Zementestrich ist ein tragfähiger Estrichmörtel aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser, der unter Bodenbelägen als Nutz- oder Sichtestrich einsetzbar ist.
Was ist Zementestrich?
Zementestrich ist eine Mörtelschicht, die als tragfähiger Untergrund in Bodenaufbauten und zum Ausgleich von Unebenheiten dient. Er gehört zur Estrichgruppe, die nach dem verwendeten Bindemittel klassifiziert wird.
Zementestrich besteht aus Gesteinskörnung (z. B. Sand oder Kies), Wasser und dem Bindemittel Zement. Durch den Einsatz von Zusatzmitteln, wie z. B. Fließmitteln, können bestimmte Eigenschaften des Estrichs, wie Verarbeitbarkeit oder Abbindezeit, gezielt verändert werden. Konstruktionsformen von Zementestrich sind:

Zementestrich wird oft in Bereichen mit hoher Belastung oder geringen gestalterischen Ansprüchen verwendet, etwa in Industriehallen oder Tiefgaragen.
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Wo wird Zementestrich angewendet?
Zementestrich findet in vielen Bereichen des Hoch- und Innenausbaus Anwendung. Er kann sowohl als tragender Untergrund als auch als fertige Nutzschicht eingesetzt werden.
Typische Anwendungsbereiche sind z. B.:
Grundlage für Bodenbeläge
in Büro- und Verwaltungsgebäuden,
in Schulen und öffentlichen Einrichtungen oder
in Hotel- und Gastronomiebauten.
Unbelegter Nutzestrich
In Bereichen mit höheren mechanischen Belastungen oder geringeren gestalterischen Anforderungen wird Zementestrich auch ohne Bodenbelag genutzt, wie:
im Industriebau und in Werkhallen,
in Kellern, Technikräumen und Lagerräumen,
in Garagen und Tiefgaragen oder
in Wasch- und Trockenräumen.
Zementestrich kann durch Schleifen, Färben oder Versiegeln aufgewertet und ohne Bodenbelag als gestalterisches Element genutzt werden, wie:
Eigenschaften von Zementestrich
Die technischen Eigenschaften von Zementestrich machen ihn zu einem vielseitig nutzbaren Baustoff, wie z. B.:
Temperaturbeständig Er widersteht sowohl hohen als auch tiefen Temperaturen, was ihn für Innen- und Außenbereiche geeignet macht. Fest
Zementestrich erreicht eine hohe Druck- und Biegezugfestigkeit, wodurch er auch in stark beanspruchten Bereichen eingesetzt werden kann.
Mechanisch belastbar
Er ist für hohe Verkehrslasten ausgelegt und eignet sich für Industrieflächen, Garagen und Verkehrswege.
Verschleißfest
Dank seiner Festigkeit ist er besonders abrieb- und verschleißbeständig, was die Lebensdauer des Bodens verlängert.
Griffig
Zementestrich bietet gute Haftung zu angrenzenden Schichten (z. B. zu Bodenbelägen oder Abdichtungen), was für die Haltbarkeit des Bodenaufbaus entscheidend ist.
Feuchteunempfindlich Im Gegensatz zu z. B. Anhydritestrichen ist Zementestrich gegenüber Feuchtigkeit weitgehend unempfindlich und somit auch für Feuchträume und Außenbereiche geeignet.
Besondere, zu beachtende Eigenschaften
Bei der Verarbeitung und Nutzung können diese Merkmale von Zementstrich besondere Herausforderungen mit sich bringen:
Schwindverhalten Während der Trocknungs- und Aushärtungsphase kommt es zu Volumenveränderungen, die bei unsachgemäßer Planung zu Rissbildungen führen können. Deshalb sind Fugen erforderlich. Lange Trocknungszeit
Zementestrich beeinflusst Bauzeiten und Zeitplanung. Er benötigt typischerweise rund 28 Tage, um vollständig auszuhärten und belegreif zu werden (abhängig von Schichtdicke, Temperatur und Luftfeuchte kann dieser Wert abweichen).
Normen und Regelungen für Zementestrich
Welcher Estrich im konkreten Fall verwendet wird, hängt von den individuellen Anforderungen des Bauvorhabens ab, z. B.:
Zementestrich darf nur fachgerecht und unter Einhaltung der geltenden Vorschriften und Normen eingebaut werden, z. B.: