden Untergrund (Verbundestriche) hergestellt werden. Sie legt die besonderen Anforderungen an Verbundestriche fest und gibt die Prüfverfahren an, mit...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2022-08
Diese Norm gilt zusammen mit DIN 18560 (alleTeile), DIN EN 13318 und DIN EN 13813 für Estriche auf Dämmschichten, die Anforderungen an den Wärme- und/oder Schallschutz zu erfüllen haben. Als Heizestriche (siehe Abschnitt 4.1) dienen sie außerdem zur ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2021-02
Die Norm gilt für Baustellenestriche und Estriche aus Estrichmörteln und Estrichmassen nach DIN EN 13813, die unter Verwendung von Calciumsulfat, Gussasphalt, Kunstharz, kaustische Magnesia oder Zement hergestellt sind.Die Normen der Reihe DIN18560 w...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2003-01
Diese Norm spezifiziert die Anforderungen für Estrichmörtel, die für Fußbodenkonstruktionen in Innenräumen eingesetzt werden. Für Konstruktionen in Außenbereichen können andere Eigenschaften, die in dieser Norm nicht genannt sind, von Bedeutung sein....
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2000-12
Diese Norm legt die Begriffe fest, die im Zusammenhang mit der Herstellung und Verarbeitung von Estrichmörtel und Estrichen benötigt werden....
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2012-06
Diese Norm gilt zusammen mit DIN EN 13813 und DIN 18560-1 für Estriche, die von dem tragenden Untergrund durch eine dünne Zwischenlage (Trennschicht) getrennt sind. Diese Estriche haben den Zweck, die Oberfläche eines tragenden Untergrundes nutzfähig...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2004-04
Diese Norm gilt zusammen mit DIN EN 13813 und DIN 18560-1 für direkt genutzte Gussasphaltestriche, Kunstharzestriche, Magnesiaestriche und zementgebundene Hartstoffestriche, die mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt werden. Sie gilt nicht für Estri...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2021-09
Diese Norm gilt für Hartstoffe, die in Estrichen nach DIN EN 13813 und DIN 18560-1 verwendet werden. Sie finden insbesondere bei direkt genutzten, zementgebundenen Hartstoffestrichen nach DIN 18560-7 und Einstreuungen nach DIN 18560-3 und DIN 18560-4...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2023-09
Diese Norm legt die allgemeinen Vertragsbedingungen fest, die für Estricharbeiten bezüglich der Baustoffe, der Ausführung, der Haupt- und der Nebenleistungen sowie der Abrechnung gelten.Diese Norm gilt für das Herstellen von Estrichen aus Estrichmört...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2019-09
Diese Norm legt die allgemeinen Vertragsbedingungen fest, die für Estricharbeiten bezüglich der Baustoffe, der Ausführung, der Haupt- und der Nebenleistungen sowie der Abrechnung gelten.Diese Norm gilt für das Herstellen von Estrichen aus Estrichmört...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18560-3 (2006-03)
Die Estriche sind nach DIN 18560-1 herzustellen....
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18560-3 (2006-03)
Die Dicke von Verbundestrichen ist nach DIN 18560-1 zu wählen. Sie sollte aus fertigungstechnischen Gründen nicht weniger als etwa das Dreifache des Größtkorns des Zuschlages betragen. Bei Gussasphaltestrichen sollte die Estrich-Nenndicke 20 mm nicht...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18560-3 (2006-03)
Verbundestriche sind mit der Benennung „Estrich“, der DIN-Hauptnummer, dem Kurzzeichen für die Estrichmörtelart sowie der Druck- und der Biegezugfestigkeits- bzw. Härteklasse nach DIN EN 13813 und darüber hinaus mit dem Buchstaben „V“ (für Verbund) s...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18560-3 (2006-03)
Wird ein Verbundestrich unmittelbar genutzt, kann eine Verschleißwiderstandsklasse gefordert werden.Wird zur Erhöhung des Verschleißwiderstandes eine Einstreuung vorgesehen, ist die je m² aufzubringende Einstreumenge anzugeben; es sind Hartstoffe nac...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18560-3 (2006-03)
5.2.1 AllgemeinesBei einer in Sonderfällen erforderlichen Bestätigungsprüfung ist bei Calciumsulfat-, Kunstharz-, Magnesia- und Zementestrichen bis 40 mm Nenndicke die Biegezugfestigkeit und bei größeren Dicken die Druckfestigkeit zu prüfen. Gegeben...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18353 (2023-09)
3.2.1 Calciumsulfat-, Kunstharz-, Magnesia- und Zementestriche sind nach den Normen der Reihe DIN 18560 herzustellen.Die Estrichmörtel sind mindestens in den in Tabelle 1 aufgeführten Festigkeitsklassen auszuführen. ... 3.2.2 Bei schwimmenden Calcium...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18560-1 (2021-02)
Als Estrich im Außenbereich eignen sich Gussasphalt-, Kunstharz- und Zementestriche.Hierfür sind in der Regel Gussasphaltestriche der Härteklasse IC40 nach DIN EN 13813 zu verwenden.Für direkt genutzte Zementestriche sollte ein Frost-Tau-Widerstand a...
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DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18560-1 (2021-02)
Die Dicke eines Estrichs sowie die Nutzschichtdicke eines ein- oder mehrschichtigen Estrichs müssen auf die jeweilige Estrichbauart und den jeweiligen Verwendungszweck des Estrichs abgestimmt sein. Wenn nicht anders festgelegt, ist die Dicke eines Es...
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DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18560-1 (2021-02)
Zementestrichmörtel, Calciumsulfatestrichmörtel und Magnesiaestrichmörtel können der Klasse A1 ( Afl) zugeordnet werden, wenn der Massenanteil an organischen Substanzen 1% nicht überschreitet.Ansonsten dürfen nur solche Estrichmörtel und Estrichmasse...
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DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18560-1 (2021-02)
Werden an den Estrich Anforderungen an den Wärmeschutz gestellt, dürfen nur solche Estrichmörtel und Estrichmassen verwendet werden, deren Wärmeleitfähigkeit vom Mörtelhersteller nach DIN EN 13813 angegeben wird oder der jeweiligen Landesbauordnung e...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm

STLB-Bau Ausschreibungstexte zu "Verbundestrich (V)"

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Beispiel
STLB-Bau Ausschreibungstext:
Abbruch des Bodenbelages aus Zementestrich, unbewehrt, als Estrich auf Dämmschicht, Abbruch Dämmung wird gesondert vergütet, ohne Beläge und Beschichtungen, im Rahmen einer Totalabbruchmaßnahme, nicht schadstoffbelastet, Abfall ist nicht gefährlich,...
Abrechnungseinheit: m2
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