Bauplanung

Bewirtschaftungskosten

Bewirtschaftungskosten sind Teil des Rohertrags für Immobilien. Sie umfassen:
  • einerseits die umlagefähigen Bewirtschaftungskosten, wie die gesamten Betriebskosten aus der Nutzung einer Immobilie bzw. Wohnung und
  • andererseits die nichtumlagefähigen Bewirtschaftungskosten wie Verwaltungskosten, Mietausfallwagnis und nichtumlagefähige Betriebskosten.
Für Gebäude im Wohnungsbau werden spezielle Aussagen im § 24 in der II. Berechnungsverordnung (Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen nach dem Zweiten Wohnungsbaugesetz – kurz II. BV – genannt, zuletzt geändert im November 2007) zu den Bewirtschaftungskosten. Die II. BV ist eine Rechtsvorschrift in erster Linie für Wirtschaftlichkeitsberechnungen im Wohnungsbau. Angewandt wird jedoch diese Regelung weit über den Wohnungsbau hinaus.
Wenngleich die II. BV die Nutzungskosten im Hochbau als Begriff selbst nicht anführt und dafür auch keine Definition liefert, wird über die Bewirtschaftungskosten eine vergleichbare Aussage getroffen, die gebäudebezogenen Kosten zu unterscheiden und ihre Erfassung nach einer systematischen Struktur vorzunehmen.
Die Bewirtschaftungskosten sind auch Gegenstand der Immobilienwertermittlung zur Bestimmung eines Ertragswertes einer Immobilie auf Grundlage der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV vom 19.05.2010).
Bezüglich der Betriebskosten gilt seit 01.01.2004 die Betriebskostenverordnung (BetrKV im BGBl. I/2003 S. 2346). In der II. BV wird darauf im § 27 verwiesen. Diesbezüglich gilt die II. BV nur noch für die nach altem Recht geförderten Sozialwohnungen.
Von Bewirtschaftungskosten wird auch im Rahmen der Bauplanung zur Ermittlung der Baukosten als Investitionskosten für das Bauwerk bzw. einer Baumaßnahme gesprochen. Grundlage bildet die Kostenuntergruppe 772 innerhalb der Kostengruppe 7 - Baunebenkosten- in der DIN 276-1 Kosten im Hochbau -. Bei der Kostenberechnung innerhalb der Entwurfsplanung sind in der Kostenuntergruppe 772 Kosten für Folgendes zu erfassen:
  • die Baustellenbewachung,
  • Nutzungsentschädigungen während der Bauzeit,
  • Gestellung des Baustellenbüros für Planer und Bauherrn,
  • Beheizung, Beleuchtung und Reinigung des Baustellenbüros für Planer und Bauherrn.
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