Abbruch / Abfall / Entsorgung / Recycling

Baurestmassen

Als Baurestmassen gelten allgmein Baustoffe, die im Zuge von Baumaßnahmen als Reststoffe auf Baustellen entstehen und als Bau- und Abbruchabfälle zu behandeln sind.
Dazu zählen beispielsweise:
  • beim Straßenaufbruch: Schotter, Kies, Asphalt, Beton, Natursteine u. a.
  • als Bauschutt: Mörtel, Ziegel, Dachziegel, Glas u. a.
  • Beton aus Massivbauteilen: Brückenbauteile, Wandplatten aus Abbruch von Plattenbauten wie WBS 70 u. a.
  • Baustellenmischabfälle: Fliesen, Pappe, Styropor, Keramik, PVC, Holz u. a.
Zu berücksichtigen dabei ist, ob es sich ggf. um gefährliche Abfälle am Bau handelt. Unabhängig davon sind die Bauabfälle getrennt voeinander zu sammeln und zu entsorgen.
Inwieweit besondere Anforderungen zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Bauabfällen zu beachten sind, steht in den Regelungen:
  • "Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen" (Kreislaufwirtschaftsgesetz- KrWG, in BGBl. I 2012, S. 212), das zum 1. Juni 2012 in Kraft trat,
  • Kennzeichnung von Abfällen nach dem Abfallschlüssel auf Grundlage der Anlage in der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV vom 10. Dezember 2001, zuletzt geändert vom 17. Juli 2017 im BGBl. I, S. 2644), vor allem hinsichtlich der Einstufung von Abfällen, die gefährliche Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind (z. B. asbesthaltige Dämmstoffe u. a.),
  • Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV vom 18. April 2017 in BGBl. I, S. 896 mit letzter Änderung vom 5. Juli 2017), in Kraft seit 1. August 2017,
  • POP-Abfall-Überwachungs-Verordnung vom 17. Juli 2017 (in BGBl. I, S. 2644), die ebenfalls ab 1. August 2017 anzuwenden ist und u. a. vorsieht, dass Polystyrol-Abfälle am Bau nicht mehr als " gefährliche Bauabfälle " einzustufen sind.
Die Bau- und Abbruchunternehmen sowie Bauhandwerksbetriebe als Abfallerzeuger und ggf. die Auftraggeber bzw. Bauherrn als Abfallbesitzer haben dafür Sorge zu tragen, dass die Baurestmassen als Bau- und Abbruchabfälle getrennt gesammelt, gelagert, befördert, entsorgt und einer Verwertung zugeführt werden. Getrennthaltung und Recycling sollen dabei im Vordergrund stehen. Nähere Erläuterungen hierzu erfolgen unter Getrenntsammlung von Abfällen.
Weiterhin gelten für die Abfallerzeuger und -besitzer zur Getrenntsammlung und Sortierarbeit auf den Baustellen spezielle Dokumentationspflichten bei Bauabfällen, worüber unter diesem Begriff ausführlicher berichtet wird.
In Verbindung mit der Ausführung von Bauleistungen bei öffentliche Bauaufträgen wird weiterhin auf Aussagen in den Vergabehandbüchern verwiesen, so zu:
  • Hochbaumaßnahmen auf den "Leitfaden für Ausschreibung und Vergabe zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Bau- und Abbruchabfällen sowie Baustellenabfällen" im Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) im Anhang 8 sowie zum Formblatt 241,
  • bei Baumaßnahmen im Straßen- und Brückenbau auf die Regelungen im spezifischen Handbuch HVA B-StB im Teil 3 unter Tz. 3.2 (Nr. 27).
Verwiesen sei zur Problematik noch auf eine aktuelle Publikation des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg mit dem Titel "Abfallvermeidung in der Baubranche - Informationen für Bauherren, Architekten und am Bau Interessierte", die viele Tipps enthält, wie bereits bei der Bauplanung und Baudurchführung das Abfallaufkommen möglichst reduziert und unvermeidbare Abfälle gut entsorgt und verwertet werden können.
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