Pflastersteine sind vorgefertigte Steine, die als Bodenbelag im Außenbereich verwendet werden. Sie schaffen tragfähige, stabile und witterungsbeständige Flächen, unter anderem für Wege, Straßen, Einfahrten und Plätze.
Was sind Pflastersteine?
Pflastersteine sind vorgefertigte Steine und ein Baustoff für Bodenbeläge, hauptsächlich im Außenbereich, aus Materialien wie Beton, Naturstein oder gebranntem Ton.
Aus Pflastersteinen wird eine widerstandsfähige, dauerhafte Fläche hergestellt, die als Pflasterbelag, Pflasterdecke oder Pflaster bezeichnet wird. In zwei Bauweisen können Pflastersteine verlegt werden, die in unterschiedlichen Formen, Größen und Materialien hergestellt werden:
Ungebundene Bauweise
Die Steine werden lose im Splittbett verlegt. Diese Bauweise eignet sich für gering beanspruchte Flächen.
Gebundene Bauweise
Die Steine werden fest in einem Mörtelbett verlegt. Diese Bauweise ist für stark beanspruchte Flächen geeignet.

Langlebige Beläge für Außenflächen sind unter anderem Granit-, Beton- und Natursteinpflaster.
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Eigenschaften von Pflastersteinen
Für die Eigenschaften von Pflastersteinen sind unterschiedliche Faktoren ausschlaggebend, zum Beispiel:
Form,
Materialität,
Größe und
Dicke.
Für Pflastersteine gelten in Deutschland verschiedene technische Anforderungen, die in geltenden Normen und Regelwerken festgelegt sind (siehe unten).
Um im Außenbereich dauerhaft eingesetzt werden zu können, müssen Pflastersteine Mindestanforderungen erfüllen, zum Beispiel hinsichtlich:
Witterungs- und Frostbeständigkeit
Pflastersteine müssen gegen Frost-Tau-Wechsel beständig sein, da sie besonders im Außenraum Niederschlägen, Temperaturschwankungen und Frost ausgesetzt sind.
Temperaturbeständigkeit
Insbesondere bei der gebundenen Bauweise müssen die Steine Ausdehnung und Abkühlung ohne Rissbildung standhalten können.
Druck- und Biegefestigkeit
Je nach Verkehrsbelastung, zum Beispiel durch Fußgänger, PKWs oder LKWs, sind Mindestfestigkeiten vorgeschrieben, um Brüche und Schäden auf der Pflasterfläche zu vermeiden.
Abriebwiderstand
Befahrene Flächen benötigen eine hohe Abriebfestigkeit, um bei mechanischer Belastung nicht zu verschleißen.
Gleit- und Rutschwiderstand
Bei Niederschlägen kann sich Wasser auf den Pflastersteinen sammeln, wodurch die Rutschgefahr für Fußgänger und Fahrzeuge steigt. Pflastersteine müssen eine ausreichende Griffigkeit besitzen und glatte oder polierte Oberflächen dürfen nur nach Prüfung des Rutschwiderstandes verwendet werden.
Einsatz von Pflastersteinen
Pflastersteine werden in Bereichen eingesetzt, in denen ein witterungsbeständiger, rutschfester Bodenbelag benötigt wird, zum Beispiel:
Verkehrsflächen
Verkehrsanlagen
Gering belastete Flächen wie Garagen- und Hofzufahrten oder hoch belastete Flächen in Industriegebieten, Hafenanlagen, Raststätten und Parkplätzen.
Terrassen, Wege in Grünanlagen, Parks und Gärten oder Poolumrandungen.
Sanierung
Einbindung historischer Bausubstanz in die Umgebung, zum Beispiel in Altstädten.
Arten von Pflastersteinen
Pflastersteine können nach Funktion, Material und Form unterteilt werden:
Funktion
Die Funktion eines Pflastersteins hängt oft von seiner Form oder seinem Material ab. Einige Pflastersteine sind speziell für bestimmte Anforderungen entwickelt, zum Beispiel:
Verbundpflastersteine
Durch ihre Formgebung und Verzahnung liefern Verbundpflastersteine höhere Verbundkräfte, deshalb eignen sie sich für stark belastete Flächen. Sie sind in unterschiedlichen Formen erhältlich, zum Beispiel:
Sickerpflastersteine
Sickerpflastersteine ermöglichen das Versickern von Regenwasser auf einer gepflasterten Fläche. Das wird entweder durch die Form des Steins, bei der Abstandshalter breite Fugen erzeugen, durch die das Wasser ins Erdreich sickern kann, oder durch die Verwendung von Dränsteinen erreicht. Diese bestehen aus Beton mit großen Hohlräumen. Sickerpflastersteine reduzieren Oberflächenabfluss und tragen damit zur Entlastung von Kanalisationen bei.
Rasengittersteine Rasengittersteine haben große Aussparungen, die nach der Verlegung mit Splitt und Oberboden aufgefüllt werden. Ihre Zwischenräume können begrünt werden und ermöglichen die Versickerung von Regenwasser.
Material
Je nachdem, aus welchem Material sie bestehen, haben Pflastersteine unterschiedliche Eigenschaften und Einsatzbereiche:
Betonpflastersteine Pflastersteine aus Beton sind Kunststeine, die in zahlreichen Formen und Farben erhältlich sind. Sie sind kostengünstig und belastbar. Naturpflastersteine Naturpflastersteine bestehen aus bearbeitetem Naturstein, wie zum Beispiel Travertin, Granit, Basalt oder Marmor. Pflastersteine aus Ton Pflasterklinker und Pflasterziegel bestehen aus einer Mischung aus Ton oder Lehm und Zuschlagstoffen wie Feldspat. Aus der Masse werden im Strangpressverfahren Rohlinge geformt, getrocknet und anschließend gebrannt. So werden sie stabil und frostresistent.
Form
Gängige Formen für Pflastersteine sind zum Beispiel:
Verlegung von Pflastersteinen

Je nach Steinart, Muster und Verband variiert die Verlegung von Pflastersteinen.
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Pflastersteine werden von Hand oder maschinell verlegt. Dabei ist ein Fugenabstand von 3 bis 5 mm einzuhalten, um Kantenabplatzungen zu vermeiden. Nach dem Verlegen wird Fugensand in die Fugen eingekehrt (manuell oder maschinell) und die Fläche mit einer Rüttelplatte verdichtet. Anschließend werden die Fugen mit feinkörnigem Material eingeschlämmt, um sie dauerhaft zu verschließen.
Je nach Steinart, Form und Verlegemuster (zum Beispiel Reihen-, Block-, römischer oder Ellbogenverband) sowie der Art des Verbands (gebunden oder ungebunden) kann die Vorgehensweise variieren. Eine sorgfältige Planung und fachgerechte Ausführung nach den geltenden Normen sichern eine langlebige und optisch ansprechende Pflasterfläche. Regelungen und Normen für Pflastersteine
Bei der Herstellung und Verlegung von Pflastersteinen sind unter anderem folgende Normen zu beachten:
DIN EN 1342: Pflastersteine aus Naturstein für Außenbereiche – Anforderungen und Prüfverfahren. DIN EN 1344: Pflasterziegel – Anforderungen und Prüfverfahren. DIN 18503: Pflasterklinker – Anforderungen und Prüfverfahren.
Zusätzlich sind nationale Ergänzungen zu europäischen Normen zu berücksichtigen:
TL Pflaster-StB 06/15: Technische Lieferbedingungen für Bauprodukte zur Herstellung von Pflasterdecken, Plattenbelägen und Einfassungen.
ZTV Pflaster-StB 20: Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien zur Herstellung von Verkehrsflächen mit Pflasterdecken, Plattenbelägen und Einfassungen.
RStO: Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen.
DNV-Richtlinie „Pflaster- und Plattendecken“: Richtlinie für Pflaster- und Plattendecken für befahrene und begangene Flächen in ungebundener und gebundener Ausführung sowie in Mischbauweisen.