BW- Kennzahlen

Gewinnrate

Die Gewinnrate ist eine Kennzahl, die sich als Verhältnis aus dem Wertausdruck für:
  • eine leistungsbezogene Ergebnisart (Gewinn oder ggf. Verlust) in einem Abrechnungszeitraum (Monat, Jahr) im Zähler wie dem
    • Betriebsergebnis für das Unternehmen oder
    • Baustellenergebnis einer Baustelle oder
    • Ergebnis für das ausgeführte und abgerechnete Bauwerk oder
    • Ergebnis der Hilfs- und Nebenkostenstellen,
  • die hergestellte Leistung (ohne Umsatzsteuer) im betreffenden Abrechnungszeitraum für die zu betrachtende Kostenstelle, Baustelle oder den Gesamtbetrieb im Nenner.
Für eine Baustelle betrachtet, stellt sich folgende Berechnung dar:
Gewinnrate=Baustellenergebnis im Monatx 100 %=...... %
Bauleistung im Monat
Für die Bezugsgröße der Bauleistung können herangezogen werden:
Zu beachten ist jedoch, dass die Bezugsgröße "Gesamtbauleistung" auch einen sehr unterschiedlich hohen Anteil an Fremdleistungen bzw. insbesondere von Leistungen der Nachunternehmer umfassen kann. Diese fremden Leistungen werden ggf. auch unterschiedlich hoch die Gewinnrate infolge von Gewinnen oder evtl. Verlusten aus dem Nachunternehmereinsatz beeinflussen. Für analytische Aussagen bliebe zu prüfen, inwieweit ein gesonderter Ausweis für das "Ergebnis aus Nachunternehmerleistungen" baustellen- bzw. bauwerksbezogen erfolgen sollte.
Die Aussage kann für eine Baustelle unmittelbar mit dem Ansatz in Prozent für Wagnis und Gewinn (W&G) aus der Arbeitskalkulation verglichen werden. Weiterhin steht die Gewinnrate in Korrespondenz zur Kennzahl "Kostensatz". Beide zusammen ergeben den Prozentsatz = 100 %. Wird der Kostensatz in Höhe von 95 % berechnet, stellt sich danach eine Gewinnrate bzw. ein Gewinnsatz von 5 % dar sowie auch nach der umgekehrten Betrachtung.
Wird die Kennzahl für das Bauunternehmen insgesamt bestimmt, entspricht die Aussage der Leistungsrentabilität für das Unternehmen, bezeichnet gelegentlich auch als Gewinnintensität. Bei einem Vergleich ebenfalls mit dem kalkulierten Ansatz von W&G bliebe weiter zu prüfen, ob das Betriebsergebnis beispielsweise auch noch durch sonstige Erträge (Auflösung von Rückstellungen u.a.) beeinflusst wurde und diese Größenordnungen dann herauszurechnen wären.
Wird eine Baumaßnahme durch eine ARGE ausgeführt, wird das Ergebnis (Gewinn oder Verlust) durch das " ARGE-Rohergebnis " repräsentiert. Analog kann auch diese Ergebnisart zu den Kennzahlen der Leistungen in Beziehung gesetzt werden, in der Regel mit analogen Aussagen.
31.07.2015
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